Diskussion:2. Mai 2013: Unterschied zwischen den Versionen

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(Link zu meinem Diskussionsbeitrag zu Lacans Spiegeltheorie)
 
 
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Interessanter Beitrag, speziell der Gedanke 'des Denkens' in asiatischen Kulturen, oder deren Zugang zur Thematik der Leere.
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Im Text schreibst du, dass die Entfremdung durch das/im Spiegelbild hervorgerufen würde (nach Lacan) und ein Subjekt versuche dem 'ein Leben lang' zu entgehen. Ich hätte das eher so gelesen, das die Entfremdung überhaupt Ausgangspunkt oder Moment ist, der uns zu Menschen, zu Subjekten macht (solchen, die 'Ich' sagen)? Also 'entgehen' könne man dem nicht, da es Teil von uns ist. Ich verstehe die Leere als Kluft. Nicht eine Kluft, wo links das 'Ich' sitzt und rechts das
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'Nichts', sondern eben immanent (der 'borrom. Knoten' verdeutlicht evtl. genau das). Im Zen-Buddhismus (zBsp), in 'deren' Philosophie, scheint das 'Nichts' nicht als Ziel zu verstehen zu sein, sondern es ist quasi ebenso immanent. Es gibt keine Gottesfigur, keinen Gott, der Zen-Buddhismus "ist frei vom Anrufungstrieb"(Han, Byung-Chul - Philosophie des Zen-Buddhismus, Reclam, 2012, S. 17). "Ihm fehlt das herrschende Zentrum. Man könnte auch sagen: Die Mitte ist überall". Das ist so weit von der (lacanianischen) Psychoanalyse nicht entfernt. Deutlich wird das finde ich auch hier "Das Nichts des Zen-Buddhismus bietet nichts zum Festhalten, keinen festen 'Grund', dessen man sich versichern, sich vergewissern könnte,..."(ebd.20). Was uns quasi unmittelbar bleibt, ist die 'marginale Realität' (ich glaube, dieser Begriff v Lacan passt) und im Zen-Buddhismus würde das 'gelebt', also diese Art 'Denktradition' - mit dem Umstand, dass das, was es zu dieser 'marginalen Realität' noch gibt, nicht 'vergessen' wird, könnte man vielleicht sagen. Gut beschreibt das vlt auch die Stelle, an der Han beschreibt, was ein Zen-Meister Descartes raten würde:".. daß er mit seiner Meditation fortfahren, seinen Zweifel noch vorantreiben, vertiefen möge, bis es zu jenem großen Zweifel kommt, bis er selbst der große Zweifel wird, in dem sowohl das 'Ich' als auch die Idee 'Gottes' gänzlich zerbrechen."(ebda). Also eben das, was 'wir' dauernd machen, über Hormone und Nerven reden, meinen zu wissen, wie wir funktionieren und 'endlich große Geheimnisse lüften'... -> "Das vollkommenste Wissen um die Natur schiebt unsere Unwissenheit nur etwas weiter hinaus" (Hume, Eine Untersuchung über den menschl. Verstand, 48, Reclam, 2008) oder "Rote Blumen blühen in herrlicher Wirre" (Han zitiert aus 'der Ochs und sein Hirte', 21) oder von Lacan gäb´s wahrscheinlich dutzende Passagen die man zitieren könnte, da eben, so lese ich Lacan, eine Grundhaltung des 'Ich (weiß)' nur die marginalen Momente, Prozesse, Dinge mitnehmen kann und will, grob formuliert. --[[Benutzer:CoS|CoS]] ([[Benutzer Diskussion:CoS|Diskussion]]) 21:38, 13. Mai 2013 (CEST)

Aktuelle Version vom 13. Mai 2013, 20:38 Uhr

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Interessanter Beitrag, speziell der Gedanke 'des Denkens' in asiatischen Kulturen, oder deren Zugang zur Thematik der Leere. Im Text schreibst du, dass die Entfremdung durch das/im Spiegelbild hervorgerufen würde (nach Lacan) und ein Subjekt versuche dem 'ein Leben lang' zu entgehen. Ich hätte das eher so gelesen, das die Entfremdung überhaupt Ausgangspunkt oder Moment ist, der uns zu Menschen, zu Subjekten macht (solchen, die 'Ich' sagen)? Also 'entgehen' könne man dem nicht, da es Teil von uns ist. Ich verstehe die Leere als Kluft. Nicht eine Kluft, wo links das 'Ich' sitzt und rechts das 'Nichts', sondern eben immanent (der 'borrom. Knoten' verdeutlicht evtl. genau das). Im Zen-Buddhismus (zBsp), in 'deren' Philosophie, scheint das 'Nichts' nicht als Ziel zu verstehen zu sein, sondern es ist quasi ebenso immanent. Es gibt keine Gottesfigur, keinen Gott, der Zen-Buddhismus "ist frei vom Anrufungstrieb"(Han, Byung-Chul - Philosophie des Zen-Buddhismus, Reclam, 2012, S. 17). "Ihm fehlt das herrschende Zentrum. Man könnte auch sagen: Die Mitte ist überall". Das ist so weit von der (lacanianischen) Psychoanalyse nicht entfernt. Deutlich wird das finde ich auch hier "Das Nichts des Zen-Buddhismus bietet nichts zum Festhalten, keinen festen 'Grund', dessen man sich versichern, sich vergewissern könnte,..."(ebd.20). Was uns quasi unmittelbar bleibt, ist die 'marginale Realität' (ich glaube, dieser Begriff v Lacan passt) und im Zen-Buddhismus würde das 'gelebt', also diese Art 'Denktradition' - mit dem Umstand, dass das, was es zu dieser 'marginalen Realität' noch gibt, nicht 'vergessen' wird, könnte man vielleicht sagen. Gut beschreibt das vlt auch die Stelle, an der Han beschreibt, was ein Zen-Meister Descartes raten würde:".. daß er mit seiner Meditation fortfahren, seinen Zweifel noch vorantreiben, vertiefen möge, bis es zu jenem großen Zweifel kommt, bis er selbst der große Zweifel wird, in dem sowohl das 'Ich' als auch die Idee 'Gottes' gänzlich zerbrechen."(ebda). Also eben das, was 'wir' dauernd machen, über Hormone und Nerven reden, meinen zu wissen, wie wir funktionieren und 'endlich große Geheimnisse lüften'... -> "Das vollkommenste Wissen um die Natur schiebt unsere Unwissenheit nur etwas weiter hinaus" (Hume, Eine Untersuchung über den menschl. Verstand, 48, Reclam, 2008) oder "Rote Blumen blühen in herrlicher Wirre" (Han zitiert aus 'der Ochs und sein Hirte', 21) oder von Lacan gäb´s wahrscheinlich dutzende Passagen die man zitieren könnte, da eben, so lese ich Lacan, eine Grundhaltung des 'Ich (weiß)' nur die marginalen Momente, Prozesse, Dinge mitnehmen kann und will, grob formuliert. --CoS (Diskussion) 21:38, 13. Mai 2013 (CEST)