Diskussion:25. Oktober 2012: Unterschied zwischen den Versionen

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Naturgaben sind somit immer 'gut' oder 'böse' ''im Verhältnis'' zur jeweiligen Absicht des Willens. Der Wille ist uneingeschränkt gut, also: unser Potential zur Ausgeglichenheit, Gelassenheit ist immer gegeben. Aber: Wir wollen sollen - aber jede/r für sich, in eigener Verantwortung und im jeweiligen Bereich des Möglichen - wir 'übersetzen' wenn, jeweils-jeweilig anders?!
 
Naturgaben sind somit immer 'gut' oder 'böse' ''im Verhältnis'' zur jeweiligen Absicht des Willens. Der Wille ist uneingeschränkt gut, also: unser Potential zur Ausgeglichenheit, Gelassenheit ist immer gegeben. Aber: Wir wollen sollen - aber jede/r für sich, in eigener Verantwortung und im jeweiligen Bereich des Möglichen - wir 'übersetzen' wenn, jeweils-jeweilig anders?!
Zum Sinn noch was, würds gern verlinken, aber das is inzwischen so kompliziert geworden... jedenfalls von 'nichtlustig.de' der Comic "Fussel"..sagt alles und nichts. Und da liegt genau oder irgendwie irgendwo Sinn? --[[Benutzer:CoS|CoS]] 20:42, 30. Okt. 2012 (CET)
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Zum Sinn noch was, würds gern verlinken, aber das is inzwischen so kompliziert geworden... jedenfalls von 'nichtlustig.de' der Comic "Fussel"..sagt alles und nichts. Und da liegt genau oder irgendwie irgendwo Sinn? (Mh, vielleicht weil 'hier' die Strukturen Ich weiß, ich weiß nicht,aber, ich weiß nicht aufgelöst sind?) --[[Benutzer:CoS|CoS]] 20:42, 30. Okt. 2012 (CET)

Version vom 30. Oktober 2012, 19:55 Uhr

Kurz eine Anmerkung zu: "Du sollst, weil du sollst", Laplanche zitiert Kant oder ist das seine Interpretation von Kant (Laplanche 2004:904)? Soweit ich weiß, läuft es bei Kant nicht darauf raus, zu sollen, weil man soll, sondern zu wollen, das man soll. Das Wollen, das findet sich im guten Willen, der Basis sei dafür, unabhängig von Neigungen zu handeln. Die 'Überlegung', eine Handlung zu vollführen, das Wollen zu einer Handlung oder so, unabhängig des Ergebnisses und unabhängig der Wirkung, unabhängig des Zwecks, der erreicht werden will (vgl. Kant, GMS AA393-394). Das ist eine tatsächlich sehr grobe Zusammenfassung, aber es geht eben weniger um das Sollen, sondern um das Wollen. Hier zeigt sich die potentiell grausame Seite des Über-Ichs? Du mußt deine Großmutter besuchen und dich außerdem darüber freuen" (Žižek, S.35 im Katalog: Bourgeois, Holzer,Lang - Kunsthalle Wien 1998/1999). Also nicht nur: du sollst - sie besuchen - weil du sollst, sondern freu dich gefälligst darüber! -> Ein Sollen wird zum Wollen, ob man 'will oder nicht'.

Ein Beispiel, das einen ein stärkeres Gebot aussprechenden Zwang anzeige, der Schein einer freien Entscheidung (vgl. ebd. S.35). Das übertragen nun wieder auf die rätselhaften Botschaften: Etwas unübersetztes, das weiterwirkt, Über-Ich-haftes, wie es Laplanche nennt. Weiter wirkend im Sinne von etwas ebenfalls Über-Ich-haftem der Mutter beispielsweise? Wie 'nah steht' das Über-Ich dem Unbewussten? Bei Freud ist das Über-Ich eher etwas 'späteres'? Sich etablierend entlang der 2. Bezugsperson (Vater) und "im weiteren Verlauf [..] haben Lehrer und Autoritäten die Vaterrolle fortgeführt" (Freud 1923, GW XIII od Das Ich und das Es S.191) Und anlehend an obigstens: Sei die Beziehung des Über-Ichs zum Ich nicht nur "So wie der Vater sollst du sein" und ebenso "So wie der Vater darfst du nicht sein"(ebd. S.188) - was meint Laplanche wenn er vom Über-Ich spricht? Bei Žižek denkt man an etwas früheres als Vaterpositionen usw. Ist das Über-Ich vielleicht eine Art Spitze eines (eingeklemmten) Eisbergs und weniger eine Instanz, die uns 'gesellschaftsfähig' macht salopp gesagt? --CoS 22:58, 25. Okt. 2012 (CEST)

Es scheint auch mir das Wollen ein essentieller Bestandteil des Kant’schen kategorischen Imperativs zu sein, er stützt sich dabei ja auf seine Vorstellung eines vollkommenen guten/göttlichen/heiligen Willens, über den er sagt „das Sollen ist hier am unrechten Orte, weil das Wollen schon von selbst mit dem Gesetz notwendig einstimmig ist.“ (Kant, Kritik der praktischen Vernunft, S. 43), was Sollen und Wollen also quasi gleichsetzt? Die Aussage in die das Zitat (die Interpretation?) Kant’s in Laplanches’s Text eingebettet ist, dass der kategorische Imperativ „von Naur aus unübersetzbar ist in etwas anderen als ihn selbst […] es ist unmöglich, darüber durch welche Begründung auch immer Aufschluss zu bekommen.“ (Laplanche, Die rätselhaften Botschaften des Anderen, S. 904) scheint sich aber mit derer Kant’s „Der kategorische Imperativ würde der sein, welcher eine Handlung für sich selbst, ohne Beziehung auf einen anderen Zweck, als objektiv-notwendig vorstellte.“ (Kant, ebd., S. 43) zu decken? Ich habe das so aufgefasst, dass dieser also keinen Sinn, außer sich selbst, hat und somit in das Muster eines unverstandenen Signifikanten bzw. einer unübersetzbaren Botschaft passt, die Laplanche’s Unbewusstes bilden.

Für mich interessant war außerdem Laplanche’s Differenzierung zwischen hereditärem sexuellen Instinkt und Trieb intersubjektiven Ursprungs (vgl. Laplanche, ebd., S. 901), sowie Aussagen über Ursprung und Inhalt des Unbewussten, wie das „Infans, das noch kein Unbewusstes und auch nicht den Gegensatz unbewußt/vorbewußt ausgebildet hat“ (Laplanche, ebd., S. 901), sowie „Es ist offensichtlich, dass das Unbewusste vom Sexuellen gekennzeichnet ist, da es ja seinen Ursprung in der durch das Sexuelle kompromißhaft gebildeten Erwachsenenbotschaft hat.“ (Laplanche, ebd., S. 902), da sie der, wohl der Laienpsychologie entstammenden, Vorstellung von Unbewusstem chronologisch vor Bewusstem widersprechen, sich das Infans also allem bewusst ist? --A0703562 19:34, 29. Okt. 2012 (CET)



Dieser Gedanke ist interessant, was du meintest:"dass dieser also keinen Sinn, außer sich selbst, hat und somit in das Muster eines unverstandenen Signifikanten bzw. einer unübersetzbaren Botschaft passt, die Laplanche’s Unbewusstes bilden."

Also nur mal gschwind zu Kant: Das könnte greifen, weil: Der kat. Imp. keine allgemeine Regel darstellt und aber doch. Beispielsweise die zehn Gebote, sie stellen ein Regelwerk dar, vermeintlich moralisches Verhalten, vermeintlich gutes Handeln. Sie sind ein Rahmen, wie es immer irgendwelche Rahmen geben wird, an denen wir uns orientieren oder auch nicht, jede/r anders. Der kategorische Imperativ wiederum wäre ein Werkzeug, diese zu hinterfragen, die Beziehungsform zu diesen bspweise zehn Geboten. In diesem (kat.Imp) liegt ein Sollen, aber ein solches das unser 'Vermögen darstellt zur Einsicht' und vor allem selbstverantwortlichen Handeln (für Kant ist so etwas wie Freiheit gegeben, glaube ich) ?! Das tut jede/r für sich wiederum - der kat. Imp. wäre ein allgemeines Werkzeug, aber ohne allgemeinen Sinn !?!

Aber: ist der Signifikant, oder die rätselhafte Botschaft dann doch was anderes als ein kat. Imperativ? Kant unterscheidet zwischen Natur und Vernunft: 1)Natur/Glücksgaben (Talente des Geistes,Eigenschaften des Temperaments, .. Macht, Ruhm, Gesundheit), diese unsrigen Eigenschaften sind jeweils ein Beitrag zur Glückseeligkeit -> tun wir mal so, als wäre die Glückseeligkeit das Durchschreiten des Phantasmas, oder das Entschlüsseln der räts. Botschaften. Wir 'bestehen aus' auch Naturgaben - deren Wert wird durch den Kontext, in dem sie angewendet werden, eingeschränkt (vgl. Schönecker, Wood 2002:42f) -> also sie sind "nicht ohne Einschränkung gut"(GMS, AA 394) - was sie einschränkt ist abhängig vom Wert des Willens, der "von ihnen Gebrauch macht" (GMS AA 394). Nur der gute Wille ist ohne Einschränkung gut, da wir Menschen sind, Subjekte, ist dieser gute Wille in uns, aber eingefärbt von Naturgaben. Übersetzt in die Thematik der psychoanalytischen Theorie vielleicht so: Grundsätzlich ist eine Art Gelassenheit Grundlage, ein ausgewogen-sein von beispielsweise Über-Ich,Es,Ich (aber im Sinne von subjektiv ausgewogen, jeweils-jeweilig für jeden auf seine/ihre Weise). Aber potentiell immer möglich. Aufgrund der Subjektwerdung, familiärer Kontext, Mutter- und Vaterfigur usw - eingefärbt - es 'werden' Naturgaben -> wir werden.

Das Verhältnis guter Wille und der "bedingt guten Sache" (Naturgabe, Charaktereigenschaft..) = Verhältnis zwischen dem unbedingt Guten als Bedingung und dem bedingt Guten als Bedingung (Schönecker, Wood 2002:43)

Naturgaben sind somit immer 'gut' oder 'böse' im Verhältnis zur jeweiligen Absicht des Willens. Der Wille ist uneingeschränkt gut, also: unser Potential zur Ausgeglichenheit, Gelassenheit ist immer gegeben. Aber: Wir wollen sollen - aber jede/r für sich, in eigener Verantwortung und im jeweiligen Bereich des Möglichen - wir 'übersetzen' wenn, jeweils-jeweilig anders?! Zum Sinn noch was, würds gern verlinken, aber das is inzwischen so kompliziert geworden... jedenfalls von 'nichtlustig.de' der Comic "Fussel"..sagt alles und nichts. Und da liegt genau oder irgendwie irgendwo Sinn? (Mh, vielleicht weil 'hier' die Strukturen Ich weiß, ich weiß nicht,aber, ich weiß nicht aufgelöst sind?) --CoS 20:42, 30. Okt. 2012 (CET)