Diskussion:25. Oktober 2012: Unterschied zwischen den Versionen

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Kurz eine Anmerkung zu: "Du sollst, weil du sollst", Laplanche zitiert Kant oder ist das seine Interpretation von Kant (Laplanche 2004:904)? Soweit ich weiß, läuft es bei Kant nicht darauf raus, zu sollen, weil man soll, sondern zu '''''wollen''''', das man soll.  
 
Kurz eine Anmerkung zu: "Du sollst, weil du sollst", Laplanche zitiert Kant oder ist das seine Interpretation von Kant (Laplanche 2004:904)? Soweit ich weiß, läuft es bei Kant nicht darauf raus, zu sollen, weil man soll, sondern zu '''''wollen''''', das man soll.  
Das Wollen, das findet sich im guten Willen, der Basis sei dafür, unabhängig von Neigungen zu handeln. Die 'Überlegung', eine Handlung zu vollführen, das Wollen zu einer Handlung oder so, unabhängig des Ergebnisses und unabhängig der Wirkung, unabhängig des Zwecks, der erreicht werden will (vgl. Kant, MdS AA393-394). Das ist eine tatsächlich sehr grobe Zusammenfassung, aber es geht eben weniger um das Sollen, sondern um das Wollen. Hier zeigt sich die potentiell grausame Seite des Über-Ichs? ''Du mußt deine Großmutter besuchen und dich außerdem darüber freuen''" (Žižek, S.35 im Katalog: Bourgeois, Holzer,Lang - Kunsthalle Wien 1998/1999). Also nicht nur: du sollst - sie besuchen - weil du sollst, sondern freu dich gefälligst darüber!
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Das Wollen, das findet sich im guten Willen, der Basis sei dafür, unabhängig von Neigungen zu handeln. Die 'Überlegung', eine Handlung zu vollführen, das Wollen zu einer Handlung oder so, unabhängig des Ergebnisses und unabhängig der Wirkung, unabhängig des Zwecks, der erreicht werden will (vgl. Kant, MdS AA393-394). Das ist eine tatsächlich sehr grobe Zusammenfassung, aber es geht eben weniger um das Sollen, sondern um das Wollen. Hier zeigt sich die potentiell grausame Seite des Über-Ichs? ''Du mußt deine Großmutter besuchen und dich außerdem darüber freuen''" (Žižek, S.35 im Katalog: Bourgeois, Holzer,Lang - Kunsthalle Wien 1998/1999). Also nicht nur: du sollst - sie besuchen - weil du sollst, sondern freu dich gefälligst darüber! -> Ein Sollen wird zum Wollen, ob man 'will oder nicht'.
  
 
Ein Beispiel, das einen ein stärkeres Gebot aussprechenden Zwang anzeige, der Schein einer freien Entscheidung (vgl. ebd. S.35). Das übertragen nun wieder auf die rätselhaften Botschaften: Etwas unübersetztes, das weiterwirkt, Über-Ich-haftes, wie es Laplanche nennt. Weiter wirkend im Sinne von etwas ebenfalls Über-Ich-haftem der Mutter beispielsweise? Wie 'nah steht' das Über-Ich dem Unbewussten?
 
Ein Beispiel, das einen ein stärkeres Gebot aussprechenden Zwang anzeige, der Schein einer freien Entscheidung (vgl. ebd. S.35). Das übertragen nun wieder auf die rätselhaften Botschaften: Etwas unübersetztes, das weiterwirkt, Über-Ich-haftes, wie es Laplanche nennt. Weiter wirkend im Sinne von etwas ebenfalls Über-Ich-haftem der Mutter beispielsweise? Wie 'nah steht' das Über-Ich dem Unbewussten?
 
Bei Freud ist das Über-Ich eher etwas 'späteres'? Sich etablierend entlang der 2. Bezugsperson (Vater) und "im weiteren Verlauf [..] haben Lehrer und Autoritäten die Vaterrolle fortgeführt" (Freud 1923, GW XIII od Das Ich und das Es S.191)
 
Bei Freud ist das Über-Ich eher etwas 'späteres'? Sich etablierend entlang der 2. Bezugsperson (Vater) und "im weiteren Verlauf [..] haben Lehrer und Autoritäten die Vaterrolle fortgeführt" (Freud 1923, GW XIII od Das Ich und das Es S.191)
 
Und anlehend an obigstens: Sei die Beziehung des Über-Ichs zum Ich nicht nur "So wie der Vater sollst du sein" und ebenso "So wie der Vater darfst du nicht sein"(ebd. S.188) - was meint Laplanche wenn er vom Über-Ich spricht? Bei Žižek denkt man an etwas früheres als Vaterpositionen usw. Ist das Über-Ich vielleicht eine Art Spitze eines (eingeklemmten) Eisbergs und weniger eine Instanz, die uns 'gesellschaftsfähig' macht salopp gesagt? --[[Benutzer:CoS|CoS]] 22:58, 25. Okt. 2012 (CEST)
 
Und anlehend an obigstens: Sei die Beziehung des Über-Ichs zum Ich nicht nur "So wie der Vater sollst du sein" und ebenso "So wie der Vater darfst du nicht sein"(ebd. S.188) - was meint Laplanche wenn er vom Über-Ich spricht? Bei Žižek denkt man an etwas früheres als Vaterpositionen usw. Ist das Über-Ich vielleicht eine Art Spitze eines (eingeklemmten) Eisbergs und weniger eine Instanz, die uns 'gesellschaftsfähig' macht salopp gesagt? --[[Benutzer:CoS|CoS]] 22:58, 25. Okt. 2012 (CEST)

Version vom 25. Oktober 2012, 21:03 Uhr

Kurz eine Anmerkung zu: "Du sollst, weil du sollst", Laplanche zitiert Kant oder ist das seine Interpretation von Kant (Laplanche 2004:904)? Soweit ich weiß, läuft es bei Kant nicht darauf raus, zu sollen, weil man soll, sondern zu wollen, das man soll. Das Wollen, das findet sich im guten Willen, der Basis sei dafür, unabhängig von Neigungen zu handeln. Die 'Überlegung', eine Handlung zu vollführen, das Wollen zu einer Handlung oder so, unabhängig des Ergebnisses und unabhängig der Wirkung, unabhängig des Zwecks, der erreicht werden will (vgl. Kant, MdS AA393-394). Das ist eine tatsächlich sehr grobe Zusammenfassung, aber es geht eben weniger um das Sollen, sondern um das Wollen. Hier zeigt sich die potentiell grausame Seite des Über-Ichs? Du mußt deine Großmutter besuchen und dich außerdem darüber freuen" (Žižek, S.35 im Katalog: Bourgeois, Holzer,Lang - Kunsthalle Wien 1998/1999). Also nicht nur: du sollst - sie besuchen - weil du sollst, sondern freu dich gefälligst darüber! -> Ein Sollen wird zum Wollen, ob man 'will oder nicht'.

Ein Beispiel, das einen ein stärkeres Gebot aussprechenden Zwang anzeige, der Schein einer freien Entscheidung (vgl. ebd. S.35). Das übertragen nun wieder auf die rätselhaften Botschaften: Etwas unübersetztes, das weiterwirkt, Über-Ich-haftes, wie es Laplanche nennt. Weiter wirkend im Sinne von etwas ebenfalls Über-Ich-haftem der Mutter beispielsweise? Wie 'nah steht' das Über-Ich dem Unbewussten? Bei Freud ist das Über-Ich eher etwas 'späteres'? Sich etablierend entlang der 2. Bezugsperson (Vater) und "im weiteren Verlauf [..] haben Lehrer und Autoritäten die Vaterrolle fortgeführt" (Freud 1923, GW XIII od Das Ich und das Es S.191) Und anlehend an obigstens: Sei die Beziehung des Über-Ichs zum Ich nicht nur "So wie der Vater sollst du sein" und ebenso "So wie der Vater darfst du nicht sein"(ebd. S.188) - was meint Laplanche wenn er vom Über-Ich spricht? Bei Žižek denkt man an etwas früheres als Vaterpositionen usw. Ist das Über-Ich vielleicht eine Art Spitze eines (eingeklemmten) Eisbergs und weniger eine Instanz, die uns 'gesellschaftsfähig' macht salopp gesagt? --CoS 22:58, 25. Okt. 2012 (CEST)