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„Stellen wir uns eine Schrift vor, deren Code so idiomatisch wäre, dass nur zwei „Subjekte“ ihn als Geheimschrift eingeführt und gekannt hätten. Wird man ach nach dem Tod des Empfängers, ja sogar der beiden Partner, sagen, dass das von einem der beiden hinterlassene Zeichen (marque) immer noch Schrift sei? Ja, insofern es in seiner Identität als Zeichen (marque) durch einen Code geregelt – wäre er auch unbekannt und nicht sprachlich – durch seine Iterabilität auch in Abwesenheit von diesem oder jenem, im Grenzfall also in Abwesenheit von jeglichem empirisch bestimmten „Subjekt“ konstituiert ist. Dies Impliziert, dass es keinen Code gibt – Organon der Iterabilität -, der strukturell geheim wäre. Die Möglichkeit die Zeichen (marques) zu wiederholen und damit zu identifizieren, ist jedem Code impliziert, macht aus ihm ein kommunizierbares, übermittelbares, entzifferbares Raster, das für einen Dritten, also für jeden möglichen Benützer überhaupt, iterierbar ist. Jede Schrift muss daher, um das zu sein, was sie ist, in radikaler Abwesenheit jedes empirisch bestimmten Empfängers überhaupt funktionieren können. Und diese Abwesenheit ist nicht eine fortgesetzte Modifikation der Anwesenheit, es ist ein Bruch der Anwesenheit, der Tod oder die Möglichkeit des „Todes“ des Empfängers, eingeschrieben in die Struktur des Zeichens (marques).“ zu [[Code: Kommunikation und Kontrolle (Vorlesung Hrachovec, 2007/08)]]
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„Stellen wir uns eine [[Schrift]] vor, deren Code so idiomatisch wäre, dass nur zwei „Subjekte“ ihn als Geheimschrift eingeführt und gekannt hätten. Wird man ach nach dem Tod des Empfängers, ja sogar der beiden Partner, sagen, dass das von einem der beiden hinterlassene Zeichen (marque) immer noch Schrift sei? Ja, insofern es in seiner Identität als Zeichen (marque) durch einen Code geregelt – wäre er auch unbekannt und nicht sprachlich – durch seine Iterabilität auch in Abwesenheit von diesem oder jenem, im Grenzfall also in Abwesenheit von jeglichem empirisch bestimmten „Subjekt“ konstituiert ist. Dies Impliziert, dass es keinen Code gibt – Organon der Iterabilität -, der strukturell geheim wäre. Die Möglichkeit die Zeichen (marques) zu wiederholen und damit zu identifizieren, ist jedem Code impliziert, macht aus ihm ein kommunizierbares, übermittelbares, entzifferbares Raster, das für einen Dritten, also für jeden möglichen Benützer überhaupt, iterierbar ist. Jede Schrift muss daher, um das zu sein, was sie ist, in radikaler Abwesenheit jedes empirisch bestimmten Empfängers überhaupt funktionieren können. Und diese Abwesenheit ist nicht eine fortgesetzte Modifikation der Anwesenheit, es ist ein Bruch der Anwesenheit, der Tod oder die Möglichkeit des „Todes“ des Empfängers, eingeschrieben in die Struktur des Zeichens (marques).“ zu [[Code: Kommunikation und Kontrolle (Vorlesung Hrachovec, 2007/08)]]

Version vom 13. Dezember 2007, 11:13 Uhr

„Stellen wir uns eine Schrift vor, deren Code so idiomatisch wäre, dass nur zwei „Subjekte“ ihn als Geheimschrift eingeführt und gekannt hätten. Wird man ach nach dem Tod des Empfängers, ja sogar der beiden Partner, sagen, dass das von einem der beiden hinterlassene Zeichen (marque) immer noch Schrift sei? Ja, insofern es in seiner Identität als Zeichen (marque) durch einen Code geregelt – wäre er auch unbekannt und nicht sprachlich – durch seine Iterabilität auch in Abwesenheit von diesem oder jenem, im Grenzfall also in Abwesenheit von jeglichem empirisch bestimmten „Subjekt“ konstituiert ist. Dies Impliziert, dass es keinen Code gibt – Organon der Iterabilität -, der strukturell geheim wäre. Die Möglichkeit die Zeichen (marques) zu wiederholen und damit zu identifizieren, ist jedem Code impliziert, macht aus ihm ein kommunizierbares, übermittelbares, entzifferbares Raster, das für einen Dritten, also für jeden möglichen Benützer überhaupt, iterierbar ist. Jede Schrift muss daher, um das zu sein, was sie ist, in radikaler Abwesenheit jedes empirisch bestimmten Empfängers überhaupt funktionieren können. Und diese Abwesenheit ist nicht eine fortgesetzte Modifikation der Anwesenheit, es ist ein Bruch der Anwesenheit, der Tod oder die Möglichkeit des „Todes“ des Empfängers, eingeschrieben in die Struktur des Zeichens (marques).“ zu Code: Kommunikation und Kontrolle (Vorlesung Hrachovec, 2007/08)