Diskussion:Präliminarien (OSP)

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Version vom 11. Oktober 2008, 09:27 Uhr von Andyk (Diskussion | Beiträge) (Windows ist wie Wurst für Vegetarier)
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Wie ein Kollege in der Vorlesung schon angemerkt hat, wurde mit Linux der Durchbruch für Open Source Software erzielt (ab 1992), aber die Idee für Open Source Software und das Copyleft hatte ein gewisser Richard Stallman schon früher. Ab 1985 entwickelte er freie Software (im Sinne von Open Source) unter dem Namen GNU, um jedem die Möglichkeit zu geben dem Diktat proprietärer Software zu entfliehen. Im Jahr 1989 fügte er seine Copyleft-Lizenzen zur bekannten "General Public License" (GPL) zusammen. Diese wurde und wird noch weiterentwickelt und existiert zur Zeit in der Version 3.

Ab 1985 entwickelte er freie Software (im Sinne von Open Source) unter dem Namen GNU [...]

ich nehme das zitat zum anlass, um eine frage zur terminologie zu stellen: ist die rede von "open source" anstatt von "free software" das resultat einer terminologischen ungenauigkeit? oder: wird "open source" bewusst polemisch gegen den "free software" begriff eingesetzt? oder (dritte und letzte möglichkeit, die mir einfällt): wird der unterschied zwischen den beiden begriffen anerkannt, jedoch für die entwicklung der vorlesung als nicht relevant eingestuft? richard stallman ist bekannt für seine scharfe kritik von "open source". siehe http://www.gnu.org/philosophy/open-source-misses-the-point.html auch wenn sich vielleicht die unterschiede in der rechtlichen praxis als schwer erkennbar erweisen, so fällt in dem verlinkten text ganze fünf mal das wort "philosophy", und zwar um einen bereich zu kennzeichnen, in dem sehr wohl der terminologische unterschied auch ein gewaltiger konzeptueller unterschied darstellt. und wenn man weiterhin annimmt, dass stallman hier das wort "philosophy" nicht etwa wie im begriff "corporate philosophy" verwendet, sondern eher in die richtung, in der das wort in einem institut für philosophie gebraucht wird, dann sollte man auch auf stallmans argumente und differenzierungen eingehen. daher meine bitte, ob dieser punkt in der vorlesung geklärt werden könnte, auch nur als vorangehende begriffsbestimmung. --01 00:31, 8. Okt. 2008 (CEST)


Kurz gesagt: im Moment Option 3. Der Hinweis ist berechtigt, aber ich bitte um ein wenig Zeit. Ich habe die Verhältnisse schon in der Vorlesung angedeutet. Andreas Kirchner hat dem Abschnitt die Überschrift gegeben: "Was ist das Open Source Modell": Benutzer:Andyka/Mitschriften/WS08-OSP-E01-03 10 08
In diesem Wiki gibt es schon (aus früheren Lehrveranstaltungen) Darstellungen dieser Zusammenhänge:
Keinesfalls wollte ich mich mit meinem Sprachgebrauch (polemisch) auf eine Seite stellen. Es ist richtig, dass Stallman die Philosophie bemüht, aber das ist allerdings ein Punkt, an dem ich (einleitend) etwas Abstand halten wollte. Der Freiheitsbegriff ist mir in diesem Zusammenhang zu plakativ. Insofern schien mir "open source" besser, denn in dieser Formulierung wird ausgedrückt, was der Grund und der Zweck dieser Freiheit ist, nämlich die Verfügbarkeit des Quellkodes zur Weiterbearbeitung. Für meine philosophische Absicht ist das eine präzisere Terminologie, abgesehen von den politischen Differenzen der Softwareentwicklerinnen. --anna 21:02, 8. Okt. 2008 (CEST)


Unter Informatikern werden die beiden Begriffe "Open Source" und "Free Software" zugegebenermaßen fast immer synonym verwendet. Das stellt meist kein Problem dar und ein jeder weiß, worum es geht. Und zwar um Software, für die der Quelltext verfügbar ist und deren Quelltext bearbeitet und wieder weitergegeben werden darf. Wichtig für den Begriff "freie Software" ist, dass es sich dabei nicht nur um kostenlose Software ("free beer") handelt, sondern um Software, mit der ein jeder machen kann, was er will, solange er Änderungen wieder als freie Software zur Verfügung stellt ("free speech"). Genauso wichtig für den Begriff "Open Source" ist, dass der Quellcode nicht nur verfügbar ist, sondern auch verwendet und verändert werden darf.

Warum kritisiert Richard Stallman den "Open Source"-Begriff? Rein dem Namen nach könnten auch einige Microsoft-Produkte schon fast als "Open Source" tituliert werden, da Microsoft teilweise schon Einblick in den Quellcode gewährt. Das verfehlt natürlich das Ziel von "Open Source", weil keine Modifikation und Weiterverwendung des Quellcodes erlaubt ist. Und darum ist in diesem Fall auch der Begriff "Open Source" nicht gültig und Microsoft spricht von "Shared Source".

Definiert wurde "Open Source" von der Open Source Initiative folgendermaßen:

  • Der Quellcode liegt vor.
  • Die Software darf beliebig kopiert, verbreitet und genutzt werden.
  • Die Software darf verändert und in der veränderten Form weitergegeben werden.

Die beiden Begriffe "Open Source" und "Free Software" stehen sich also sehr nahe, legen aber den Fokus schon vom Namen her auf verschiedene Aspekte. Während "Open Source" die Verfügbarkeit des Quellcodes betont, legt "Free Software" vor allem Wert auf die Freiheiten des Benutzers. Der "Free Software"-Bewegung geht es vor allem um diese Freiheiten und sie zu verteidigen, während "Open Source" praktischer orientiert ist und die praktischen Vorteile von "Open Source" verbreiten will.

Da beide Begriffe nicht optimal die gesamten dahinter versammelten Ideen umfassen und um dem Namensstreit zwischen "Open Source" und "Free Software" zu entgehen, spricht man seit einiger Zeit auch von "Free and Open Source Software" (FOSS). Mit dieser Formulierung ist übrigens auch Richard Stallman zufrieden. --Quellcode 09:54, 8. Okt. 2008 (CEST)

Netbooks: Die Windows-Lizenz ist wie Wurst für Vegetarier

Weil es mir gerade untergekommen ist und weil es mit dem Prinzip von (Free and) Open Source zu tun hat: Gerade am neu etablierten Netbook-Markt (wo Preis, Funktionalität und Systemressourcen eine Rolle spielen) könnten die Vorteile vom lizenzfreien Linux gegenüber dem mehr Ressourcen fressenden Windows für den Endkunden sichtbar werden. Leider zieren sich viele Hersteller noch, Linux-Versionen ab Werk mit ihrer Hardware anzubieten (angeblich auch, weil der durchschnittliche User sie nicht haben möchte). In einem Blog-Eintrag fand im Anschluss eine Diskussion über die verspäteten Linux-Versionen statt, auf die dann ein User (Wurstbrot) antwortete:

mein gott, dann macht euch halt linux drauf. immer dieses ewige rumgepienze, weil linux nicht standardmäßig installiert ist. sonst noch ein bisschen käse zum whine?
sind euch die 10-20 euro, die für die xp lizenz anfallen zu viel oder ist das eher eine prinzipsache?
sorry, dass ich hier so rumbashe, aber ich will wissen, wo verdammt nochmal das problem der user liegt. ist ja echt schlimm, dass hier auf jede release-news erstmal 10 mimimi-posts kommen, weil kein serienmäßiges linux drauf ist.

Darauf ein Anderer (Pinguin) :

Die Linux Variante hat 8 GB mehr an SSD-Speicher für den gleichen Preis. Die fehlen der Windows-Version und zwar deshalb weil sie für das Betriebssystem ausgegeben werden m ü s s e n, das von den Linux-Benutzern nicht gebraucht wird.
Ein Vergleich für Dich, Wurstbrot:
Würde man für die Wurst, die unerwünscht auf dem Brot liegt, weil ich lieber Käse mag, weil ich vielleicht Vergetarier bin, zahlen, sie runternehmen und Käse drauf tun?
Wohl kaum.

--Andyk 11:27, 11. Okt. 2008 (CEST)