Benutzer Diskussion:Sokratetz/Cybergnosis: Unterschied zwischen den Versionen

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Werde versuchen das "Höhlenproblem", welches ich verursacht habe, aufzulösen... muss vorher noch ein wenig darüber nachdenken... [[Benutzer:Sokratetz|Sokratetz]] 12:43, 21. Nov. 2010 (UTC)
 
 
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''Ist es überhaupt noch möglich der körperlichen Wirklichkeit des Internets zu entfliehen? Verlagern wir nicht immer mehr all unser Fragen in die Höhlensysteme dieses Menschheitsnetzwerks?
 
''Ist es überhaupt noch möglich der körperlichen Wirklichkeit des Internets zu entfliehen? Verlagern wir nicht immer mehr all unser Fragen in die Höhlensysteme dieses Menschheitsnetzwerks?
 
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Hallo Sokratez. Ich lese diese Seite, doch sie sperrt sich meinem Verständnis. Anstatt sie fünfmal zu lesen, nutze ich die Anschluss-Frage, um anzuschliessen:
 
Hallo Sokratez. Ich lese diese Seite, doch sie sperrt sich meinem Verständnis. Anstatt sie fünfmal zu lesen, nutze ich die Anschluss-Frage, um anzuschliessen:
 
: 1. Warum ist das Internet eine Höhle? Ich kann im Ansatz verstehen, dass es ein Labyrinth mit verschachtelten Gängen sein kann. Man kann im Unterschied zu klassischen Labyrinthen nicht nur den Weg hinaus sondern temporär auch sich selbst verlieren. Das ist nicht neu. Bei der Lektüre bestimmter Literatur oder beim Schauspielen oder wenn ich mir die Matrix-Teile ansehe, verhält es sich ähnlich.
 
: 1. Warum ist das Internet eine Höhle? Ich kann im Ansatz verstehen, dass es ein Labyrinth mit verschachtelten Gängen sein kann. Man kann im Unterschied zu klassischen Labyrinthen nicht nur den Weg hinaus sondern temporär auch sich selbst verlieren. Das ist nicht neu. Bei der Lektüre bestimmter Literatur oder beim Schauspielen oder wenn ich mir die Matrix-Teile ansehe, verhält es sich ähnlich.
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Wenn wir in eine Höhle eintreten, sehen wir nur dasjenige welche, dass vom Schein der Fackel getroffen wird. Darin ist garnichts neu, es war schon immer so.
  
 
: 2. Es ist also die Pointe eines Labyrinths dieser Art, die Pointe zu verlieren. Du schaltest den Computer ein, gibst etwas in die Suchmaske ein und 30 Minuten später landest du völlig woanders und realisiert, dass du ganz woanders hinwolltest. Denn: Nicht jede Verweisung ist eine Deduktion. Links führen dich zu Werbung, zu Neuigkeiten, YouTube-Videos, Pornos, rechtsradikalen Symbolen, Blog-Einträgen oder Fachartikeln. Wohin der Link führt, ist nicht so sehr verschieden von den Ablenkungen, die man sonst erlebt, wenn man durch die Strassen geht. Man kann mit ein bisschen Erfahrung vorhersehen, was einen erwartet. An bestimmten Orten ist es wahrscheinlicher, Leute zu sehen und zu hören, die über Fachartikel reden oder die in Anlehnung an Clemens von Alexandria sprechen. Das nennt man Universität. Dort wird anders gesprochen und agiert als dort, wo Leute mit Bier-Dosen im Kreis sitzen. Systemtheoretisch: Unterschiedliche Bereiche funktionieren unterschiedlich; die Wahrscheinlichkeitsverteilung der Ereignisse ist unterschiedlich. Was Überraschungen nicht ausschliesst.
 
: 2. Es ist also die Pointe eines Labyrinths dieser Art, die Pointe zu verlieren. Du schaltest den Computer ein, gibst etwas in die Suchmaske ein und 30 Minuten später landest du völlig woanders und realisiert, dass du ganz woanders hinwolltest. Denn: Nicht jede Verweisung ist eine Deduktion. Links führen dich zu Werbung, zu Neuigkeiten, YouTube-Videos, Pornos, rechtsradikalen Symbolen, Blog-Einträgen oder Fachartikeln. Wohin der Link führt, ist nicht so sehr verschieden von den Ablenkungen, die man sonst erlebt, wenn man durch die Strassen geht. Man kann mit ein bisschen Erfahrung vorhersehen, was einen erwartet. An bestimmten Orten ist es wahrscheinlicher, Leute zu sehen und zu hören, die über Fachartikel reden oder die in Anlehnung an Clemens von Alexandria sprechen. Das nennt man Universität. Dort wird anders gesprochen und agiert als dort, wo Leute mit Bier-Dosen im Kreis sitzen. Systemtheoretisch: Unterschiedliche Bereiche funktionieren unterschiedlich; die Wahrscheinlichkeitsverteilung der Ereignisse ist unterschiedlich. Was Überraschungen nicht ausschliesst.
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Worte sind die Kinder der Seele. Die Universität ist die Geburtenstation der Vernunftkeime, jedoch nicht ausschließlich. Sie ist Wahrscheinlichkeitsbereich und Gedankengeburtsort, jedoch nicht ausschließlich. Das Besondere an der Universität, das besonders Schöne an ihr, ist die Anhäufung von Überraschungen die wir dort erleben können (auch im Negativen). Warum lehne ich mich an den hl. Clemens? Weil ich es hier darf? Clemens suchte die Ungewissheit durch festen Glauben, durch Gottesgewißheit zu tilgen. In seiner Weise schuf er Anschlussmöglichkeiten für eine Zeit des Umbruchs. Die Mahnreden sind schlecht gewählt. Philosophischer wäre es gewesen die Teppiche zu wählen, weil dort ein wesentlich platonischer Charakter hervortritt. Seis drum ...
  
 
: 3. Ups. Nach diesen Überlegungen bin ich plötzlich nicht mehr im Labyrinth sondern im Alltag (und mit den Erwartungen, die man beim Klicken auf Links aufbaut, auch wieder beim Körperlichen und Geschichtlichen). Habe ich was falsch gemacht? --[[Benutzer:Andyk|Andyk]] 17:21, 16. Nov. 2010 (UTC)
 
: 3. Ups. Nach diesen Überlegungen bin ich plötzlich nicht mehr im Labyrinth sondern im Alltag (und mit den Erwartungen, die man beim Klicken auf Links aufbaut, auch wieder beim Körperlichen und Geschichtlichen). Habe ich was falsch gemacht? --[[Benutzer:Andyk|Andyk]] 17:21, 16. Nov. 2010 (UTC)
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Nachtrag: Zu Punkt 2 passt ein Zitat aus der "Höhle"-Unterseite: "Aber wenn wir Romane lesen, Musik hören, meditieren, beten oder träumen, verlassen wir in einem gewissen Sinn – mit der Richtung unserer Aufmerksamkeit – die alltägliche Welt der raumzeitlichen Dinge, wechseln in einen Bereich der außeralltäglichen Wirklichkeit, in verschiedene "Subuniversa des Sinns", die alle nicht im selben Sinn real sind wie die Alltagswelt als Sphäre des Handelns, des Agierens mit Objekten oder des leibhaftigen In-Beziehung-Tretens mit anderen Individuen. Wir leben, wie es der Phänomenologe Alfred Schütz nennt, in mannigfaltigen Wirklichkeiten, ohne daß die Alltagswelt jenen ausgezeichneten Realitätsakzent verliert, der ihr eigen ist."  
 
Nachtrag: Zu Punkt 2 passt ein Zitat aus der "Höhle"-Unterseite: "Aber wenn wir Romane lesen, Musik hören, meditieren, beten oder träumen, verlassen wir in einem gewissen Sinn – mit der Richtung unserer Aufmerksamkeit – die alltägliche Welt der raumzeitlichen Dinge, wechseln in einen Bereich der außeralltäglichen Wirklichkeit, in verschiedene "Subuniversa des Sinns", die alle nicht im selben Sinn real sind wie die Alltagswelt als Sphäre des Handelns, des Agierens mit Objekten oder des leibhaftigen In-Beziehung-Tretens mit anderen Individuen. Wir leben, wie es der Phänomenologe Alfred Schütz nennt, in mannigfaltigen Wirklichkeiten, ohne daß die Alltagswelt jenen ausgezeichneten Realitätsakzent verliert, der ihr eigen ist."  
 
: Das kollidiert nun mit dem in Punkt 2 angesprochenen Aufbau von Erwartungen. Ich würde sagen, das WWW verliert zunehmend seine Virtualität, seine Außer-Alltäglichkeit. Durch es interagieren wir mit unseren Freunden im Alltag, gestalten Geschäftsbeziehungen, vereinbaren Meetings. Der Vergleich mit Literatur, Gebet oder Traum ist angesichts dessen fast nicht mehr aufrecht zu erhalten. Das war der "frühe Cyberspace" bis Mitte/Ende der 90er-Jahre würde ich sagen. Gegenwärtig gehören bestimmte Features des WWW direkt zu unserer Lebenswelt, zu unserem In-der-Welt-Sein. Die Tätigkeiten, die wir vor dem Bildschirm vollziehen (Tippen auf der Tastatur, Bewegen der Maus, ins Mikrofon sprechen) gehen zwar durch eine Virtuelle Welt, doch versickern nicht in ihr sondern werden zurückgespeist in die Alltagswelt. Die Grenze einer "Real World" und einer "Second World" ist daher schwer zu ziehen ab dem Zeitpunkt, wo man globale und populäre Netzwerke hat.
 
: Das kollidiert nun mit dem in Punkt 2 angesprochenen Aufbau von Erwartungen. Ich würde sagen, das WWW verliert zunehmend seine Virtualität, seine Außer-Alltäglichkeit. Durch es interagieren wir mit unseren Freunden im Alltag, gestalten Geschäftsbeziehungen, vereinbaren Meetings. Der Vergleich mit Literatur, Gebet oder Traum ist angesichts dessen fast nicht mehr aufrecht zu erhalten. Das war der "frühe Cyberspace" bis Mitte/Ende der 90er-Jahre würde ich sagen. Gegenwärtig gehören bestimmte Features des WWW direkt zu unserer Lebenswelt, zu unserem In-der-Welt-Sein. Die Tätigkeiten, die wir vor dem Bildschirm vollziehen (Tippen auf der Tastatur, Bewegen der Maus, ins Mikrofon sprechen) gehen zwar durch eine Virtuelle Welt, doch versickern nicht in ihr sondern werden zurückgespeist in die Alltagswelt. Die Grenze einer "Real World" und einer "Second World" ist daher schwer zu ziehen ab dem Zeitpunkt, wo man globale und populäre Netzwerke hat.
: Insofern kann ich verstehen, dass man das WWW als Höhle sieht, ''wenn'' man das Bild akzeptiert, dass wir in der Alltagswelt gefangen und gebunden sind - und aus diesem Grund flüchten müssen in die Virtualität und ins Kontrafaktische. Das WWW ist (in diesem Bild) in mehr das anstrengende Aufsteigen ins Körperlose, dem sich nur wenige (Geeks) widmen wollen/können, sondern ist ein Massenphänomen, dessen Dynamik vor allem durch die Bedürfnisse und Situationen aus der Alltagswelt bestimmt ist. --[[Benutzer:Andyk|Andyk]] 00:58, 20. Nov. 2010 (UTC)
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: Insofern kann ich verstehen, dass man das WWW als Höhle sieht, ''wenn'' man das Bild akzeptiert, dass wir in der Alltagswelt gefangen und gebunden sind - und aus diesem Grund flüchten müssen in die Virtualität und ins Kontrafaktische. Das WWW ist (in diesem Bild) nicht mehr das anstrengende Aufsteigen ins Körperlose, dem sich nur wenige (Geeks) widmen wollen/können, sondern ist ein Massenphänomen, dessen Dynamik vor allem durch die Bedürfnisse und Situationen aus der Alltagswelt bestimmt ist. --[[Benutzer:Andyk|Andyk]] 00:58, 20. Nov. 2010 (UTC)
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Eine Höhle kann mehrere Ein-/Ausgänge haben. Wir flüchten je nach Bedarf in verschiedene Richtungen. Wir flüchten 'Hinein' und 'Heraus'. Wir schauen fern und gehen zum spazieren in den Wald. Der Alltag wird zusehens dominiert von WWW-Anwendung. Nicht nur mehr Geeks leiden unter Entzug, ist der Zugang zum Netz gekappt. Es reicht, wie DU mit den ANwendungen angedeutet hast, dass die Maus spinnt um uns in hellste Aufregung zu versetzen. Das Bedürfnis nach Bildschirm und Maus ist Massenhaft bzw. Massenphänomen; diese Tatsache müssen wir akzeptieren und vor allem müssen wir damit Leben, dass das Internet uns bestimmt.
  
:: Da hast du einen Punkt!
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"Im Takt der Maschinen fristen wir unser Dasein. Die Maschinerie schläft nie, deshalb sind wir im Nachteil." (Ohvo.O von Brotlose Kunst. MenschMaschine, 2000)

Aktuelle Version vom 8. Februar 2011, 21:24 Uhr

Ist es überhaupt noch möglich der körperlichen Wirklichkeit des Internets zu entfliehen? Verlagern wir nicht immer mehr all unser Fragen in die Höhlensysteme dieses Menschheitsnetzwerks?

Hallo Sokratez. Ich lese diese Seite, doch sie sperrt sich meinem Verständnis. Anstatt sie fünfmal zu lesen, nutze ich die Anschluss-Frage, um anzuschliessen:

1. Warum ist das Internet eine Höhle? Ich kann im Ansatz verstehen, dass es ein Labyrinth mit verschachtelten Gängen sein kann. Man kann im Unterschied zu klassischen Labyrinthen nicht nur den Weg hinaus sondern temporär auch sich selbst verlieren. Das ist nicht neu. Bei der Lektüre bestimmter Literatur oder beim Schauspielen oder wenn ich mir die Matrix-Teile ansehe, verhält es sich ähnlich.

Wenn wir in eine Höhle eintreten, sehen wir nur dasjenige welche, dass vom Schein der Fackel getroffen wird. Darin ist garnichts neu, es war schon immer so.

2. Es ist also die Pointe eines Labyrinths dieser Art, die Pointe zu verlieren. Du schaltest den Computer ein, gibst etwas in die Suchmaske ein und 30 Minuten später landest du völlig woanders und realisiert, dass du ganz woanders hinwolltest. Denn: Nicht jede Verweisung ist eine Deduktion. Links führen dich zu Werbung, zu Neuigkeiten, YouTube-Videos, Pornos, rechtsradikalen Symbolen, Blog-Einträgen oder Fachartikeln. Wohin der Link führt, ist nicht so sehr verschieden von den Ablenkungen, die man sonst erlebt, wenn man durch die Strassen geht. Man kann mit ein bisschen Erfahrung vorhersehen, was einen erwartet. An bestimmten Orten ist es wahrscheinlicher, Leute zu sehen und zu hören, die über Fachartikel reden oder die in Anlehnung an Clemens von Alexandria sprechen. Das nennt man Universität. Dort wird anders gesprochen und agiert als dort, wo Leute mit Bier-Dosen im Kreis sitzen. Systemtheoretisch: Unterschiedliche Bereiche funktionieren unterschiedlich; die Wahrscheinlichkeitsverteilung der Ereignisse ist unterschiedlich. Was Überraschungen nicht ausschliesst.

Worte sind die Kinder der Seele. Die Universität ist die Geburtenstation der Vernunftkeime, jedoch nicht ausschließlich. Sie ist Wahrscheinlichkeitsbereich und Gedankengeburtsort, jedoch nicht ausschließlich. Das Besondere an der Universität, das besonders Schöne an ihr, ist die Anhäufung von Überraschungen die wir dort erleben können (auch im Negativen). Warum lehne ich mich an den hl. Clemens? Weil ich es hier darf? Clemens suchte die Ungewissheit durch festen Glauben, durch Gottesgewißheit zu tilgen. In seiner Weise schuf er Anschlussmöglichkeiten für eine Zeit des Umbruchs. Die Mahnreden sind schlecht gewählt. Philosophischer wäre es gewesen die Teppiche zu wählen, weil dort ein wesentlich platonischer Charakter hervortritt. Seis drum ...

3. Ups. Nach diesen Überlegungen bin ich plötzlich nicht mehr im Labyrinth sondern im Alltag (und mit den Erwartungen, die man beim Klicken auf Links aufbaut, auch wieder beim Körperlichen und Geschichtlichen). Habe ich was falsch gemacht? --Andyk 17:21, 16. Nov. 2010 (UTC)

Nachtrag: Zu Punkt 2 passt ein Zitat aus der "Höhle"-Unterseite: "Aber wenn wir Romane lesen, Musik hören, meditieren, beten oder träumen, verlassen wir in einem gewissen Sinn – mit der Richtung unserer Aufmerksamkeit – die alltägliche Welt der raumzeitlichen Dinge, wechseln in einen Bereich der außeralltäglichen Wirklichkeit, in verschiedene "Subuniversa des Sinns", die alle nicht im selben Sinn real sind wie die Alltagswelt als Sphäre des Handelns, des Agierens mit Objekten oder des leibhaftigen In-Beziehung-Tretens mit anderen Individuen. Wir leben, wie es der Phänomenologe Alfred Schütz nennt, in mannigfaltigen Wirklichkeiten, ohne daß die Alltagswelt jenen ausgezeichneten Realitätsakzent verliert, der ihr eigen ist."

Das kollidiert nun mit dem in Punkt 2 angesprochenen Aufbau von Erwartungen. Ich würde sagen, das WWW verliert zunehmend seine Virtualität, seine Außer-Alltäglichkeit. Durch es interagieren wir mit unseren Freunden im Alltag, gestalten Geschäftsbeziehungen, vereinbaren Meetings. Der Vergleich mit Literatur, Gebet oder Traum ist angesichts dessen fast nicht mehr aufrecht zu erhalten. Das war der "frühe Cyberspace" bis Mitte/Ende der 90er-Jahre würde ich sagen. Gegenwärtig gehören bestimmte Features des WWW direkt zu unserer Lebenswelt, zu unserem In-der-Welt-Sein. Die Tätigkeiten, die wir vor dem Bildschirm vollziehen (Tippen auf der Tastatur, Bewegen der Maus, ins Mikrofon sprechen) gehen zwar durch eine Virtuelle Welt, doch versickern nicht in ihr sondern werden zurückgespeist in die Alltagswelt. Die Grenze einer "Real World" und einer "Second World" ist daher schwer zu ziehen ab dem Zeitpunkt, wo man globale und populäre Netzwerke hat.
Insofern kann ich verstehen, dass man das WWW als Höhle sieht, wenn man das Bild akzeptiert, dass wir in der Alltagswelt gefangen und gebunden sind - und aus diesem Grund flüchten müssen in die Virtualität und ins Kontrafaktische. Das WWW ist (in diesem Bild) nicht mehr das anstrengende Aufsteigen ins Körperlose, dem sich nur wenige (Geeks) widmen wollen/können, sondern ist ein Massenphänomen, dessen Dynamik vor allem durch die Bedürfnisse und Situationen aus der Alltagswelt bestimmt ist. --Andyk 00:58, 20. Nov. 2010 (UTC)

Eine Höhle kann mehrere Ein-/Ausgänge haben. Wir flüchten je nach Bedarf in verschiedene Richtungen. Wir flüchten 'Hinein' und 'Heraus'. Wir schauen fern und gehen zum spazieren in den Wald. Der Alltag wird zusehens dominiert von WWW-Anwendung. Nicht nur mehr Geeks leiden unter Entzug, ist der Zugang zum Netz gekappt. Es reicht, wie DU mit den ANwendungen angedeutet hast, dass die Maus spinnt um uns in hellste Aufregung zu versetzen. Das Bedürfnis nach Bildschirm und Maus ist Massenhaft bzw. Massenphänomen; diese Tatsache müssen wir akzeptieren und vor allem müssen wir damit Leben, dass das Internet uns bestimmt.

"Im Takt der Maschinen fristen wir unser Dasein. Die Maschinerie schläft nie, deshalb sind wir im Nachteil." (Ohvo.O von Brotlose Kunst. MenschMaschine, 2000)