Diskussion:Freie und Open Source Software (FOSS) (OSP)

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Version vom 30. Oktober 2008, 18:24 Uhr von Richardd (Diskussion | Beiträge) (Berufsberatung?)
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Berufsberatung? Wer seine Arbeit gerne macht...

Der gestrige Club 2 im ORF ließ mich trotz des gewöhnlich nicht gerade ergiebigen Themas der "Eliten" für einen kurzen Moment schmunzeln, als ein Managementberater auf die Frage: wer denn Schuld habe an der Wirtschaftsmisere, etwas abweichend antwortete, dass es der Gesellschaft an einer ordentlichen Berufsberatung fehle. Das durchaus naive Auftreten und ebendiese Aussage brachten dem Managementberater einige lächelnd verdrehte Augenpaare von Seiten seiner Mitdiskutanten ein. Dennoch ist nicht zu leugnen, dass - und dies ist jetzt auf keinen Fall nur auf den aktuellen Problemfall in der Wirtschaft anwendbar - vielen Menschen die über die jeweiligen Grenzen hinausgehende Qualität und Wirksamkeit einer gut und gerne gemachten Arbeit garnicht bewusst ist.

Die berufsinstitutionelle Ebene jetzt einmal ausblendend, ist es, nun in Bezug auf die Softwareentwicklung, ein Problem, dass kommerzielle Projekte durch einen ökonomischen Filter gebremst werden. Damit meine ich, dass eine qualitative Arbeit in diesem Bereich mit den klassischen Grundsätzen einer Unternehmensführung, die sich auf Auftragsausführungen gegen Bezahlung beschränkt mit den vom Computer und vom Internet gestellten Anforderungen nicht mehr zu Rande kommt, da der Computer und insbesondere das Internet uns zu Kommunikationen und Handlungen zwingt, die absolut nicht absehbar und somit höchstens über große Umwege "abrechenbar" sind. Hier sind OpenSource_Entwickler schon alleine dadurch im Vorteil, dass für eine neue Problemsituation größere Toleranz vorhanden ist. Die Arbeit wird quasi um ihrer selbst Willen erledigt, oder zumindest um das Ergebnis im Endeffekt selbst anzuwenden, wobei Projektgrenzen (und Auftragsgrenzen) auch hier keinen Abschluss der Arbeit suggerieren und auf erbrachte Lösungen sofort neue, zu lösende Probleme folgen.

Inwieweit ist aber so eine Komplexität der unerwarteten Information durch das Internet nicht das gesamte Spektrum der Gesellschaft beeinflussend (--> Dirk Baecker "Studien zur nächsten Gesellschaft")? Vielleicht entspringt in dieser Hinsicht auch die "Berufsberatung" einer überkommenen Vorstellung von Ausbildungsgrenzen, die mitsamt deren wirtschaftlichen Rahmen dazu verleiten die "neuen" Anforderungen zu unterschätzen. --Richardd 19:24, 30. Okt. 2008 (CET)