Benutzer Diskussion:Andyk/Mitschriften/PSI 13 11 08

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Version vom 18. November 2008, 11:55 Uhr von Anna (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: Ein paar Gedanken zu Andreas K. Stargate. Es gibt eine Episode von Startrek, in der das Raumschiff auf einen Planeten stößt, den "Nachkommen Platos" bewohnen. Ich ne...)
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Ein paar Gedanken zu Andreas K.

Stargate. Es gibt eine Episode von Startrek, in der das Raumschiff auf einen Planeten stößt, den "Nachkommen Platos" bewohnen. Ich nehme die nächste Woche mit. Es macht aber erst Sinn, das zu diskutieren, wenn wir bei der von Platon vorgeschlagenen Gesellschaftsordnung sind.

Ich finde es wichtig, nachzuzeichnen, auf welche Weise wir zum Rechtspositivismus und von dort zur Unterscheidung zwischen Rechtlichkeit und Gerechtigkeit gekommen sind. In Platos Dialog ist der Ausgangspunkt ein typisch zynischer Machtmensch (Thrasymachus). Der kommt mit der - für wohl-sozialisierte Staatsbürgerinnen schockierenden - These, dass Gerechtigkeit eine Erfindung der herrschenden Klasse ist. Daran ist nun folgendes interessant: auch und gerade in dieser These gibt es einen Unterschied zwischen Rechtlichkeit und Gerechtigkeit. "Unglücklicherweise" sind halt die Rechtlichen die Dummen und diejenige, die Einsicht in die echte Beschaffenheit der Gerechtigkeit haben erkennen sie als Herrschaftsinstrument.

Daraus entsteht die Frage: mit welchem Recht nennen sie so ein Instrument "Gerechtigkeit"? Das ist ein typisch philosophisches Thema. Angenommen, es gilt nicht entweder/oder (schwarz oder weiß, tod oder lebendig) - gibt es dann noch weitere Möglichkeiten? Derselben Art? "Kann ich etwas schon/noch einen Menschen nennen, wenn ...?" Durch den Zynismus des Thrasymachus wird eine Frage aufgeworfen, die im Vergleich zur Rechtsbegründung durch Tradition und Herkunft "aufklärerisch" ist. Sokrates macht sich diese Provokation zu Nutze, um seine eigene Agenda zu verfolgen.

Die Schwammigkeit der Begriffe ist unumgänglich. Es ist allerdings eine Betrachtungsweise, die schon aus einer bestimmten Interessenlage resultiert. "Ich hätte gerne 6 Eier" - Hühnereier, Wachteleier, Taubeneier, Bioeier, Schokoladeeier ... Der Sprachausdruck ist in einen jeweiligen praktischen und inferentiellen Kontext eingebettet. Das ist auch unsre Aufgabe im Seminar: rund um die platonischen Erwägungen über "gerecht" die relevanten Handlungs- und Argumentationszusammenhänge aufzuspüren.

--anna 12:55, 18. Nov. 2008 (CET)