Diskussion:25. Oktober 2012: Unterschied zwischen den Versionen

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Und anlehend an obigstens: Sei die Beziehung des Über-Ichs zum Ich nicht nur "So wie der Vater sollst du sein" und ebenso "So wie der Vater darfst du nicht sein"(ebd. S.188) - was meint Laplanche wenn er vom Über-Ich spricht? Bei Žižek denkt man an etwas früheres als Vaterpositionen usw. Ist das Über-Ich vielleicht eine Art Spitze eines (eingeklemmten) Eisbergs und weniger eine Instanz, die uns 'gesellschaftsfähig' macht salopp gesagt? --[[Benutzer:CoS|CoS]] 22:58, 25. Okt. 2012 (CEST)
 
Und anlehend an obigstens: Sei die Beziehung des Über-Ichs zum Ich nicht nur "So wie der Vater sollst du sein" und ebenso "So wie der Vater darfst du nicht sein"(ebd. S.188) - was meint Laplanche wenn er vom Über-Ich spricht? Bei Žižek denkt man an etwas früheres als Vaterpositionen usw. Ist das Über-Ich vielleicht eine Art Spitze eines (eingeklemmten) Eisbergs und weniger eine Instanz, die uns 'gesellschaftsfähig' macht salopp gesagt? --[[Benutzer:CoS|CoS]] 22:58, 25. Okt. 2012 (CEST)
  
Es scheint auch mir das Wollen ein essentieller Bestandteil des Kant’schen kategorischen Imperativs zu sein, er stützt sich dabei ja auf seine Vorstellung eines vollkommenen guten/göttlichen/heiligen Willens, über den er sagt „das Sollen ist hier am unrechten Orte, weil das Wollen schon von selbst mit dem Gesetz notwendig einstimmig ist.“ (Kant, stw 56, S. 43), was Sollen und Wollen also quasi gleichsetzt?
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Es scheint auch mir das Wollen ein essentieller Bestandteil des Kant’schen kategorischen Imperativs zu sein, er stützt sich dabei ja auf seine Vorstellung eines vollkommenen guten/göttlichen/heiligen Willens, über den er sagt „das Sollen ist hier am unrechten Orte, weil das Wollen schon von selbst mit dem Gesetz notwendig einstimmig ist.“ (Kant, Kritik der praktischen Vernunft, S. 43), was Sollen und Wollen also quasi gleichsetzt?
Die Aussage in die das Zitat (die Interpretation?) Kant’s in Laplanches’s Text eingebettet ist, dass der kategorische Imperativ „von Naur aus unübersetzbar ist in etwas anderen als ihn selbst […] es ist unmöglich, darüber durch welche Begründung auch immer Aufschluss zu bekommen.“ (Laplanche, S. 904) scheint sich aber mit derer Kant’s „Der kategorische Imperativ würde der sein, welcher eine Handlung für sich selbst, ohne Beziehung auf einen anderen Zweck, als objektiv-notwendig vorstellte.“ (Kant, stw 56, S. 43) zu decken?
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Die Aussage in die das Zitat (die Interpretation?) Kant’s in Laplanches’s Text eingebettet ist, dass der kategorische Imperativ „von Naur aus unübersetzbar ist in etwas anderen als ihn selbst […] es ist unmöglich, darüber durch welche Begründung auch immer Aufschluss zu bekommen.“ (Laplanche, Die rätselhaften Botschaften des Anderen, S. 904) scheint sich aber mit derer Kant’s „Der kategorische Imperativ würde der sein, welcher eine Handlung für sich selbst, ohne Beziehung auf einen anderen Zweck, als objektiv-notwendig vorstellte.“ (Kant, ebd., S. 43) zu decken?
 
Ich habe das so aufgefasst, dass dieser also keinen Sinn, außer sich selbst, hat und somit in das Muster eines unverstandenen Signifikanten bzw. einer unübersetzbaren Botschaft passt, die Laplanche’s Unbewusstes bilden.
 
Ich habe das so aufgefasst, dass dieser also keinen Sinn, außer sich selbst, hat und somit in das Muster eines unverstandenen Signifikanten bzw. einer unübersetzbaren Botschaft passt, die Laplanche’s Unbewusstes bilden.
  
Für mich interessant war außerdem Laplanche’s Differenzierung zwischen hereditärem sexuellen Instinkt und Trieb intersubjektiven Ursprungs (vgl. Laplanche, S. 901), sowie Aussagen über Ursprung und Inhalt des Unbewussten, wie das „Infans, das noch kein Unbewusstes und auch nicht den Gegensatz unbewußt/vorbewußt ausgebildet hat“ (Laplanche, S. 901), sowie „Es ist offensichtlich, dass das Unbewusste vom Sexuellen gekennzeichnet ist, da es ja seinen Ursprung in der durch das Sexuelle kompromißhaft gebildeten Erwachsenenbotschaft hat.“ (Laplanche, S. 902), da sie der, wohl der Laienpsychologie entstammenden, Vorstellung von Unbewusstem chronologisch vor Bewusstem widersprechen, sich das Infans also allem bewusst ist?
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Für mich interessant war außerdem Laplanche’s Differenzierung zwischen hereditärem sexuellen Instinkt und Trieb intersubjektiven Ursprungs (vgl. Laplanche, ebd., S. 901), sowie Aussagen über Ursprung und Inhalt des Unbewussten, wie das „Infans, das noch kein Unbewusstes und auch nicht den Gegensatz unbewußt/vorbewußt ausgebildet hat“ (Laplanche, ebd., S. 901), sowie „Es ist offensichtlich, dass das Unbewusste vom Sexuellen gekennzeichnet ist, da es ja seinen Ursprung in der durch das Sexuelle kompromißhaft gebildeten Erwachsenenbotschaft hat.“ (Laplanche, ebd., S. 902), da sie der, wohl der Laienpsychologie entstammenden, Vorstellung von Unbewusstem chronologisch vor Bewusstem widersprechen, sich das Infans also allem bewusst ist?
 
--[[Benutzer:A0703562|A0703562]] 19:34, 29. Okt. 2012 (CET)
 
--[[Benutzer:A0703562|A0703562]] 19:34, 29. Okt. 2012 (CET)

Version vom 29. Oktober 2012, 19:07 Uhr

Kurz eine Anmerkung zu: "Du sollst, weil du sollst", Laplanche zitiert Kant oder ist das seine Interpretation von Kant (Laplanche 2004:904)? Soweit ich weiß, läuft es bei Kant nicht darauf raus, zu sollen, weil man soll, sondern zu wollen, das man soll. Das Wollen, das findet sich im guten Willen, der Basis sei dafür, unabhängig von Neigungen zu handeln. Die 'Überlegung', eine Handlung zu vollführen, das Wollen zu einer Handlung oder so, unabhängig des Ergebnisses und unabhängig der Wirkung, unabhängig des Zwecks, der erreicht werden will (vgl. Kant, MdS AA393-394). Das ist eine tatsächlich sehr grobe Zusammenfassung, aber es geht eben weniger um das Sollen, sondern um das Wollen. Hier zeigt sich die potentiell grausame Seite des Über-Ichs? Du mußt deine Großmutter besuchen und dich außerdem darüber freuen" (Žižek, S.35 im Katalog: Bourgeois, Holzer,Lang - Kunsthalle Wien 1998/1999). Also nicht nur: du sollst - sie besuchen - weil du sollst, sondern freu dich gefälligst darüber! -> Ein Sollen wird zum Wollen, ob man 'will oder nicht'.

Ein Beispiel, das einen ein stärkeres Gebot aussprechenden Zwang anzeige, der Schein einer freien Entscheidung (vgl. ebd. S.35). Das übertragen nun wieder auf die rätselhaften Botschaften: Etwas unübersetztes, das weiterwirkt, Über-Ich-haftes, wie es Laplanche nennt. Weiter wirkend im Sinne von etwas ebenfalls Über-Ich-haftem der Mutter beispielsweise? Wie 'nah steht' das Über-Ich dem Unbewussten? Bei Freud ist das Über-Ich eher etwas 'späteres'? Sich etablierend entlang der 2. Bezugsperson (Vater) und "im weiteren Verlauf [..] haben Lehrer und Autoritäten die Vaterrolle fortgeführt" (Freud 1923, GW XIII od Das Ich und das Es S.191) Und anlehend an obigstens: Sei die Beziehung des Über-Ichs zum Ich nicht nur "So wie der Vater sollst du sein" und ebenso "So wie der Vater darfst du nicht sein"(ebd. S.188) - was meint Laplanche wenn er vom Über-Ich spricht? Bei Žižek denkt man an etwas früheres als Vaterpositionen usw. Ist das Über-Ich vielleicht eine Art Spitze eines (eingeklemmten) Eisbergs und weniger eine Instanz, die uns 'gesellschaftsfähig' macht salopp gesagt? --CoS 22:58, 25. Okt. 2012 (CEST)

Es scheint auch mir das Wollen ein essentieller Bestandteil des Kant’schen kategorischen Imperativs zu sein, er stützt sich dabei ja auf seine Vorstellung eines vollkommenen guten/göttlichen/heiligen Willens, über den er sagt „das Sollen ist hier am unrechten Orte, weil das Wollen schon von selbst mit dem Gesetz notwendig einstimmig ist.“ (Kant, Kritik der praktischen Vernunft, S. 43), was Sollen und Wollen also quasi gleichsetzt? Die Aussage in die das Zitat (die Interpretation?) Kant’s in Laplanches’s Text eingebettet ist, dass der kategorische Imperativ „von Naur aus unübersetzbar ist in etwas anderen als ihn selbst […] es ist unmöglich, darüber durch welche Begründung auch immer Aufschluss zu bekommen.“ (Laplanche, Die rätselhaften Botschaften des Anderen, S. 904) scheint sich aber mit derer Kant’s „Der kategorische Imperativ würde der sein, welcher eine Handlung für sich selbst, ohne Beziehung auf einen anderen Zweck, als objektiv-notwendig vorstellte.“ (Kant, ebd., S. 43) zu decken? Ich habe das so aufgefasst, dass dieser also keinen Sinn, außer sich selbst, hat und somit in das Muster eines unverstandenen Signifikanten bzw. einer unübersetzbaren Botschaft passt, die Laplanche’s Unbewusstes bilden.

Für mich interessant war außerdem Laplanche’s Differenzierung zwischen hereditärem sexuellen Instinkt und Trieb intersubjektiven Ursprungs (vgl. Laplanche, ebd., S. 901), sowie Aussagen über Ursprung und Inhalt des Unbewussten, wie das „Infans, das noch kein Unbewusstes und auch nicht den Gegensatz unbewußt/vorbewußt ausgebildet hat“ (Laplanche, ebd., S. 901), sowie „Es ist offensichtlich, dass das Unbewusste vom Sexuellen gekennzeichnet ist, da es ja seinen Ursprung in der durch das Sexuelle kompromißhaft gebildeten Erwachsenenbotschaft hat.“ (Laplanche, ebd., S. 902), da sie der, wohl der Laienpsychologie entstammenden, Vorstellung von Unbewusstem chronologisch vor Bewusstem widersprechen, sich das Infans also allem bewusst ist? --A0703562 19:34, 29. Okt. 2012 (CET)