Was sollen wir mit unserem Gefühl tun, dass wir Willenshandlungen einleiten?

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Diese Ansicht darüber, wie Willensfreiheit funktioniert, die im vorangehenden Abschnitt »Zeitliche Charakteristika von Ge­hirnprozessen und dem bewussten Willen« dargelegt wurde, führt jedoch zu einem Problem: Wie können wir unser Gefühl oder Erleben erklären, dass wir eine Handlung eingeleitet haben? Wenn der Gehirnprozess, der eine freie Willenshandlung einleitet, unbewusst ist, bekommt das Gefühl der bewussten Einleitung des Prozesses einen paradoxen Charakter. Wir wissen, dass wir uns des Drangs (oder Wunsches), zu handeln, vor der tatsächlichen motorischen Handlung bewusst werden. Das könnte uns zu dem Gefühl veranlassen, dass wir den Prozess be­wusst eingeleitet hätten. Das Gefühl, dass wir die Willenshandlung eingeleitet haben, kann jedoch nicht richtig sein; wir sind uns dessen nicht bewusst, dass der Prozess tatsächlich unbewusst stattfindet. Andererseits ist es möglich, dass der bewusste Wille als ein Auslöser wirkt, um der unbewusst vorbereiteten Initiative zu er-möglichen, zur Hervorbringung der Handlung voranzuschrei­ten. In diesem Fall würde das bewusste Gefühl, dass wir die Willenshandlung eingeleitet oder hervorgebracht haben, die Wirklichkeit widerspiegeln; es wäre dann keine Illusion. Wessen wir sicher sind, das ist die Fähigkeit des bewussten Willens, den Willensprozess zu blockieren oder zu unterdrücken und das Erscheinen einer motorischen Handlung zu verhindern. Mit anderen Worten, der bewusste freie Wille könnte das Ergeb­nis eines unbewusst eingeleiteten Prozesses steuern. Ob er zu­sätzlich auch eine Rolle bei der Ermöglichung dessen spielt, dasseine nicht unterdrückte Handlung zur Vollendung fortschreitet, ist gegenwärtig experimentell nicht nachgewiesen.



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Freiheit im Kopf (Seminar Hrachovec, 2006/07)

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