Diskussion:29. März 2012: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 9. Mai 2012, 06:26 Uhr

Link zum VO-Stream: http://audiothek.philo.at/media/05-tiefenpsychologie-ii --A1001199 08:26, 9. Mai 2012 (CEST)

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Mirr.jpg

--CoS 15:42, 30. Mär. 2012 (CEST)

Dazu würde ich gerne eine persönliche Erfahrung ergänzen. Ich arbeite seit einiger Zeit mit Kindern und Jugendlichen und kenne diese You-tube-Videos, wo der Spiegel eine unglaubliche Macht über Menschen bekommt. Dabei schaut sich immer jemand in den Spiegel, murmelt irgendwelche Worte (da gibt es verschiedene "Zauberformeln"), dreht sich um die eigene Achse und plötzlich (oder spätestens am nächsten Tag, wieder abhängig davon welches Video man sich ansieht), passiert irgendetwas Schlimmes (von blutigen Wunden über das Wahnsinnigwerden bis hin zum Tod) meist der Person die in den Spiegel geschaut hat. Die Kinder und Jugendlichen hatten jedes Mal unglaubliche Angst nachdem sie diese Videos gesehen hatten. Interessant ist, dass sie dem Spiegel eine geheimnisvolle Macht zuschreiben, wie es ihrem Alter eigentlich nicht entspricht. So hatte ich z.B. mit 13-jährigen zu tun, die folgendes "Bloody Mary"-Video sahen: Man sieht das Spiegelbild eines Mädchens, das diese Worte dreimal wiederholt und plötzlich erscheint im Spiegelbild eine Person (ein Blick über die Schulter) die das Mädchen umbringt. Ich habe die Jugendlichen gefragt, warum sich das Mädchen nicht umdreht und wehrt, ob es denn so erschrocken sei, woraufhin sie mir antworteten, dass die Person lediglich im Spiegel sei, dass man sich also nicht gegen sie wehren könne. Ihrer Meinung nach zeigt der Spiegel mehr als das real Vorhandene, was mich an das Gemälde erinnert, das wir in der letzten Einheit gesehen haben, auf dem das Königspaar zu sehen ist, das im Raum nicht auszumachen ist. Es scheint, als ob man dem Spiegel eine gewisse Macht zuschreiben würde mehr zu zeigen, als tatsächlich vorhanden ist.--Tk 08:40, 2. Apr. 2012 (CEST)



Das ist wiederum sehr intressant gedacht auf die Zeit des Spiegelstadiums...habe einen Text entdeckt, der teilweise etwas fragwürdig erscheint, mir zumindest, vor allem was die Idee mit dem Begriff 'Selbst' betrifft. Aber, wie auch immer, die Ausführungen zum Spiegelstadium sind nicht schlecht, vor allem die Erläuterungen zu den Begriffen wie Imago und Person. Hier noch so ein Video eines kleinen Kindes, vor einem Spiegel, welches u.a. eine Art Fort-Da 'ausprobiert'.

Was die Spiegel betrifft, das sich-spiegeln-in, "sich sehen wo man nicht ist" (aus dem obigen Text) habe ich mich gefragt, was sich da etabliert für den Moment, wo man selbst sich warum auch immer betrachtet. Warum empfindet man es als störend, oder vielleicht sogar unheimlich, wenn in dem Moment eine andere Person 'hinten' im Bild auftaucht, also hinter mir, aber auch vor mir - im Spiegel. Ich war in einem Bekleidungsgeschäft und dachte mal, ich suche quasi nach Reaktionen. Wenn sich jemand im Spiegel betrachtet, also näher betrachtet, irgendwie sozusagen das Bild prüft, ob die Kleidung gut sitzt und so weiter - also es ist kein kurzes, zufälliges sich anschauen. Wenn man hier nun im Spiegel auftaucht, hinter der Person und gleichzeitig vor der Person, dann ist da eine Art echtes Erschrecken oder so zu. Das ist nur ein kurzer Moment, auf den dann eine Art Empörung folgt, weil die Aktion natürlich auch etwas unangebracht vieleicht ist. Jedenfalls ist da was, eine Art Raum, der sich bildet von der Person, die sich betrachtet zum Bild hin. Vielleicht ist dieses Auftauchen von jemand anderem eine Art Einbruch in diesen Raum. Die Seitenverkehrung wird klarer, da die Person vor mir hinter mir ist und ich herausgerissen würde aus diesem Bildraum? Neben dem Spiegel auftauchen, dass erzeugt etwas anderes. Hier ist kaum oder kein, eher kein Erschrecken, sondern nur quasi Empörung. Als würde man erscheinend als Bild neben dem Spiegelbild nicht stören. Dagegen wiederum, wenn ich hinter mir bekannten Personen auftauchte, war da das Erschrecken weniger, oder kaum mehr, garnicht?(also mir bekannte Personen=diejenigen die zum Einkaufen im Geschäft waren)


So gesehen zeige der Spiegel nicht Mehr als vorhanden, aber eigentlich auch nicht Weniger. Ist jetzt die Frage, wie man diese Bloody Mary Sachen, Candyman und Co angehen kann. Diese Wesen, meist Geister, die aus welchen Gründen auch immer noch herumspuken und via des Mediums Spiegel wieder wirken können, sich rächen? Diese Bloody Mary wirkt, wenn ich das richtig auf youtube gesehen habe, 'aus' dem Spiegel heraus. Candyman dagegen, wenn ich recht erinnere, steht tatsächlich hinter der Person, die ihn rief, aber das Rufen über den Spiegel ist auch hier notwendig. Im Spiegel würde er ja ebenfalls hinter der Person stehen, aber in diesem Film sieht sie ihn nicht im Spiegel, wenn ich mich recht erinnere. Es gibt da noch diesen Film "the Ring", wo ebenfalls ein sich noch herumtreibender Geist, ein Mädchen, diejenigen tötet, die sie 'rufen'. Ich glaube, sie taucht u.a. über den Bildschirm auf, ein Fernsehbildschirm? Und sie kriecht dann in abgehackten, wie zerstückelnden Bewegungen auf den Protagonisten -aber auch auf uns Zusehende-zu. Vielleicht drücken diese Filme aus, das ein Spiegelbild etwas birgt, also etwas in sich hat, was wir nicht kontrollieren können, oder vielleicht eher, herbeisehnen? Weil - warum ruft man bloodymary oder wen auch immer, wissend, das man stirbt? Eine Art 'Wahrheit', die aber nicht ertragbar wäre?

Und was ist mit Schneewittchen, eher deren Stiefmutter, die den Spiegel befragt, ob sie die 'Schönste im ganzen Land' sei. Hier ist der Spiegel eher der, der einem eine vermeintliche Wahrheit sagt? Oder eher das, was man 'hören' will, eher die Wahrheit, weil er ja die Stiefmutter dann ja bald nicht mehr bestätigt, so eine Art Anderer, im Sinne der Bezugsperson, der dem kleinen Kind die Brücke schlägt, das bist du im Spiegel?? --CoS 22:10, 4. Apr. 2012 (CEST)


Betraffemd der Situation, dass plötzlich eine fremde Person im Spiegelbild auftaucht und das diese Person störend bzw beängstigent wirkt denke ich, dass der vorgang des sich selbst im Spiegel betrachtens etwas privates ist. Man versenkt sich in das Spiegelbild und betrachtet sich selbst. Das ist ein sehr intimer Vorgang, da man sich ja in dem Moment nur auf sich selbst konzentriert. Aber man wechselt gleichzeitig auch die Perspektive und betrachet sich selbst. Also ein Wechselspiel, in dem man ständig die Rollen wechseltzwischen sich selbst betrachten und das was man sieht auf sich slbst beziehen. Das bedarf großer Konzentration, aber auch Abstraktionsvermögen. Darüber hinaus muss man ja das was man sieht in sein Selbstbild und seine Persönlichkeit integrieren können. Da ist es nur natürlich, dass man dabei nicht gestört werden möchte, bzw so konzentriert ist, dass man über das plötzliche Auftauschen eienr fremden Person erschrickt. Gerade in dieser Situation ist man wahrscheindlich besonders verletzlich und man fühlt sich um so mehr durch eine fremde beobachtende Person gestört. Ein weitere Aspekt wäre, dass der fremde Blick im Spiegel eher auf Dinge aufmerksam macht, die man selbst nicht sehen möchte, die man verdrängt oder zu vertuschen versucht. (LEI)


und was würde man da nicht sehen wollen?

und noch ein Bild

Image.jpg

--CoS 22:52, 16. Apr. 2012 (CEST)

Ein paar Gedanken zum Spiegel und das sich zurecht legen/rücken, gerade auch im Bekleidungsgeschäfte: das ist meist auch Idealisierung, Optimierung des Bildes, der Versuch das "moi" darin zu finden vielleicht; sich zurechtzustellen eine fragile Angelegenheit, meist auch so intim, dass man nicht dabei verweilen will, wenn man beobachtet wird. Der wohlwollende oder kritische Blick auf sich selbst im Spiegel wird selten fortgesetzt, wenn einem jemand dabei über die Schulter blickt. Das Blicken in den Spiegel ist doch immer die Frage: wie bin ich? Bin ich so wie ich glaube dass ich bin, oder muss ich mein (inneres) Bild von mir korrigieren, bzw. finde ich mein inneres Bild im Spiegl, etc.. Der andere Blick fordert doch eher die Frage heraus: wer bin ich für dich? Noch dazu wenn diese fremde Blick in die Selbstbetrachtung eindringt. Ich denke das Erschrecken kommt vielleicht daher, dass wir wissen das das nicht dasselbe ist, dass wir das nicht wissen können, wie wir gerade – vielleicht unvorbereitet, überrascht von dem plötzlich in den Spiegel blickenden anderen – ausgesehen haben. Das reißt die Frage „wer/wie bin ich“, die man gerade versucht hat für sich zu beantworten (vielleicht auch etwas vertieft und damit vielleicht offener, schutzloser) viel tiefer auf, in einen Bereich wo wir keine Antwort haben können. Ich denke dabei an die Gottesanbeterin im Seminar X – auch im Spiegel sieht man sich ja selbst nie so wie einen der andere (im Spiegel) sieht. --Dl 12:55, 20. Apr. 2012 (CEST)


Dazu fällt mir dieses "Ich sehe dich" ein - das eine Person zu einer anderen sagen könnte. Im Film "Avatar" ist das so eine Art Schlüsselsatz, der so etwas sagen soll wie, ich sehe dich in dir, oder so. Vor Kurzem laß ich etwas, ich weiß nicht mehr was, aber darüber kam ich zu dem Gedanken eines Blickens durch sein/ihr Phantasma, ausgehend davon, dass das grundlegend sei und mein Blick von meiner Be/Gefangenheit, Konstitierung, meiner Strukturen, was auch immer, grundlegend geprägt sei. Somit wäre ein ich sehe dich eine Unmöglichkeit, ähnlich dem sich sich sehen sehen oder wie dies formuliert ist. Das eigene Phantasma wie eine Art Milchglasscheibe, oder geprägte, gemusterte Glasscheibe. Jetzt zu Holbeins 'die Gesandten', man sieht, wenn man die Perspektive wechselt, wenn man eine andere Position einnimmt. Wie wäre es das zu denken in Bezug auf diese Glasscheibe, dem Phantasma, die vielleicht an manchen Stellen klarer ist, weniger gemustert, kann man hier die Position ändern, um zu 'sehen'. Was gäbe es da dann überhaupt zu sehen? Vielleicht suggeriert der Blick einer fremden Person im Rahmen des eigenen Spiegelbilds quasi diese Art 'sehen'? Wie etwas das hereintritt, in diesen Spiegelbildraum, aber eben nicht im Kontext dieses Vertieftseins ist - dieses "sich zurechtzustellen eine fragile Angelegenheit" - sondern eben in ...stabiler Verfassung eintritt? (stabil erscheinend, im Sinne von ausgehend von der Person, die innerhalb des Spiegelraumes ist, für diese so erscheinend, nicht das ein anderes in diesem Raum an sich stabil wäre, vermutlich)

Die Gottesanbeterin in Seminar X, da tappe ich im Dunkeln. Lacan beschreibt, dass er sein eigenes Bild im rätselhaften Augenball des Insekts nicht sehen konnte. Sagt das, da kommt nichts zurück, die Unsicherheit die sich breit macht, weil keine Antwort kommt, er sich nicht sieht im Anderen, anderen. Also hier wäre der andere, die Gottesanbeterin quasi ganz ohne sich, da sie nur Bild bleibt? --CoS 16:35, 21. Apr. 2012 (CEST)

Banksy.jpg