Benutzer Diskussion:Andyk/Badiou/Abbreviation

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Version vom 14. November 2011, 11:47 Uhr von Anna (Diskussion | Beiträge) (first)
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ad Intro

Einerseits ein genialer Hinweis: die Rolle der Zahl und des Zählens in der Politik und öffentlichen Meinung. Anderseits eine maßlose Übertreibung. Politisches "Denken" ist eben nicht eine Zahlenexegese. Das Anführungszeichen, das Badiou setzt, weist in eine andere Richtung, als seine Aussage. "A 'cultural fact' is a numerical fact". Wieder die Anführungszeichen. Badiou stellt thesenhaft dar, was er kritisieren will und markiert das manchmal durch Gänsefüßchen. Schon in der Fortsetzung des obigen Zitates fehlen die Anführungszeichen. Keine Zahl/kein Name ist dann die Übernahme des unterstellten Zustands als eigene These. Das Genre ist Pamphlet.


Die Bürokratisierung des Wissens ist nicht einfach die Herrschaft der Zahlen. Das wären Summen und Statistiken. Man kann noch soviel Zahlen sammeln, das wird kein Wissen, es sei denn, eine Bewertung kommt dazu. Als Beispiel:

Eine Fahrt vom Flughafen Vilnius zum Stadtzentrum kostet

  • 2 Litas (57 cent) im Bus, Vorverkauf
  • 2,5 Litas (71 cent) im Bus, beim Fahrer
  • 3 Litas (86 cent) im Sammeltaxi
  • 40 - 50 Litas (11,4 bis 14,3 €) vom Hotel aus bestellt

Erlebnisbericht

In diesen Zahlen steckt Politik, aber sie sind nicht Politik.

Die Wirtschaftskrise ist einerseits eine Bestätigung des Badiou-Pamphlets, andererseits untergräbt sie es aber auch. Sie zeigt, wie willkürlich die Zahlen sind, nach denen sich die Meinung richtet. Die Situation ist gänzlich labil.

Doch damit kann man etwas anfangen: prüfen, was wir über Zahlen denken. Das ist so ähnlich wie Denken darüber was Geschlecht ist (statt Diskriminierung) oder über Wahrheit, statt über wahre Aussagen. --anna 12:47, 14. Nov. 2011 (CET)