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Open Source Philosophy - Einheit 04: 24.10.2008

  • Vortragender: Prof. Herbert Hrachovec

Inhaltsverzeichnis

Einleitende Worte

Organisatorisches

Zur Einstimmung in unser Thema möchte ich einen kurzen Seitenblick auf einen Blogeintrag, machen. Da gibt es einen Beitrag der eine Illustration eine gewissen Kommentar zu einen Thema enthält, von dem wir das letzte Mal gesprochen haben. Auch in Fragen in das angesprochen worden, welche Wertigkeit hat Geld im Lebenszusammenhang unserer Gesellschaft. Ist die Tatsache, das wir zwar für unsere ganz normalen Alltagsgebrauch in der Regel, Geld brauchen, dass das aber parallel läuft mit anderen Formen der Beschäftigung, die nicht geprägt und dominiert sind von der Geldwirtschaft, wie ist das zu betrachten. Das ist ein Beitrag mit einem angeschlossenen kleinen Video über eine Frau, bei Frau Maischberger aufgetreten ist und seit 12 Jahren ohne Geld lebt. Das ist in sofern mal ganz interessant hier einen kurzen Blick zu werfen auf Lebensformen, die uns eine wenig sonderbar vorkommen, die aber genau in der Logik liegen, die wir im Zusammenhang mit Kritik am Geldverfahren kennen gelernt haben und es ist nicht uninteressant, das weist voraus auf etwas was ich heute noch mal besprechen werde. Das ist zwar einerseits ein Unterhaltungsfaktor im Fernsehen, weil ich doch zu Beginn der Vorlesung viel mit Fernsehen operiert habe, also auch das ist ein Feature des Fernsehens und zweitens aber ist die Quelle davon, wo das herkommt und warum das aufgegriffen worden ist, ist ein Podcast. Ein Podcast eines evangelischen Pfarrers aus Salzburg in etwa, der eine schöne Linie zieht zwischen dieser Form von nicht Geld und Idealen der Lebensführung, die etwas zu tun haben mit einem Weg zu Gott. Das können sie selbst hier ansehen und diese Linie zwischen einer Transzendenz, einer Kritik, einer Modifikation des Verbs „lebens“, bis hin zu den höchsten Idealen es gibt im platonischen Zusammenhang, natürlich noch nicht den christlichen Gott, aber bis hin zu ähnlich hochgesteckten Zielen ist eine Argumentationsweise, in die wir uns hier konstitutiv einlassen. Darüber noch ein bisschen mehr, dann heute im Verlauf der Vorlesung. Ich sag noch einen zweiten administrativen Punkt oder zwei drei kleine administrative Punkte. Sie haben ja die Startseite der Vorlesung und entdecken hier das wir eine neue Adresse für den Livestream haben, wenn sie mal nicht hier sitzen. Wir hatten technische Schwierigkeiten mit den vorherigen und sie haben eine Transkription der Vorlesung von letzten Mal auch bereits fertiggestellt von der Frau Hagmann. Das gibt mir die Gelegenheit auch deswegen, weil ich gefragt worden bin dazu nochmal etwas über diese Transkription zu sagen. Ich bin an der Stelle sehr überwältigt, darüber wie das funktioniert, auch ein bisschen unsicher weil sie daraus herausgestellt hat, was ich nicht so erwartet habe. Es gibt nicht viel aktive Diskussionen im Wiki über die Sachen die ich sag. Aber es gibt eine große Begeisterung darüber die Sachen abzutippen und damit einen sehr gemeinschaftsdienlichen Dienst zu machen und ich hab gesagt eine Vorlesung so abzutippen, gibt auch ein Zeugnis sollt aber auch dazusagen, weil das gefragt worden bin ich würde nicht dafür eintreten das mehrere Leute sich das für eine Vorlesung teilen, das ist ein bisschen unfair. Es ist auf den Weg gekommen, das dass einen Definition ist und es wenn jetzt drei Leute eine Vorlesung machen bekommen sie quasi für ein Drittel der Arbeit, das was die anderen für die ganze Vorlesung bekommen. Aber was in diesen Zusammenhang nochmal angezeigt erscheint ist, dass es zu dieser Seite hier eine Diskussionsseite gibt und in dieser Diskussionsseite gibt es eine ziemlich genaue Anleitung, wie man so ein Transkription macht. Ich muss an dieser Stelle mit einer kleinen, wie soll ich sagen Verfahrensfrage herausrücken, die ich Ihnen noch nicht gesagt habe. Ich habe in diesen Semester ausgerechnet eine Reihe von Ausland Aufenthalten, die sich darauf auswirken das drei Vorlesungen speziell ausfallen, also die hier ist schon angezeigt. Dann gibt es aber eine für die sie schon jemand gemeldet hatte, mit den Benutzernamen PHABATS, am 28. 11. Die fällt auch aus, da bin ich in Brünn und am 12. 12. bin ich im Iran auf einen Vortrag und Konsultationstreffen. Diese Vorlesungen muss man also rausnehmen aus der Selbstzuordnung. Die Idee, sich im Wiki gestalterisch zu beschäftigen um das vielleicht noch kurz zu sagen falls sie da eine Hemmschwelle haben, die wird am besten so befördert, dass sie in der Sandkiste sich anschauen was da drinnen schon steht und selber was rein schreiben. Sie wählen „Sandkiste“, sie wählen „bearbeiten“, was sie nicht können, wenn sie sich nicht eingeloggt haben. Hier ist „anmelden“, das ist mein Passwort und damit können sie in der Sandkiste unter „bearbeiten“ schreiben.

Was sagen Sie zu dem Einwand, dass man für das Schreiben eines Wiki-Beitrags extra Einschulung braucht?

Das ist vierte klasse Mittelschule, wenns hochkommt. Im Prinzip kann ich das mit 12 Jahren leicht machen, also ich nehme dieses Argument nicht ernst.

Beginn

Ich gehe jetzt über zu der vorgesehenen weiteren Erörterung, der sokratisch platonischen Situation. Sollte dafür das Folgende vorausschicken. Sie müssen nicht glauben, dass ich jetzt nach Platon Aristoteles und nach Aristoteles , Thomas von Aquin interpretiere. Das ist die letzte Stunde, in der ich mit griechischer Philosophie beschäftige. Heute am Ende werde ich einen Riesensprung machen um Ihnen aus dem bisher gesagten eine Verbindung herzustellen, zu dem was sich heutzutage als eine Problemstellung von der der Philosophie her der Open Source Thematik sehe und ich will mich um vielleicht jetzt auch einmal zu verteidigen, wieso ich so lange ich mich bei Platon aufhalte, der ja im wenn sie in der Fachliteratur nachschauen überhaupt keine Rolle spielt im Zusammenhang mit Open Source Diskussionen. Dann will ich ein kleines Beispiel nennen, ein kleines Exempel eine Merkformel für dich im Seminar „Interaktive Beschäftigung“ schon gebracht habe. Also die Leute, die was hier drinnen sitzen für die entschuldige ich mich wenns sie es noch einmal hören und zwar ein Beispiel, ein Merkzeichen im Zusammenhang damit, was Platon in der Philosophie ist. Da die Vorlesung interessiert ist daran, nachzuprüfen was die Open Source Bewegung und auch für die Philosophie als eine Tätigkeit neues bringen kann und umgekehrt, die Philosophie als Tätigkeit der Open Source Bewegung.

Herkunft der Philosophie

Da es so ist, ist es eine sinnvolle Frage sich vor Augen zu stellen, was ist den Platon in der Philosophie. Wo kommt die Philosophie her? Was ist das für ein Typus von Beschäftigung und in dieser Fragestellung kann man sagen, es gibt viel Philosophie aber es gibt nur einen Platon so ähnlich wie und jetzt kommt mein Merkzeichen, sozusagen so ähnlich es gibt viele mp3 Spieler, aber es gibt nur einen I-Pod. Das will das Folgende sagen. Die Idee, dass es eine Festplatte gibt, dass es eine Komprimierung von Audio Files gibt, dass es RSS-Distributionen gibt, dass es das Internet gibt: Alle diese Ideen sind separat vorgelegen schon seit längere Zeit. Der I-Pod ist deswegen genial, wenn sie wollen, denn hier ist das erste Mal das alles in einer Art und Weise zusammengefasst und funktioniert worden ist, der für alle weiteren Entwicklungen in dieser Form von Audiobereich sozusagen richtungsgebend bestimmend war. Man kann, wenn das einmal zusammen organisiert ist, wenn diese Idee mal stattgefunden hat, dann kann man auch ohne das man ein Apple Produkt macht kann man das wiederholen. Alle möglichen Sachen kommen zusammen. Aber die Idee das das zusammengeht, ist etwas erstmaliges, einzigartiges, richtungsweisendes so ähnlich fungierte Platon in der Philosophie, als jemand der einen Typus von Fragen und was alles daraus kommt, das erste mal zusammenbringt. Also vergleichsweiße mit dem ich jetzt gesagt habe Festplatte, Internetverbindung, RSS Komprimierung. Solche Elemente, wie Gerichtsverfahren, Demokratie, Marktwirtschaft, Wissensfrage, Vertiefung der Wissensfrage diese Idee, diese unterschiedlichen Ansätze kommen beim Platon und Sokrates in einer Art und Weise zusammen, die bisher noch nicht gegebenen hat die uns weiter beschäftigen. Das ist der Punkt den ich Ihnen näher bringen wollte in den vorherigen Vorlesungen. Zu diesen entscheidenden Maßstab setzenden Fragestellungen und Konstellationen gehört eben die Frage „Was ist wissen Wert?“, „Wie viel zahlen wir für Wissen?“, „Wie schaut es aus, dass wir in einer demokratischen verfassten Gesellschaft einerseits angewiesen sind auf die jeweiligen Fachkompetenzen, für die wir auch bereit sind zu zahlen und andererseits als ein politisches Gemeinwesen in einer anderen Betrachtungsweise uns bewegen und uns vor der Frage sehen, wie denn die Art und Weise wie wir politisch organisiert sind zusammenpasst mit der Art und Weise wie die Wirtschaft funktioniert?“.

Funktionsweise der politischen Organisation

Erläuterung anhand folgender Beispiele

Um es schnell zu sagen, dass will ich Ihnen jetzt nachdem, ich es ihnen insgesamt und allgemein mit Hilfe dieser drei Unterabschnitte: „Thrasymachos will Geld“, „Thrasymachos im peer review“ und „Sokrates unbezahlt“, schon mal vorgestellt habe, möchte ich Ihnen das jetzt im Durchgang durch eine Reihe von Gesprächsausschnitten aus dem Dialog „Gorgias“ und aus dem Dialog „Protagoras“, noch ein bisschen detaillierter vor Augen führen, damit sie auch einen gewissen Zugang dazu haben, wieso in der Philosophie, wie Sie hier jetzt noch immer und immer wieder gelehrt wird, das Moment der Nutzlosigkeit, der Nichtkommerzialität eine so große Rolle spielt und das ist das, was ich am Ende vorgesehen habe. Hier mit diesen Zitaten aus dem Artikel “Vom Nutzen des Nutzlosen“, von Höffe. Und das wird mir dazu dienen, Ihnen die kleine Vorschau, Ihnen die folgende allgemeine Betrachtungsweise vorzuschlagen. Wir haben in der Philosophie seit Platon, bis zur Gegenwart diese Präferenz für das ökonomisch, nicht auswertbare. Damit verbunden eine ziemlich starke krasse Dualisierung zwischen ökonomischem Wert und anderen Wert. Also Wissen, für das man nicht bezahlen muss. Das geht ein, in das Selbstverständnis der Philosophie und damit sind noch immer als einer Alternative beschäftigt, wenn wir Open Source Philosophie betreiben und das Wissen, das Philosophie sich gerne im Anschluss an Platon bis heute auf diese Art und Weise positioniert und präsentiert und wenn wir zweitens, wie das das letzte Mal schon in der Diskussion mehrmals aufgetaucht ist, nicht ganz zufrieden sind mit diesen Dualismus. Wenn wir wie ich gesagt hab damit rechen müssen, das Wissen etwas kostet, weil der Raum ist geheizt und dass der geheizt ist heißt, dass er von elektrischem Strom betrieben ist oder so was ähnliches. Also das kostet etwas, da muss man damit umgehen, dass es hier Mischformen gibt das es dieser krasse Dualismus so nicht stimmt und mein Einstieg in die weiteren Überlegungen dieses Semesters um es ganz grob auszufabeln, ist jetzt der folgende. Gibt es neue Formen der Wissensvermittlung, neue Formen wie gemeinschaftlich gesellschaftlich Wissen produziert werden kann, die nicht in diesen Dualismus hineinfallen, die nicht in den Dualismus reinfallen, dass man einerseits sagt: „Ok, du musst es zahlen oder andererseits das ist so wichtig das ist zu gut das ist eigentlich eine transzendenten Wert hat.“ Wenn man ein bisschen dafür bezahlt, dann muss man sich genieren aber man braucht es ja als Philosoph zu überleben, also das ist quasi eine Abgeltung für etwas was eigentlich unbezahlbar ist. Diese Form von Opposition, mit der in der Regel operiert wird, mit der wir auch leben, kann das ist die Richtung in die ich gehen möchte, durch die im Internet schon praktizierten neuen Formen der Interaktion von Wissen neu aufgerollt werden und damit auch die sokratische Frage, wie Wissen zu organisieren ist, neu gestellt werden, nämlich nicht ich sage jetzt karikaturesk, aber so karikaturesk ist es nicht, nicht in der Disjunktion zwischen Marktplatz und Ideenhimmel. Das ist etwas, was wir gelernt haben und was uns geprägt hat in dieser Entwicklung, das wir wenn wir nicht in Markt abhängig sind von den jeweiligen Angebot von Wissenstechnologie und an Sophistischen Interventionen, dann müssen wir einen Weg der Bildung zum wahren guten schönen gehen. Wahrheiten, die sich in einen philosophischen Bereich befinden. Ich glaube mal die meisten die hier sind werden es ein bisschen mit verfolgen können, da geht es um einen sozusagen Basisimpuls der Philosophie, der zu einer solchen Transzendierung von Marktzusammenhängen führt und diese Basisimpuls der Philosophie, das ist sozusagen sowohl ein positiver als auch ein negativer Ausgangspunkt. Dieser Basisimpuls der Philosophie ist wunderschön und nicht ökonomisch und ideal orientiert an Idealen, stellt sich aber dem was wir im normalen Leben haben mit einer gewissen verzweifelten oder auch triumphierenden Bockigkeit gegenüber, was ja sozusagen Philosophie durchaus sympathisch macht. An dieser Stelle lautstark nicht mitmachen zu wollen, aber in einer Weise bin ich der Auffassung, dass das ein Heldendrama, dass die Philosophie an dieser Stelle spielt, mit dem Appell an die Wahrheit, das ist beschränkt überzeugend, das muss man selber in einer gewissen Weise in Frage stellen und der Punkt der Überschneidung von Open Source und Philosophie, auf dem ich zu steuere ist nun der, dass die Praktiken von Open Source, wenn man sie analysiert, wenn man sie her nehmen kann, verstehen kann als eine Antwort auf diese philosophische Frage, die aber nicht mit einem Ideenhimmel auf die Art und Weise verbunden ist wie traditionell im Anschluss an die sokratisch platonische Philosophie gemacht worden ist.

Ausblick auf weitere Vorlesungen

Das wird uns in weitere Folge beschäftigen. Ich wollte Ihnen, dass jetzt nun als einen Orientierungsbogen darstellen, damit Sie wissen, wohin ich unterwegs bin, damit Sie wissen, was Sie zu erwarten haben unter dem dritten Titel, der nach Präliminarien und Demokratiedilemma noch ganz unausgefüllt ist, nämlich „Besser Wissen“. Ich habe „Besser Wissen“, den Titel einer Vorlesung, plagiiert, die ich selbst gehalten habe. Ich werde unter diesen Titel aber, ein genaueres Verfahren, eine genaue Diskussion dieser Fragestellungen vorstellen.

Die Rolle der Redekunst

Also für die Teildiskussion dessen, die ich Ihnen versprochen habe, wie das Ding bei Platon angelegt ist, steige ich nun ein, in Fragmente der Redekunst. Vielleicht vorher noch, damit das plausibler wird, eine kleine Bemerkung über diese 5 Überschriften, die ich über die Platon-Zitate gesetzt habe. Warum es mir geht ist, auf der einen Seite, Ihnen kurz vor Augen zu führen, was für Sokrates die Rolle der Redekunst, der Rhetorik ist, das hängt zusammen mit den Sophisten. Gorgias ist ein Sophist, der sich als Redemeister erweist, er stellt sich als Weiser der Redekunst dar. Die interessante Frage, die von Sokrates an Gorgias gerichtet ist, ist jetzt die folgende, Gorgias sagt: „So, wie wir unser Gemeinwesen organisiert haben, nämlich dass wir politische Entscheidungen, die alle Leute betreffen, in der Volksversammlung diskutieren und fällen, mache ich dich drauf aufmerksam, dass die Redekünstler, die wichtigsten Leute überhaupt sind.“ Ich greife da jetzt auch einmal vorweg, um zu einem Motiv, dass ausgesprochen eindrucksvoll und einprägsam ist, an dieser Stelle, ein Merkzeichen geradezu, Gorgias sagt dann an der Stelle: “Stellen wir uns doch vor, es geht darum, einen Arzt zu finden oder zu definieren, zu sagen, ich bin ein Arzt und ich habe etwas anzubieten, wer ist ein Arzt. Und da sage ich dir, wenn die Volksversammlung verantwortlich ist dafür, zu sagen, wer ein Arzt ist, dann mache ich mich quasi erbötig, als rhetorisch Begabter, als Redekünstler, die Leute zu überzeugen, dass ich eher ein Arzt bin, als der Arzt.“ Das heißt, die Ärzte werden sehr hilflos an dieser Stelle. In der Volksversammlung sind die Ärzte hilflos, weil die Entscheidungsmechanismen der Volksversammlung darin bestehen, dass man die Leute, und zwar viele Leute überzeugen muss. Ich zeige Ihnen noch dieses Zitat. Diese Idee ist mir so einschlägig und wichtig, dass ich eine vergleichbare Idee aus dem Gorgias auf meine Homepage gesetzt habe. Dieses Zitat aus dem Gorgias lautete wie folgt:

 :Ich werde gerichtet werden, wie unter Kindern ein Arzt, den der Koch verklagte.

Das ist ein wirklich schöner Merksatz, den man ein bisschen ausbuchstabieren kann, um es ganz klar zu machen, wenn die Kinder spielen und sie sagen, dass sie noch ein Stück Torte wollen und noch eines und noch eines, dann kommt der Arzt und sagt, dass sie Karies bekommen und übergewichtig werden, deswegen verbietet er den Kindern ein weiteres Stück Torte. Dann kommen die Kinder und halten Gericht und sagen, wem sie aus der Stadt vertreiben wollen, wer ihnen ihre Geburtstagsparty ruiniert, dass sind die Ärzte und nicht die Köche.

Kernaussage des Zitats

Diese Form Szenario steht bei Platon drinnen als eine nachträgliche Reflexion darüber, was dem Sokrates wirklich passiert ist. In der platonischen Sichtweise ist Sokrates genau angeklagt worden von den Kindern als der Arzt und gerichtet haben die Kinder. Der Ankläger war ein Koch, nicht ein Arzt. Das ist die Botschaft, die Platon an dieser Stelle vermittelt. Im Zusammenhang mit dem Gorgias-Zitat, das ich jetzt hier an dieser Stelle präsentieren und antizipiere, ist es also so, dass Gorgias sich anbietet als jemand, der auf Grund der Redetechnik, Kenntnisse vermittelt, die einem erfolgreicher werden lassen, und das Interessante darin ist nun, dass Sokrates darauf antwortet und sagt: „Wie schaut das eigentlich jetzt aus? Bist du erfolgreich, weil du von all diesen Dingen so viel verstehst, oder bist du deswegen erfolgreich, weil du zu allem was sagen kannst, und zwar so was dazusagen kannst, dass das einen positiven Effekt hat? Das es so effektiv ist, dass die Leute bereit sind, dass von dir zu lernen?“ Und diese Situation wird dadurch eingeleitet, dass Gorgias gleich von Anfang an, als das Gespräch beginnt, sagt: „Ich bin derjenige, der zu allem etwas sagen kann.“ Das ist die Überschreitung in diesen Bereich des politischen. „Ich bin nicht einer, der nur beschränkt ist auf Schuster usw., sondern ich kann zu allem etwas sagen.“ Warum ist es interessant, zu allem etwas sagen zu können? Man könnte sagen, mein Gott, also die sind ja nicht ernst zu nehmen, denen zu allen etwas einfällt. In erster Betrachtungsweise sind das Vielredner oder Möchtegernredner, oder so. Das Ding ist deswegen interessant, weil man in der Philosophie auch dieselbe Art von Problem findet. Da gibt es eine insgeheime oder nicht so insgeheime Parallelisierung zwischen den Sophisten und dem Sokrates, in dem Fall dem Philosoph.

Charakteristik des Philosophen

Philosophen sind ebenfalls dadurch gekennzeichnet, dass sie sich hinstellen und mehr oder weniger den Eindruck erwecken, dass sie zu allem was sagen können. Also alle Menschheitsfragen, nicht nur die Menschheitsfragen, sondern auch das was die einzelnen Wissenschaften machen, in der Philosophie herrscht so ein gewisses stolzgeschwelltes positives Selbstbewusstsein, das Philosophie zu allem etwas sagen kann und warum. Der Grund ist Ihnen jetzt klar, weil wir uns auf einer Ebene bewegen, wo wir nicht Fachwissenschaften sozusagen ausführen, sondern wo wir in den öffentlichen Bereich, jenseits der Fachwissenschaften sind.

Unterscheidung zwischen Fach- und Flachwissen

Ich habe das genannt um noch mal etwas was gestern aufzugreifen. Es gibt eine Unterscheidung zwischen Fachwissen und Flachwissen. So habe ich das prägnant versucht, zu formulieren. Das Flachwissen ist ein notgedrungen, oberflächliches Wissen, das alle Leute haben und haben müssen, damit sie dann ins Fachwissen kommen können. In unserem Zusammenhang, damit sie eine Partizipation am politischen Prozess für alle gewährleisten können. Dieses Flachwissen ist etwas, wo im Bezug auf, was sich die Sophisten und die Philosophen teilen. Und die Frage des Sokrates an die Sophisten besteht jetzt darin, zu sagen, „0k, wenn du jemand bist, Gorgias, der zu allem etwas sagen kann, bist du es deswegen, weil du von all den Dingen etwas verstehst, oder bist du es deswegen, weil alles das mit deinem Trickkasten spinnen, hin- und herschieben kannst?“ Das ist die Frage an den Gorgias. Und Gorgias ist an dieser Stelle, interessanterweise ein bisschen gespalten. In diesem ersten Durchgang gibt Gorgias zu oder nach, und sagt, also ich kann eigentlich nicht mit Sachkenntnis aufwarten, ich beeinflusse Meinungen, ich bin Experte für Meinungen, Meinungsforscher. Und nicht nur Meinungsforscher, sondern Meinungsmanipulator und mit dieser Selbstcharakterisierung gibt er dem Sokrates eine günstige Gelegenheit, darauf zu antworten: „Naja, ok du bist also ein Experte für Meinung, aber da gibt es doch nicht nur Meinung, da gibt es auch Wissen. Und Wissen ist das, was in der Sache ist und nicht in der Meinung.“

Anspruch des Wissens

Diese klassische Unterscheidung, die wir, und das ist nicht nur philosophisch, sondern das ist das gesamte Spektrum von Wissenschaft und der Universitätsbetrieb basiert darauf, auf einer unreduziblen Art und Weise. Also die griechische Terminologie ist „toxa“ und „epistemé“, Meinung und Wissen, dass was so scheint, und dass, was von der Sache her legitim ist. Nun ist es so, gerade beim Sokrates sieht man in einem ersten Schritt, sehr gut, wo dieser Anspruch an Wissen herkommt, von wo er die Idee hat, dass man etwas wissen kann, und das ist Fachwissen. Sokrates geht davon aus, dass es eine berechtigte Frage um eine nachvollziehbare Antwort, darüber gibt, was es heißt, einen guten Schuh zu produzieren. Das machen die Schuster, und das beantwortet die Schustergilde. Das ist eine Form von internen, durch einen Peerbezug geklärte Qualitätssicherungsmaßnahme.

Übertrag auf das „Schusterbeispiel“

Gute Schuhe sind die Verantwortung von Schustern, und die wissen wie man Schuhe macht. Das heißt, es gibt dieses Wissen, das ist vielleicht nicht unbedingt explizit, es ist der Beginn der Frage, welche Form von Wissen soll ich vorbringen, das ist in einer Form praktisches Wissen, aber seit es Berufsschulen gibt, gibt es auch diese Tendenz der Explikation, der Artikulation von Wissen, die man zusammenfassen kann in best-practice Modelle, die man in dem Fall festlegen kann. Die besondere Frage, um die Georgias und Sokrates streiten, ist die folgende: „Gesetzt es gibt also bestimmte Bereiche unseres Lebens in denen wir wissen, was Wissen heißt. In denen wir uns gut auskennen mit den Standards des Wissens, weil beim Schuh, sozusagen, beim Schuhkauf ist Ihnen das Argument vertraut, dass sie wollen sich einen Schuh kaufen, und sie sind mit jemandem dabei und der sagt: „Naja, ich bin nicht sicher ob dieser Schuh sehr gut ist, er schaut zwar nett aus, aber als Schuh? Überleg einmal, wenn du im Schmutz damit gehst, oder so etwas ähnliches.“ Also der Unterschied von Erscheinen, es schaut aus, wie wenn es ein guter Schuh wäre, aber es ist nicht wirklich ein guter Schuh ist uns vertraut. Die strategische Bewegung von Sokrates besteht darin, zu sagen, ich wende diese Art von Kompetenz, ich weiß was Wissen ist, ich wende es im politischen Bereich an. Und so wie ich sage: „Jemand weißt, was ein guter Schuh ist“, sage ich: „Was ist im politischen Bereich, was sind die Fertigkeiten, die Tüchtigkeiten, wie z.B. Gerechtigkeit, wer weiß denn das?“ Und wo ist denn das zu sagen und dass muss sich herauskristallisieren in einer Diskussion, wie der Sokrates startet.

Frage aus dem Auditorium: Inwiefern braucht der Schuster theoretisches Wissen?

Danke. Das ist eine Gelegenheit ein, zwei Sachen zu sagen, die ich verschwiegen habe. Während ich geredet habe, habe ich mir gedacht, dass sollte ich eigentlich doch sagen. Das ist der Grund, warum ich auch auf praktisches Wissen gekommen bin und auf die Berufsschule, weil ich sagen wollte, selbst in solchen Zusammenhängen, die sehr viel mit Verfertigung, mit Handwerk zu tun haben, im weitesten Sinne sind wir in einer Situation, wo auch das Handwerk eine gewisse Theorie mit sich bringt. Es kann umstritten sein, wie sehr man das braucht. Jemand der gut mit Leder umgeht, wird sich vielleicht beschweren, wird sagen, meine Ledergestaltung, die kann ich so und so machen, da muss ich nicht wissen wo das Leder herkommt, und wie das Leder produziert wird und was die Ökonomie des Leders ist. Das ist umstritten, es gibt auch diejenigen die sagen, was ich mit Leder machen kann, bestimmt sich sehr daraus, was die neuen Technologien, dafür sind, Leder zu bearbeiten. Und die Schuhe werden einfach auch anders aussehen, je nachdem wie das Leder, das ich dazu verwendet habe, verarbeitet worden ist und dazu muss ich wissen, welche Werkstoffe die gewählt sind, deshalb muss ich relativ viel wissen. Das ist aber sozusagen mittendrin, das ist eine Antwort, die ist fifty-fifty. Was ich aber sagen wollte und wozu mir ihre Frage Gelegenheit gibt, darüber noch ein bisschen zu sprechen, ist, dass wenn ich jetzt, aus dem Handwerksbereich, aus dem Verfertigungsbereich herausgehe, in die Politik. Dann habe ich eine Situation, die ein wenig anders ist, als in der Berufsschule, weil dann nämlich in der Politik das Reden so was ist, wie das Leder. Wenn ich eine Volksversammlung als die letzte Instanz der politischen Meinungsbildung habe, und wenn ich das nach dem Muster von Fertigkeiten versuche zu denken und dann vor der Frage stehe „Naja, was können wir eigentlich? Was können die, die da in der Volksversammlung auftreten und erfolgreich sind?“ Analog dazu gilt: „Was können die, die gute Schuhe verkaufen? Die ihre Schuhe am besten verkaufen? Was können die?“. Und das ist gerade zu zwingend zu sagen, na ja, die können am besten reden. Es sind diejenigen die sich durchsetzen, dass ist der Trick mit den Ärzten. Also die Redner, werden sich auch als Ärzte verkaufen können in einer Volksversammlung. Das ist das, was die am besten können und das ist genau der Anspruch von Georgias, genau das sagt der Georgias. Ich bin an dieser Stelle der Chef. Weil das was man braucht, das Reden bei mir am besten aufgehoben ist. Und die Frage von Sokrates ist, wenn man sie beim Leder analogisieren kann, dann ist die Frage von Sokrates „Wer, wenn einer sagt, er macht die besten Schuhe?“. Dann haben wir ein Prüfverfahren, wir schauen uns diese Schuhe an, wie schauen wie belastbar die sind und ob sie halten, was sie versprechen und dann sagen wir, ja, er ist ein sehr guter Schuster.

Erkennung des „Besten“ im politischen Bereich

Die analoge Frage von Sokrates in diesem Zusammenhang mit der politischen Situation ist jetzt die, überhaupt jetzt die Frage in den Raum zu stellen: „Woran wissen wir dass, dass jetzt derjenige der beste ist in der Politik?“ Testen wir es, und das ist eine von Georgias Ideen, daran, was seine Reden für einen Effekt haben, oder testen wir es daran, dass was seine Reden für einen Sachgehalt haben, wie belastbar das ist?“ Und was heißt jetzt belastbar, wenn ich wieder bei den Schuhen bleiben kann. Aber man könnte durchaus sagen, der Belastungstest, den Sokrates praktiziert, ist das Leitgespräch. Der Härtetest der Schuhrobustheit besteht darin, dass man sie verwendet etc. Der Härtetest das Anspruchs, als Redner das am besten zu machen, besteht darin, in Hinblick auf solche Fragen wie, was Gerechtigkeit, eine Rede und Antwort stehen zu können. Nach dem selben Verfahren, dass in der Volksversammlung durchgeführt wird, nämlich einem konfrontatives Gespräch, sich durchsetzen zu können. Und jetzt sind wir soweit, ein wenig genauer zu sehen, in welche Richtung dieser Unterschied zwischen erfolgreich argumentieren und sich einem Härtetest, einem Argumentationstest, zu unterziehen, geht. Im platonischen Zusammenhang ergibt sich nämlich das folgende, es ergibt sich dass der Sokrates, der ein tiefes Misstrauen gegen diese Form des erfolgreichen Argumentierens der Sophisten hat, dass der alle seine kognitive Kraft, seine analytische Schärfe einsetzt um diese bezahlten Angebote der Sophisten zu entlarven und zu sagen, sie sind vielleicht effektiv, im Sinn von publikumswirksam, aber nach dem Standard meiner Fragetechnik, und das sind sozusagen, diese Vernunftstandards, wie wir sie von dort übernommen haben, also das methodische Auseinanderdröseln von Argumenten, dass schrittweise aneinanderfügen von Gedankengängen, das Schlüsse ziehen usw. nach diesen Test, und das sind jetzt alles theoretische Tests. Indem öffentlichen Bereich ist das zwar auch eine Praxis, in gewisser Weise ist auch argumentieren eine Praxis, aber da die Volksversammlung mit Rede und Argumenten operiert, ist quasi die Berufsschule der Politiker, die Rednerausbildung, das ist das was die Sophisten sagen und Sokrates antwortet darauf, dass es keine Berufsschule für Politiker gibt, weil dass müssen wir alles selber in die Hand nehmen und wir müssen es so in die Hand nehmen, dass wir sokratische Methoden verwenden, d.h. also dem auf den Zahn fühlen. Die Argumentationen checken, die uns hier entgegenkommen und um die Linie, damit sie wissen, wo das generell hingeht, die ich in diesem Zusammenhang verfolgen möchte ist die folgende: Erstens einmal draufhinzuweisen, dass dieses kritische prüfende Geschäft von Sokrates, wo er sagt: „Was Gerechtigkeit ist, dass lasse ich mir nicht anbieten, dass prüfe ich selbst.“ Dieses Motiv von Sokrates ist verbunden damit, dass er zwar eine hohe Fähigkeit hat, Angebote sophistischer Art auseinander zu nehmen, dass er aber niemals selber zu einem Vorschlag kommt, das heißt er ist an dieser Stelle destruktiv, dekonstruktiv (so wie wir das letzte Mal gesagt haben). Die Sokrates – Platon- Konstellation besteht darin, dass Platon in diesem freien Raum (Sokrates hat das frei gespielt) dann eine positive philosophische Systematik entwickelt und diese Systematik, die etwas prägendes für die gesamte Philosophie hat, ist Sachkompetenz in nicht-ökonomischen ideellen Bereich des Sprechens über Menschheitsfragen. In Orientierung auf biluxidiale Ideen, was immer damit zusammenhängt, dass ist die platonische Lösung dazu und da schließe ich wieder zurück, was ich ihnen zuvor schon angedeutet habe. Mit dieser Form von 2 Welten, leben wir in einer Weise noch immer und die Frage jetzt sozusagen, die zurückprojiziert in die athenische Sokrates-Situation ist die, wenn es damals schon Möglichkeiten gegeben hätte, dass nicht einfach die Volksversammlung auftritt und ad hoc demokratische Mehrheitsentscheidungen trifft, sondern wenn man zu einem Verfahren kommen würde, wo diese Gruppe von Leuten so etwas entscheidet, ständig intern und vernetzt in einen Entwicklungsprozess, in einen Erkenntnisprozess drinnen wäre, der nichts kostet, der nicht bestimmt ist dadurch, dass jemand kommt und sagt, „Ich zeig wie man sich am besten durchsetzt“, sondern eine Diskussionszusammenhang, indem sich die verschiedenen Beiträge gemeinsam weil es wichtige Beiträge sind, in dieser politischen Sache, gemeinsam abstimmen, korrigieren und weiterentwickeln. Kurz um wie es möglich ist, im Internet. Wenn dass so stattgefunden hätte, dann hätten wir jetzt nicht keine Philosophie, sondern eine andere Philosophie, als die wir haben. Weil die Philosophie, die wir haben, dass sage ich jetzt an dieser Stelle ganz explizit, warum das Demokratiedilemma heißt.

Unsere Philosophie, so wie wir sie kennen

Die Philosophie, die wir haben, ist geprägt von einem ganz antidemokratischen Moment, bei Platon. Diese von mir genannte Aussicht in den Ideenhimmel, als ein Ausweg gegen das die Köche verklagen den Arzt vor den Kindern, diese Idee, dass ich gerichtet werde von den Kindern ist ja, wenn man sich das vor Augen führt, ist ja eine ganz eindeutige antidemokratische Sentenz, angesichts der Dummheit der Leute, die den Sokrates verurteilt haben. Die Ideenlehre von Platon, die ebenfalls eine Konsequenz daraus ist, ist genau eine Intervention zu sagen, dass sich die Kinder besser damit anfreunden sollen, dass sie erzogen werden sollen. Also Kinder brauchen eben Erziehungsprozesse und das ist im Staat auch entsprechend rigoros durchgeführt.

Entstehung der Philosophie

Solche Erziehungsprozesse bekommt man in ihrer ganzen Dimension durch den Vernunftbegriff, durch den von uns genannten Begriff der Orientierung an die Vernunft, durch den Austritt aus der Höhle, alle diese Dinge beginnen an dieser Stelle. Diese Form von Erziehung, um es vorsichtig zu sagen, hat aber ein schwieriges Verhältnis zur Demokratisierung. Wenn jemand das Angebot bekommt, dass er Athener ist und zu den kleinen Kreisen der Athener zählt, wenn deine Mutter nicht Athenerin gewesen wäre, dann wärst du nicht Athener, aber du gehörst zu den Athenern. Ich gebe dir jetzt noch Geld, um richtig abzustimmen. Darin ist noch nicht wirklich ein Motiv drinnen, warum er das gut machen soll. „Was ist ein guter Schuh, was ist ein guter politischer Prozess, darin steht das noch nicht drinnen.“ Die Anstrengung, die Drive diesen politischen Prozess qualitativ zu gestalten, so weiterzuführen, dass man da von Guten reden kann, ist nicht etwas was direkt in diesem nominellen demokratischen Zuständen drinnen steckt und darum ist letztlich meine Frage zwischen Open Source und Philosophie, hat auch damit zu tun, ob der Begriff von Wahrheit in der Philosophie, den wir von Platon ererbt haben, ob der nicht zu revidieren ist, angesichts von Prozessen und Erfahrungen des Umgangs mit Wissen, die wir aus der Internetzusammenhängen beziehen. Frage: Möchte jemand dazu etwas bemerken?

Georgias als Redekünstler

Wenn nicht, dann gehe ich das vielleicht mal kurz durch, hier haben sie die Passagen, in denen sich Georgias zunächst als Redekünstler bewährt, hier haben Sie das Zitat: „Welches unter allen Dingen, ist doch dasjenige eigentlich, worauf die Reden sich beziehen, deren die Redekunst sich bedient - sind die wichtigsten und herrlichsten Dinge im menschlichen Zusammenhang.“ Die Redekunst, wird an der Stelle deutlich, hat diese Doppeltheit dazwischen dass man es so verstehen kann, dass man sagt, es ist eine Rhetorik, die Redekunst bezieht sich auf die inhaltliche Vermittlung von Kenntnissen, die man unabhängig vom Reden schon hat. Also ist ein pädagogisch-politischer Prozess oder aber man sagt in der Redekunst, geht es ums Reden überhaupt, prinzipiell ums Reden. Georgias schwankt zwischen diesen beiden. Ich bringe Ihnen da das Zitat, dass ich schon ein wenig angedeutet habe. Georgias antwortet auf die Frage, warum jetzt nun das Reden das höchste Gut ist und nicht zum Beispiel mit Kollegen, in einem Festschmaus sich zu begeben, oder aber elastisch Ausgeglichenheit zuholen, wenn das nicht das Beste sein soll, sondern dass Reden, warum soll es so sein. Georgias: „Wenn man durch Worte zu überlegen imstande ist, sowohl an der Gerichtsstätte die Richter, als in der Ratsversammlung die Ratmänner und in der Gemeinde die Gemeindemänner und so in jeder anderen Versammlung, die eine Staatsversammlung ist.“ „Denn hast du dies in der Gewalt so wird der Arzt dein Knecht sein, der Turmmeister dein Knecht sein und von diesem Erwerbsstand wird sich zeigen, dass er andere erwirbt und nicht sich selbst, sondern dir, der du verstehst zu versprechen und die Menge zu überreden.“

Georgias und Kallikles

„Jede Überredung, also so sage ich Sokrates, welche an den Gerichtsstätten vorkommt und bei den anderen Volksversammlungen, wie ich auch schon vor ihm sagte, und in Beziehung auf das was gerecht ist und ungerecht.“ Hier ist es dann als weitere Punkt, das Zitat, wo Gorgias es zugibt, dass das es eine Fertigkeit über Meinungen ist und nicht über Wissen. In einer späteren Textzeile von Georgias gibt es eine Stelle, wo jemand den Georgias verteidigt. Kallikles sagt, da ist dem Georgias der Mut ausgegangen, da ist er zu Kompromissen bereit, weil in dem Moment in dem ein Rhetor zugibt, dass er nur für Meinungen zuständig ist und für die Techniken des Überzeugens und nicht die stärkere Position hat, dass er nämlich der bessere Arzt ist, weil er sich selber zum Arzt machen kann, dann hat er von vorn herein eine Rolle eingenommen, die ihn nicht damit zum wirklichen Konkurrenten mit dem Philosophen im Bereich der Feststellung politischer Kompetenz macht. Besser sprechen zu können, also die Sprechtechnik (artikulieren, sich klar ausdrücken) das wird vergleichsweise unproblematisch akzeptiert werden als eine Hilfe, auch im öffentlichen Bereich, aber nicht als eine Konkurrenz zu dem Typus von Fragestellungen, mit dem wir uns beschäftigen. Besser reden hat hier also den höheren Anspruch. Es gibt diese Situation, die an dieser Stelle wichtig ist. Ich trage also nach, als Textbefund, Dinge die ich Ihnen von der Sache her schon expliziert habe.

Frage aus dem Auditorium: Ähnlichkeit und Unterschied zwischen den Sophisten und Sokrates?

’’Eigentlich machen ja die Sophisten oder Gorgias dasselbe wie Platon, weil Platon sagt ja von sich selbst, er bringt die Leute in die a priori, er dekonstruiert jetzt quasi beide Meinungen, die man haben kann und die Sophisten machen das Gegenteil indem sie versuchen, beide Meinungen gleich gut verteidigen zu können. Also im Endeffekt ist das Geschäft nicht so weit weg voneinander, oder?’’

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Ich nehme diese Frage zum Anlass, einen kleinen Switch zu machen, bevor ich ihnen das hier vorlese, sage ich ihnen etwas über diese Skizze, weil ihre Frage mit dieser Skizze gut beantwortet werden kann. Was ich ihnen da vorgeführt habe ist, der Markt ist gekennzeichnet durch eine Disjunktion zwischen Fachleuten und Laien. Die Volksversammlung als die politische Instanz für das Gemeinwesen und in dieser Volksversammlung gibt es etwas, was ich den Laienrichter genannt habe. Das habe ich auch schon angedeutet, dass sind eben die Laienexperten. Da gibt es dann noch Zitate, die ich ihnen bringen werde, aber das ist relativ klar, was ich damit meine. Die Frage ist jetzt die, vor der wir stehen, schön und gut dass es diese Laienrichter gibt, aber man kann natürlich nicht ganz übersehen, dass die auch Hilfe brauchen und dass es noch einen Anspruch an Experten in dieser Volksversammlung gibt. Das heißt der Unterschied zwischen Experten und Laien, die aus dem Markt bekannt sind, der taucht hier wieder auf, der kommt hier nochmal und was ist dann der Unterschied zwischen Experten und Laienrichtern. In einer Weise hilft es nichts zu sagen, dass alles zusammenfällt. Wir haben die Frage auch noch unter den Laienrichtern. Wer instruiert sie über Sachen, über die es in der Volksversammlung geht? Das ist einmal ein gemeinsamer Boden von Sophisten und Philosophen. Sie treten beide auf, in der Diskussion darüber: „Was ist gut?“ So ähnlich wie: „Was ist ein Schuh?“ Sie haben also denselben Typus von Fragen, von Auseinandersetzung, von Fragestellung. Der Unterschied besteht darin, also der Vorschlag dieser Skizze, dass die Sophisten in der Frage nach Expertise so umgehen, dass sie das zurückkoppeln an Marktmechanismen. Das heißt, es gibt eine Schleife und die Sophisten sagen, dann nehmen wir dieselbe Gesetzlichkeit, die wir schon beim Schuster, Schneider und Schiffebauer gehabt haben, nämlich dass wir bereit sind, den Leuten etwas zu bezahlen, die sich ausweisen, dass sie gut etwas dafür können und dann sind das eben die Experten, für die Laienrichter und das ist die eine Situation.

Experten/innen

Die Philosophen, die denselben Typus von Problem haben, reagieren darauf in andere Weise. Sie sagen nein, wir binden dass nicht zurück wiederum auf eine Expertenkultur, die jetzt eine Expertenkultur für Fragen ist, die über alle Expertenkulturen darüber geht. Nämlich diese politische Geschichte, wir binden das nicht wieder an eine Expertenkultur, sondern wir bilden es zurück an dieselben Leute, die in der Volksversammlung sind. Wir wollen nicht diese Marktmechanismen, sondern wir wollen nach wie vor als die Beurteilenden, die Leute, die die Laienrichter sind. Die Art und Weise, wie Sokrates das macht, ist dass er es nicht als These von vornherein sagt, sondern, dass habe ich gemeint mit er schafft ein freies Feld, er zeigt es dadurch, dass er sagt, was die Sophisten hier als Zirkel anbieten, dass taugt nichts. Der Grund warum das so ist, ein vollständig einsichtiger Grund könnte man sagen, der in den Zitaten, die ich gebracht habe, können Sie sehen, ist der, dass er sagt: „Naja, in dem Moment in dem Sie etwas zu verkaufen haben, sage ich dir genau was passiert. Sie werden sagen, für Sachen die sie verkaufen können, dass ist das beste.“ Das ist auch ganz klar, weil jeder Kaufmann, jede Kauffrau, wird es in die Auslage stellen, was sie sozusagen glauben am besten an die Kundschaft zu bringen. Damit werden Sie einfach den gewissen Erfolg haben. Jetzt sagt Sokrates etwas, und an der Stelle, kann ich jetzt auch wieder eine kleine Verbindung bringen, die den Bereich der gegenwärtigen Wissensdiskussion, Wissensgesellschaft.

Konkretisierung anhand eines Beispiels (Platon)

Hier gibt es eine Stelle, die Sie auch finden, wenn sie die Unterlagen ansehen, wo er sagt: „Also einerseits ist es nicht verwunderlich, die werden dir genauso wie jede andere Kauffrau, werden dir etwas verkaufen, aber ich sag dir eines, dass ist noch gefährlicher als im Zusammenhang damit, dass du eine Speise kaufst.“ Denn wenn du eine Speise kaufst, und das ist einer der Dinge, wo man, Platon liest, und sich denkt, das ist so genial, das ist unfassbar in einer Weise, wo steht, weil wenn du eine Speise kaufst, dann nimmst du sie mit nach Hause und du hast zumindest die Chance, noch mal zu riechen, ob sie verdorben ist. Bei der Speise hast du ein Verhältnis dazu, du kannst in der Regel checken, ob das auch in Ordnung ist, ob es dir bekommt. Im Zusammenhang mit der Seele ist es so, sein Ausdruck ist „Seele“, wovon nährt sich die Seele, das ist sozusagen seine Strategie, diese Form von gedanklichen Zusammenhängen darzustellen. Die Seele nährt sich von Kenntnissen, von Wissen, von Fertigkeiten kognitiver Art. Platon macht darauf aufmerksam, dass du nicht die Chance hast, dass du riechst, ob die Speise verdorben ist oder nicht, weil die Kenntnis musst du in dich aufnehmen, damit sie wirken und das heißt, du hast sie schon geschluckt, bevor du all das aufnimmst, das sie dich verdorben haben.

Besonderheit des Beispiels

Das ist deswegen so atemberaubend, weil das eine Charakterisierung der Besonderheit von Wissen ist, im Zusammenhang mit ökonomischen Zusammenhängen, die heutzutage auch durchaus diskutiert werden in der Ökonomie. Wissen ist ein besonderes Gut, eine besondere Art von Gut, das hat gerade im Open Source-Diskussionszusammenhang eine große Wichtigkeit. Darauf kommen wir noch zu sprechen, welche Art von Gut, Wissen ist und eine Charakteristik dieser Art von Wert, von ökonomischem Wert, die Wissen ist, besteht darin, dass man Wissen nur haben kann, wenn man es hat.

Die Eigenschaft von Wissen

Man kann jemanden einen Liter Milch wegnehmen, wenn er das nicht bezahlt hat. Man kann beispielsweise jemanden vom Haus delegieren. Während, wenn jemand Wissen hat, kann man es ihm nicht mehr nehmen. (Außer man ist im Science-Fiction, wo man Brainwashing machen kann.) Das Wissen kann man nicht mehr zurückkommandieren. Es hat eine Qualität der Ausbreitung, die es ganz einzigartig macht. Das ist einer der Gründe von Sokrates, dem Sophisten gegenüber extra Vorsicht zu empfehlen.

Frage aus dem Auditorium: Unterscheidet Platon zwischen „Geist“ und „Seele“?

Psyché. Ich habe es jetzt nicht nachgeschaut, aber ich würde meinen, dass dort wo er „Seele“ schreibt, in dem von mir avancierten Zitat „Psyché“ sagt. Geist ist genereller bei Platon, was abstrakt ist. Seele hat etwas mit der Einzelperson, mit Bewusstsein, mit der Verfasstheit von einzelnen Personen. Geist ist mehr ein Terminus von allgemeinem Geist. Es ist natürlich ein langes Gebiet, aber Geist hat mehr zu tun mit der Dimension, innerhalb derer sich die Menschen verständigen. Also Bedingungen der vernünftigen Verständigung.

Ich wollte fragen: Ist die Seele für Platon emotional oder intellektuell?

Ah, so verstehen sie das. Bei Platon – das ist bekannt - gibt es die Dreiteilung der Seele. Eine Befindlichkeit, eine Begierdeseele, eine Reizreaktionsseele, wie Hunger, Durst, Sexualbedürfnisse etc. Und die Seele, die noetos, die ausgerichtet ist auf den Ideenbereich, die ausgerichtet ist auf geistige und kognitive Werte. Und dann gibt es diesen Kampf zwischen den drein.

Berühmte Analogie

Das ist diese berühmte Analogie. Da gibt es ungestüme Pferde und die wollen durchgehen und dann gibt es das Ziel und dazwischen eine vermittelnde Instanz, die diese Dynamik der ungestümen Pferde in Richtung auf ein Ziel organisieren sollen. Aber das ist nun tatsächlich im engeren Sinn platonische Geschichte. Ich gehe nicht soweit, dass ist nicht der Bereich der an dieser Stelle wichtig für mich ist. Ihre Frage nach den Gleichartigkeiten zwischen Philosophen und Sophisten hat mich dazu gebracht. Hat es in etwa geklärt, was sie fragen wollten? Das heißt, ich hab mich an der Stelle gleich nach vorne begeben und ich glaube es wird richtig sein, dass jetzt auch als das letzte Wort stehen zu lassen in Zusammenhang mit dem griechischen Zusammenhang, in griechischen Kontext. Ich verwende die Zeit jetzt noch um den Sprung zum machen, was ich Ihnen gesagt habe, finden sie in den signifikanten Zitaten im WIKI. Und ich mache jetzt den großen Sprung. Ich habe da geschrieben, dass ist dieser kleine Absatz, der diesen großen Sprung jetzt nicht wirklich legitimieren kann. Er ist schon eine arge Konstruktion, die ich aber glaube zu brauchen um, das wo Philosophie herkommt konfrontieren zu können, wie was Open Source ist.

Konsequenzen der Philosophie

Zusammenfassung in einem Satz, was ich Ihnen bis jetzt vorgetragen habe, sei in den platonischen Schriften: „Ist Philosophie als eine Konsequenz einer marktwirtschaftlichen verfassten Demokratie zu fassen.“ Dann ist viel dazwischen gekommen. Der Untergang des klassischen Alt-Athen, Christentum, Völkerwanderung, Mittelalter. Die Frage heute ist, wie verhält sich diese Form des Wissens zu einer neoliberalen Weltordnung. Also, wenn man die Sache so aufzieht, wie ich vorschlage, dann fällt die besondere Denkform (antisophistisch etc.) ins Auge.

Antisophistische Denkform

Sie ist im 4./5. Jh. vor Chr. in einen ganz bestimmten Blase, in eine Bubble, entstanden ist und von der gesellschaftlichen Unterstützung her nicht aufrechterhalten zu war. (Mit Alexander dem Großen, mit dem Zerfall der ganzen athenischen Macht, mit dem Übergang nach Rom). Den damals globalisierten Herrschaften sind all diese Verhältnisse verloren gegangen. Was stattdessen stattgefunden hat, ist ein Aufstieg des Christentums, der wie sie wissen, die griechische Philosophie überhaupt nichts zu tun hat. Ein randständiges kleines Wüstenvolk hat einen Propheten produziert, der unglaubliche Effektivität erzeugt hat. Das führte dazu, dass diese ganze christliche Transzendenzvorstellung reingebrochen ist, in das geistige Klima, das aus der athenischen, platonischen Situation noch immer dagewesen ist. So konnte die Philosophiestruktur und die Frage nach der Wahrheit, im Gegensatz zu den anderen in Christentum umgedeutet werden können, zu einem Kontrast zwischen der hiesigen Welt und dem himmlischen Jenseits. Also Platon hat das nicht gewusst, aber nicht umsonst ist er von den Kirchenvätern als der göttliche Platon angesprochen worden, weil die gedankliche Bewegung zu einem hochgepriesenen Ideenbereich, Abstraktionsbereich hat sich gerade zu glänzend geeignet für das Christentum, dort den christlichen Gott hinzusetzten. Das ist eine lange Geschichte. Das hat natürlich Sozialformen gänzlich anderer Art gehabt. Es ist natürlich nicht umsonst, dass die Renaissance, die Wiederbesinnung, die Wiederneubewertung der griechischen klassischen Schriften stattfindet und ausgeht in den Stadtstaaten Italiens zu Beginn der Neuzeit, wo sich ähnliche verfassungsrechtliche Situationen ergeben haben, dass sich nämlich eine Stadt selbst verwaltet mit gedanklichen Fundamenten, mit denen wir jetzt sehr viel anfangen konnten. Von da an gehen wir jetzt nochmal schneller weiter, in den Bereich, in dem wir heute mir dieser Disjunktion zwischen Grundlagenforschung und fachbezogener finanzierter Forschung, wissen das wir produzieren um bestimmte geschäftliche Erfolge zu haben, Pharmafirmen, wie immer, und auf der anderen Seite, Grundlagenforschung, Wissen von de Art, dass wir es schätzen und haben wollen, weil es uns, abgesehen wie viel es kostet, Aufschlüsse gibt über Wahrheiten. Ich habe mir die kleine Bosheit nicht verkniffen, Ihnen hier ein kleines Anschauungsbeispiel für gegenwärtige Sophistik im Universitätsbereich zu zeigen.

Auslegung auf heutige Situation der Universitäten

Also die Donauuniversität Krems ist dadurch charakterisiert, dass sie ein geradezu überwältigendes Angebot von Kursen, die alle möglichen Kenntnisse, die sie brauchen können im öffentlichen Bereich anbietet zu bündeln. Eine Sache die mich besonders amüsiert hat (sie haben dieses Gespräch auch hier) Meistern ist etwas was ein gutes Beispiel dafür ist, wie heutzutage in tertiären Bildungssektor, wenn man jetzt in Gegenwart schaltet, mit Wissen angeboten operiert wird.

Tertiärer Bildungssektor

Sie profitieren von der Kampfkunst „Aikido“ für einen neuen Umgang mit Konflikten. Da Konfliktgespräche häufiger als Kampfsituation wahrgenommen werden, entfaltet sich leicht ein einen innere Konfliktdynamik, die eine konstruktive und effiziente Konfliktregelung nicht mehr möglich machen. Aikido ist eine Kampfkunst aus Japan deren Basis über 2000 Jahre alte Entwicklung bildet. Aikido setzt den Wunsch voraus, das psychische und physische Gleichgewicht, die eigentliche Identität zu wahren.“ Ich schwamme ein bisschen weiter. Es ist ein bisschen gemein, aber sie lächeln und damit hab ich quasi ein gewisses Einverständnis hergestellt, aber dieses Einverständnis ist natürlich jetzt nicht so zu verstehen, dass wir uns an dieser Stelle sozusagen amüsieren darüber, dass es die Sophisten irgendwo wo anders gibt, die diese Art von kleinen Tricks unterrichten, sondern ich wollte Ihnen noch mal deutlich machen, dass wir noch immer damit konfrontiert sind und uns so sehr ich eben auch darüber lächle, so sehr ist mir wichtig die Frage zu stellen, „Woher kommt diese Superiorität?“ Denn wenn sie nicht wissen, wenn eine Soziologin herkommt und sagen, dass hab ich aber nicht anders erwartet, ihr könnt euch das leisten ihr habt das Geld, ihr habt die Zeit, ihr habt die Intelligenz, vielleicht auch diese höheren Ansprüche für euch auszuprobieren und das ihr dann auch ein wenig verächtlich hinunter schauen auf die Leute, die auch ein Seminar „Konfliktmanagement“ durch Turnern im entsprechenden Outfit machen, dass ich nicht unbedingt verwunderlich aber auch sozusagen besonders respektabel. Wie ich als Beitrag zum allgemeinem Problem nehme, um das ganze jetzt von der Seite der Universität auch quasi noch ein bisschen zu erschüttern und diese gewisse Selbstzufriedenheit, die uns hier eher vereint in Frage zu stellen, habe ich Ihnen ein Exzerpt aus einem Artikel von Robin Cowan zu Verfügung gestellt.

Ergänzende Worte zum Artikel von Cowan: „Universities and the Knowledge Economy“

Der ganze Artikel findet sich hier. Die generelle Richtung des Artikels ist die, dass er sagt, wir hatten um sehr aktuell, extrem aktuell zu sagen wie es nicht in dem Artikel steht, Universitäten hatten früher einmal durch die ganze Geschichte hindurch, zumindest die Geschichte der Neuzeit, hatten Universitäten so in etwa die Funktion einer Fluglinie. Die nationale Fluglinie steht nicht nur dafür, dass sie ein paar Leute per Flugzeug wohin transportiert werden, sondern sie steht für die Identität der Nation. Das ist eine wichtige Sache, so ähnlich wie urtümliche Gründergestalten oder des Parlaments oder das Nationalmuseum und so ähnlich ist die Universität Wiens. Sie müssen sie nur anschauen wie sie da steht auf der Ringstraße, ein Garant der Nationalidentifikation, gleich mit dem Burgtheater und funktional eben so ähnlich wie die AUA. Sie wissen, warum ich jetzt AUA sage, weil nachdem wir die AUA verkaufen, sollten wir uns nicht vor der Tatsache verschließen, dass wir auch die Universitäten verkaufen können und dass diese Funktion der Universitäten als kultureller Fokuspunkt von intellektueller Leistung einer Nation, dass das in einer Zeit in der wir Rankings aus Shanghai haben und dort auf die Stelle siebenundzwanzig plus siebenundzwanzig an der Stelle kommen, dass wir diese Auffassung von Universität, nicht mehr so leicht haben können, die darin besteht das wir sagen wir haben es jetzt geschafft wir sind in der Institution die beste Qualifikation, die beste Qualität der Ausbildung garantiert.

Frage aus dem Auditorium: Was wollten Sie mit dem Aikido-Beispiel aussagen?

Der Hintergrund von dem Aikido ist, dass die Sophisten charakterisiert werden als Wanderlehrer, die Fertigkeiten und Techniken, die sie von anders gehabt haben nach Athen gebracht haben und dort in Athen angeboten haben. Einfach die Techniken und Fertigkeiten und zwar im Zusammenhang durchaus mit Konfliktbewältigung in der politischen Situation. Diese Feature, das wir ja immer wieder mal sehen, dass jemand kommt und etwas, es gibt Aikido-Kurse, die jetzt angeboten werden an der Uni Wien um bestimmte Unternehmensstrategieziele zu erreichen. Das ist für mich ein Beispiel der modernen Sophistik. Wofür du Geld zahlen sollst, ist du gehst dorthin und lernst eine Technik, die dir hilft bei einer Bewältigung Organisationswissensprobleme, ad hoc, das war die Idee. Ich beginne das nächste Mal noch mal mit dem Robin Cowan.