Benutzer Diskussion 0395939

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Zu den Rahmenbedingungen für das Entstehen von Toleranz überhaupt, fällt mir spontan folgendes ein: „Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem Anderen zu.“ Ort der Toleranz ist dort, wo zwei Anschauungen oder Ansichten aufeinander prallen. Um zu einer toleranten Entscheidung zu kommen, muss ich die Situation aus der Gegenperspektive betrachten. Ich versuche das Problem der anderen Gruppe zu reflektieren und zu analysieren. Finde ich gute Gründe in den Ansichten des Anderen, aus der Sicht des „Gegners“, wird meine Haltung, tolerant sein. Ein Beispiel: Bleiben wir bei dem schon erwähnten Hund; in unserem Wohnhaus sind Hunde verboten, meine Nachbarin hat einen Hund, dieser Hund bellt den ganzen Tag. Es stellt sich folgendes Problem. 1. Hunde sind verboten, 2. das Bellen stört mich. Toleranz entsteht meiner Meinung dann, wenn ich mich nun in die Lage der Nachbarin versetzt, die alleine lebt, krank ist etc., der Hund ist ihre einzige Freude, und aus diesem Grund, den ich, aus der Sicht der Nachbarin, nun verstehe, treffe ich die tolerante Entscheidung, toleriere den Hund und melde nichts der Hausverwaltung. Toleranz hat für mich mit Gesetz nichts zu tun. Im Gegenteil es kann, wie in diesem simplen Beispiel, Fälle geben, wo durch Toleranz Gesetze nicht zwingend befolgt werden müssen.. Kurz zusammengefasst: Ich suche Gründe aus der Sicht des „Gegners“, finde ich die, und kann ich sie akzeptieren, so führen mich diese einzelnen, akzeptablen Gründe zu einer toleranten allgemeinen Haltung. (Magdalena)

Ich kann Dyde bei dem Vorschlag der Begriffsgrenzen der Toleranz zustimmen. Toleranz kann nicht als ein bloßes Zuschauen und Gewähren lassen aufgefasst sein. Wobei es meiner Meinung nach, zwischen Gewähren lassen und nicht nachvollziehbaren Gründen einen wesentlichen Unterschied gibt. Die von Jakob angeführten „nicht nachvollziehbaren Gründe“ sind für mich genau der Knackpunkt wo Toleranz beginnt. In dem Moment, in dem ich zu der Feststellung komme, dass die Gründe von Handlungen meiner Einsicht verborgen bleiben, beschäftige mich schon mit den Gründen, ich reflektiere etwas, ich weiß zwar noch nicht was ich damit anfangen soll, aber es ist ein Grund da, ich kann ihn zwar für meine Einsicht noch nicht spezifizieren, aber er beschäftigt mich. Ich bin weit über ein „Gafferstadium“ hinaus gekommen. Dieses, sich mit den Gründen Anderer aus einander zusetzen, wäre für mich der Punkt wo Toleranz beginnt. Magdalena, 13.12.2005