Protokolle - MuD09 - Gruppe4 - 16.12.

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Karner, Thomas

Protokoll zur Ringvorlesung vom 10. Dezember 2009: Referent: Professor Herbert Hrachovec Überschrift seines Vortrages: Bildung für alle verursacht Krawalle

Nicht zuletzt auf Grund der aktuellen Bildungsdebatten, lässt Prof. Hrachovec diese Problematik in seinen Vortrag einfließen. Ein zentrales Kernelement in seinem Vortrag bildet das Höhlengleichnis Platos.

Professor Hrachovec stellt zuerst eine einfache Floskel in den Raum. Was ist...? Eine scheinbar harmlose Fragefloskel, die auf einen Gegenstand, einen zu erklärenden Begriff zielt. Was ist der Staat? Was ist der Mensch? Was ist Tapferkeit? Dies sind Beispiele für Fragen mit denen ein gewisser Athener im antiken Griechenland seine Mitmenschen ständig konfrontiert. Fragen nach scheinbar alltäglichen Begriffen, die jedoch so einfach nicht zu beantworten sind. Antworten sucht man in den überlieferten Dialogen vergeblich, ja nicht einmal der berühmte Fragensteller – Sokrates - gibt Antworten auf sie. Sokrates handelt sich mit seiner ständigen Fragerei, welche die alltägliche Wirklichkeit in Frage stellt, viele Feinde ein. Er geht den Athenern schlichtweg auf die Nerven. Schließlich wird er wegen Verhetzung der Jungen zum Tode verurteilt. Anstatt zu flüchten, wie andere vor ihm, trinkt er den Schierlingsbecher aus.

Die Rehabilitation durch einen Schüler: Prof. Hrachovec schildert uns das Höhlengleichnis. Eine von den in der Höhle eingeschlossenen, wird losgebunden und gegen seinen Willen und unter Schmerzen, an das Tageslicht gezerrt. Zuerst geblendet vom hellen Tageslicht, gewöhnt er sich schließlich daran, die Dinge in ihrem wahren Sein zu erblicken. Begeistert, und um den anderen unten in der Höhle von seiner Erleuchtung zu berichten, wagt er sich zurück hinab in die Dunkelheit der Höhle. Seine ehemaligen Kollegen aber, aus Angst davor ihr geordnetes Gefüge der Welt zu verlieren, glauben ihm nicht und erschlagen ihn. Wie ist es zu erklären, dass Menschen Bildung dermaßen ablehnend gegenüberstehen? Die Menschen leben in einer ihnen vertrauten, zuverlässigen Welt, ohne Überraschungen. Das vermittelt ein Sicherheitsgefühl. Kommt jemand daher, der ihr Weltbild zerstören will, sträuben sich die meisten. Bildung, so Hrachovec weiter, ist eine Doppelbewegung aus Distanzierung und Stufenwechsel. Ein also durchaus schmerzhafter Prozess.

Platon hat in seinem Höhlengleichnis den Aufstieg zu einer höheren Ebene mit wertvollen schmerzlichen Erfahrungen verbunden. Im Christentum, wurde dieser „schmerzliche“ Aufstieg in eine höhere Existenz verklärt. Wir erinnern uns an die Bilder der Power – Point Präsentation.

Säkularisierung: Die Truman – Show, bedient sich ebenfalls der Thematik des Menschen, der die Welt in welcher er lebt hinterfragt, und Ungereimtheiten im vermeintlichen Paradies nicht verdrängt, sondern ihnen auf den Grund gehen möchte. Koste es was es wolle, und sei es sein Leben. Dieser Aufstieg ist im Gegensatz zu dem in Platons Höhlengleichnis, ein überwiegend selbsterstrittener. Der Ausweg kommt aus dem Individuum selber! Er muss gegen harte Widerstände der Gesellschaft erstritten werde. Auch Hegel beschäftigt sich ausführlich mit der Bildungsdebatte, in seiner „Phänomenologie des Geistes.“ (Zitate siehe Power – Point Präsentation)

Die Nostalgiker, die Vorsokratiker: Rückblick in die Antike: In der Antike heißt frei, wer sein Leben nicht auf den Tausch funktionaler Beziehungen verkürzen lässt,... (weiter siehe Zitat von Folie 30) Professor Hrachovec schildert in seinem Rückblick einen Parallelismus mit der aktuellen Klimadebatte, dass wir, wenn es einmal zu spät ist, nur noch melancholisch zurückblicken können, auf das, was wir einmal hatten. Dies sollte bei der Bildung nicht passieren.

„Bildungslosigkeit“...als Verzicht auf verbindliche geistige Traditionen und klassische Bildungsgüter,
scheint zu einer Tradition geworden sein,.... 

Ist heute jedes Wissen, das nicht auf direkten Gelderwerb abzielt unnütz, und Tugend, auf selbiges zu verzichten? Abschließend merkt Professor Hrachovec an, dass die Alarmglocken im Bereich der Weitergabe des kulturellen Erbes läuteten.

Kurz geht Hrachovec auf die aktuelle Bildungsdebatte ein. Er setzt den Slogan: „Gleiche Bildung für alle“ mit dem Wunsches eines „Seegrundstückes für alle“, gleich. Im Sozialstaat ist es unmöglich, dass jeder ein Seegrundstück besitzt, es wird immer einige privilegierte Staatsbürger geben, die sich ein Grundstück am See leisten können. Eine adäquate Ausbildung für viele ist durchaus möglich. Doch eine von allen Ökonomischen Zusammenhängen entkoppelte Bildung der Bildung wegen, diesen Luxus kann es nur für wenige, die über das nötige Kleingeld verfügen geben.

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