Diskussion:13. Dezember 2012

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Das ist interessant, passend zu den letzten Vorlesungen.



Zu Orlan: Die Art Kunst, die sie betreibt wurde als etwas der perversen Struktur entsprechend gedeutet, wenn ich richtig erinnere. Fragen die mir einfallen: Wie würde sich diese Person in anderen Zeiten verhalten, wie würde sie mit sich, ihrem Körper umgehen 1920 oder so? Was auch immer in ihr arbeitet, wie würde es sich äußern? Grundsätzlich glaube ich nicht, das irgendjemand 'einfach so' an (s)einem Körper 'herum-modelt'. Da ist wenn dann, immer etwas das arbeitet, sozusagen und die Möglichkeiten ändern sich? 1920, 1950, .. wären all die Eingriffe bei beispielsweise Orlan nicht in dieser Weise möglich gewesen. Ist das Feld der Möglichkeiten 'heutzutage' eher positiv zu nehmen oder eher mit Skepsis zu betrachten? Verführen sie zum 'herummodeln'? Angesichts der Masse an Schönheitsoperationen, zum Teil bei bereits Jugendlichen, könnte man dem Zustimmen, bei Orlan ist es irgendwie etwas anderes, was zur Veränderung führt? Ist es irrelevant, welche Art Möglichkeiten es gibt? Da das, 'was drängt' irgendwie immer ein Weg findet - es wird 'heutzutage' aber 'offensichtlicher', 'es zeigt sich' mehr, eben auch aufgrund neuer Möglichkeiten und wird so erst zum 'großen Thema' für andere? Und wo beginnt eine (spektakuläre) Veränderung für andere 'problematisch' zu werden - Tätowierungen? Haare färben? Ohrringe? Punks galten zeitweise u.a. als 'Perverse', auffallend durch vor allem Kleidung und Frisur? Solange man auf dem Feld von Sichtbarem herumdenkt - ist da vielleicht auch das Thema Blick relevant - Blicke können sich gewöhnen an Dinge die Erscheinen, Bilder werden gesehen und um so öfter, um so 'normaler' sie in den Alltag eingebettet sind, desto 'gewohnter' werden sie erblickt, desto unspektakulärer? Wenn Gewohnheit eine tatsächlich solche Rolle spielen würde, was machen dann noch Diagnosekataloge für einen Sinn in dem Bereich? Wenn eben die Diagnose von dem kommt, der an/sieht - und sich selbst angegriffen, irgendwie affiziert, bedroht, berührt oder sonst wie fühlt - wären da Diagnosen nicht eher Identifizierungen, um etwas Unbekanntes, vielleicht Unheimliches, zu benennen, eine Grenze zu ziehen im Benennen?

Weitere Fragen: Was ist das, was sich bei Orlan 'durchsetzt', sich zeigt, was sie mit ihrem Körper macht? Es findet kein Ende, keine Art Ziel, kein Maß (auch wenn dieser Begriff maßlos relativ ist) und wenn ihr Ziel ein Austreten aus der vorherrschenden heteronormativen Ordnung sei, oder aus der dualen (Körper)Geschlechterordnung - dann wäre das ja quasi erreicht? Aber eben darum geht es nicht- oder darum kann es nicht gehen, weil ein 'Austreten' nicht möglich ist, im Sinne von, das es die Ordnung 'an sich' nicht gibt, sie aber sich dennoch permanent, immer wieder erneuernd erzeugt oder repräsentiert und sie so eine Realität darstellt? Wessen Körper ist Orlans Körper? Ist das, was zu sehen ist, was sich realisiert, das Genießen des Anderen, so wäre Orlans Körper in gewissem Sinne der 'des Anderen'?

Und noch gschwind zum Thema Sexuierung: In einer der letzten Vorlesungen ging es um den 'Phallustext" in Schriften II. Dazu frage ich mich, wie es mit dem was Lacan Hochstapelei und Maskerade nennt zu denken ist. Sind Hochstapelei und Maskerade Möglichkeiten, sich gegenüber dem anderen Geschlecht (und so wiederum sich selbst) zu Positionieren? Wenn ja, dann habe ich den Eindruck, dass diese beiden Möglichkeiten der Bezugnahme gängige Praxis sind? Seien es Schlagzeilen, Filme, verschiedenste Szenen aus dem Alltag?! Vielleicht nicht nur gängige Praxis, sondern notwendig in gewisser Weise, um überhaupt eine Art Beziehung zwischen den Geschlechtern herzustellen - also die 'Nichtbeziehung' - die aber genau Maskerade und Hochstapelei braucht, um zu 'funktionieren', um das 'Spiel um den Phallus' überhaupt zu ermöglichen? Letzte Frage: Es war immer wieder die Rede von der Bezugnahme auf das 'andere Geschlecht': Das würde heißen, dass Personen einer homosexuellen Beziehung sich auf das eigene Geschlecht (quasi) beziehen und somit eine Beziehung möglich wäre? Ich vermute, es gilt für alle Menschen, sozuagen als Subjekte, egal wie sie sich in Beziehung setzen, nur das es 'heteronorm' einfacher ist, weil die Möglichkeiten hierfür breit akzeptiert und quasi schon seit Langem ausgerollt bereit liegen? Dazu noch eine kurze letzteletzte Sache: Wie verhält es sich bei bisexuellen Subjekten: Wenn ich als Subjekt mich einerseits gegenüber dem Anderen (Bezugsperson) positioniere und ebenso auch eine Bezugnahme auf das andere Geschlecht entwickele - wie ist das dann bei Bisexualität - Man selbst identifiziert sich als männlich oder weiblich, positioniert sich gegenüber Frauen und Männern, also dem eigenen und dem gleichen Geschlecht - jeweils wie? Gleich offen, in gewisser Weise gleich begehrend? --CoS 15:28, 25. Dez. 2012 (CET)


--A0601412 01:28, 21. Jan. 2013 (CET)Beginn:

Mich hätte der männliche Körper in Bezug auf die Ausstellung „Der nackte Mann“ von Mentos interessiert. Frau Dr. Kadi sprach von einer Angst und von der Ablehnung der Männlichkeit? Betrifft es wirklich nur Ängste in Bezug auf Kastration und Penisneid oder bezieht sich das in weiterem Sinne auch auf die Sexualität des Mannes, dass der Mann keine festen Bindungen eingehen kann oder einen möglichen Familienwunsch ausleben kann, weil er in psychischen und physischen Überlagerungen verfangen ist? Zu Freud und über Angst als eine Reaktion auf eine äußere Gefahr. Da kam ein Beispiel über Phobieängste eines 5-jährigen und dessen Verarbeitungsmöglichkeiten durch Affekte. Ich bin nicht mitgekommen, ob diese Verabeitung vom psychosomatischen ausgeht oder anders? Ich ersuche um Aufklärung!


Ich möchte auch meinen theoretischen Beitrag dazu leisten. Im Buch „Bausteine der Psychoanalyse“ von Schuster und Kremser-Springer auf der Seite 51 über psychischen Konflikt und Angst schreiben. Hierbei geht es um Freuds Ausführungen, halt eben über die Angst und das Angstsignal auf äußere Reaktionen. Das Ich hat die Fähigkeit sich automatisch auf eine einstellende Reaktion für die Regulierung der Triebansprüche einzusetzen. Das Ich gilt als Auslöser eines milden traumatischen Angstsignals, wobei das ICH diese Angst in der antizipativen (=vorwegnehmenden) Einschätzung als eine drohende Gefahr signalisiert. Die affektive Seite dieses Angstsignals beschreibt Freud als einen deutlichen Unlustcharakter. Die Folge dessen ist, dass dem Lust-Unlust-Prinzip das Ich autorisiert wird, gegen diese nach Befriedigung strebenden Triebe vorzugehen. Die Problematik ist, dass durch so eine Signalreaktion das Ich aller möglichen psychischen Elemente bedienen kann, um Triebansprüche in Schach zu halten. Dabei handelt es sich um Triebansprüche wie jede Wahrnehmung, jedes Gefühl, jede Haltung, oder etwa die Veränderung der Aufmerksamkeit oder des Bewusstseinsgrades können vom Ich zu Abwehrzwecken verwendet werden. Literaturangabe: Schuster, Peter: Bausteine der Psychoanalyse : eine Einführung in die Tiefenpsychologie, in: Peter Schuster ; Marianne Springer-Kremser , 4., überarb. Auflage, Wien : WUV-Univ.-Verlage, 1997, S. 51 f. Ende:--A0601412 01:28, 21. Jan. 2013 (CET)