Benutzer:Dermvh

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Version vom 30. März 2011, 16:37 Uhr von Dermvh (Diskussion | Beiträge)
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Transkript

Dass Sie sich von den gefährlichen Drohungen des Anmeldesystems nicht haben einschränken lassen. Ich kann an der Stelle vielleicht damit der allgemeine Orientierungsrahmen für Sie da ist ein paar Bemerkungen darüber machen wie so etwas passiert. Das weiß ich zufällig, weil ich längere Zeit tätig war als Vorsitzender der Curricularkommission und mit Studienverwaltung zu tun habe und ich sage es Ihnen deswegen damit Sie sich auch ein Bild machen können darüber, wie so etwas zustande kommt, was die Zustände und Missstände sind, die so etwas bewirken. Das hat auch eine bestimmte Verbindung zu dem, worüber ich in der Vorlesung selber auch noch sprechen werde, nämlich über Technisierung von Direktaustauschprozessen. Man könnte ja so sagen: das Thema der Vorlesung ist mündlich, schriftlich, elektronisch. Elektronisch - klingeln schon die Alarmglocken: elektronisches Anmeldeverzeichnis. Das ist auf der rechten Seite und auf der linken Seite mit mündlich ist eine Vorlesung. So, wie wir die jetzt haben: Ich stehe vor Ihnen, ich sage Ihnen was. Das kann in der klassischen Art und Weise nur dadurch geschehen, dass sie hier sind und dass ich auch da bin und dass wir reden miteinander. Ich zu Ihnen hauptsächlich mal, aber ich höre gerne, was Sie sagen. Wenn Sie jetzt den Bogen hier spannen, dann haben Sie eigentlich schon ein ganz ein wesentliches Thema von dem, worüber ich sprechen will. Die elektronische Regimentierabsicht sucht wie immer, greift ein, greift über in die traditionellen mündlichen Vorlesungsbetriebe aus einer ganzen Reihe von Gründen - manche davon sind zumindest diskutierbar, manche sind induskutabel. Ich will Ihnen die ein, zwei Gründe sagen, über die man reden kann, die das ein bisschen plausibel machen. Angesichts dessen, wie Sie wissen, dass zu Beginn des Semesters an vielen Stellen Überlastung von Räumen stattfindet, Kapazitäten entsprechend überfordert werden, gibt es eine Möglichkeit das ganze generalstabsmäßig zu regeln, indem man das in eine elektronische Zugangspflicht abfüllt. Das ist eine sehr neue Geschichte. Früher wäre das so gegangen, dass irgendwie ein Saalordner draußen steht und nur so und soviel Leute reinlässt oder sowas Ähnliches. Mittlerweile ist das einen Schritt sublimiert und findet also auf elektronische Art und Weise statt und für Übungen ist das vielleicht auch akzeptabel. Zweiter Umstand, den man wissen muss, ist: Diese Art der elektronischen Reglementierung von Vorlesungs- und überhaupt Lernprozessen ist an der Universität Wien jetzt in etwa zehn Jahre eingeführt, tröpferlweise in einer gewissen Form, denn die Universität Wien ist ausgesprochen inhomogen. Von den Theologen und Theologinnen, die gerne noch zusätzliche Hörerinnen haben, zu den Biologen und Kommunikationswissenschaftlerinnen, die gerne alle Hörerinnen wieder loswerden würden, gibt es sehr sehr unterschiedliche Bedingungen und es haben sich historisch auch sehr unterschiedliche Praktiken ausgebildet, wie man mit diesem Stressfaktor zu Beginn des Semesters umgeht. Eine Charakterisierung von elektronischen Reglementierungen ist, dass die sich sehr schön am Papier entwerfen lassen, dass die sich auch implementieren lassen, wie man so schön sagt, dass es dann ein roll-out gibt, in dem man meistens in einer Versuchsanordnung zeigen kann, wie schön das funktioniert und dass man sich in aller Regel - das hängt ein bisschen an der Sache - nicht so viel darum kümmert, was eigentlich dranhängt und wie das eigentlich im einzelnen dann doch ein bisschen unterschiedlich läuft als das, was man vorgesehen hat. Durch diese Spannung zwischen Elektronik und Einzelsteuerungsbedarf hat es an der Universität Wien die folgende Situation gegeben, die an der Stelle positiv einzuschätzen ist: dass man gesagt hat: "ja wir können das wirklich nicht für alle gleich auf einmal implementieren. Das sind 85.000 Studierende mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Wir geben die Kompetenz an die Studienprogrammleitungen, nämlich die Kompetenz, genauer einzuteilen, wie Sie mit dem elektronischen Anmeldesystem umgehen, was sie dafür verlangen und für welche Typen von Lehrveranstaltungen Sie so etwas vorsehen. Das hat dazu geführt, dass einige Studienprogrammleitungen das ignoriert haben, manche haben es freudig aufgenommen und manche verweigern es aus Prinzip. Zu meiner zunächst einmal großen Enttäuschung, schien mir am Anfang des Februar ein Bruch eingetreten zu sein in der Studienprogrammleitung Philosophie, weil plötzlich hab ich von einer ganzen Reihe von Ihnen die Mails bekommen: "Ihre Vorlesung, obwohl es eine Vorlesung ist, hat eine Anmeldungsgrenze von 45 Leuten. Kann ich da noch reinkommen?" und dann am Ende vom Februar zunehmend desparat: "Ich finde nicht, wo ich mich anmelden kann. Ich brauche es aber zum Abschluss meines Studiums! Es folgt die Hälfte meiner Lebensgeschichte und gern, warum das jetzt notwendig ist." Und ich muss schon sagen: Meine Wut und mein Amusement haben sich in etwa die Waage gehalten. Wut darüber, dass Ihnen das angetan wird und Wut darüber, dass das in der Philosophie jetzt auch schief gegangen ist, bis ich draufgekommen bin: es ist gar nicht so.Das Studienservicecenter darauf angefragt - ich war dumm genug, muss ich sagen, ein Fehler meiner Seite. Ich hätte eigentlich bei der ersten oder zweiten Mail fragen müssen: "Sag mal, was ist denn jetzt los?" Ich hätte mich an der Stelle sozusagen schon mal aufregen sollen. Dann hätte ich Ihnen und mir einiges erspart. Ich war an der Stelle ein bisschen abgelenkt und ein bisschen fatalistisch schon. Da hab ich mir gedacht: "Okay, jetzt ist bei uns auch passiert!" Bin also erst am Ende Februar draufgekommen, dass das einfach ein Fehler in der Eingabemaske war, von der entsprechenden Person, die das zu verantworten hat. Die also mit einem kleinen Häkchen - und das ist mein Unter-dem-Strich-Kommentar dazu - mit einem kleinen Häkchen im elektronischen Administrationsverfahren für, sagen wir mal, sicherlich 50, 60 Leute das Leben nutzlos schwer gemach hat. Das war nicht ihre Absicht, aber das ist eine der Situationen, in die man an der Stelle kommt. Und jetzt noch die letzte Beobachtung zu dem allgemeinen Rahmen, von dem wir hier sprechen. Die Feudalisierung - das kann man in gewissen Sinn als Feudalisierung der Regelung der Anmeldesysteme in den Studienprogrammleitungen beschreiben - die zunächst mal ganz sinnvoll erscheint, weil man an der Stelle flexibler reagieren kann und ich freue mich, wie gesagt, dass in der Philosophie das noch immer gilt, dass Vorlesungen etwas mündliches sind, was, wenn zu viele Leute sind, werden wir schon damit umgehen können und in der Regel, wie Sie alle wissen, ist in drei Wochen hier die Athmosphäre um vieles lockerer und wir können uns leicht unterhalten. Also diese Lokalisierungsmöglichkeit, die führt allerdings in dem Kontext der UNiversität zu einer unerwünschten Nebenwirkung und diese unerwünschte Nebenwirkung ist die folgende, dass Studierende, die nur irgendwie anders unterwegs sind als in nur einer Studienprogrammleitung. Also z.B. die Philosophie hier als Erweiterungscurriculum machen und darum noch nicht wissen, wie großartig liberal wie wir in der Philosophie sind und diese Sachen frei betrachten. Die kommen jetzt z.B. aus der Bildungswissenschaft. In der Bildungswissenschaft haben sie einen Hardliner, der für die Vorlesungen die Anmeldung verlangt und die sind natürlich jetzt vor der interessanten und schwierigen und ärgerlichen Frage: Was gilt jetzt? Das heißt: diese Lokalisierung in Zusammenhang mit einer Globalisierung des Gesamtsystems für alle Studierenden führt zu zusätzlichen Verwirrungspotential. Vielleicht können Sie was damit anfangen das nächste Mal, wenn sie auf eine solche Barriere stoßen: Wehren Sie sich, sagen Sie laut, das käme Ihnen nicht sinnvoll. Ich weiß, dass braucht manchmal Extramotivation, also soviel zu der allerersten Bemerkung, die ich aus gegebenem Anlass Ihnen sage. Zweiter Punkt: Ich sehe zwar einige Leute, die ich schon kenne, aber doch auch eine Mehrzahl, die hier neu sind. Der Gebrauch dieser Vorlesung ist der, dass ich die Vorlesungsunterlagen auf einer Wiki-Plattform, die die selbe Software ist, wie die Wikipedia, zur Verfügung stelle: philo.at/wiki oder wiki.philo.at. Diese beiden Sachen können sie nehmen. Ich zeige Ihnen hier die Hauptseite. Auf dieser Hauptseite gibt es einen Eintrag Lehrveranstaltungen und hier finden sie eine Reihe von Veranstaltungen dieses Semesters und früherer Semester und unter anderem hier den Link auf die Vorlesung mündlich, schriftlich, elektronisch. Wir haben auch, wie Sie vielleicht schon gemerkt haben, hier einen ganz bedeutenden technischen Apparat aufgebaut, auf den ich auch noch ein bisschen zu sprechen kommen werde im weiteren Verlauf. Was für Sie wichtig ist, ist erstens, dass ich das Ding auf MP3 aufnehme, also, Sie können das gut auch separat aufnehmen, aber wir stellen die Sachen noch in der selben Woche in die philosophische Audiothek, die SIe bei Gelegenheit dann auch kennen lernen werden. Die Andrea macht das dann und gibt hier auch einen Link entsprechend dazu. Wir stellen das zur Verfügung und es gibt hier diese kleine Kamera. sodass wir eben auch einen Stream haben. Das ist auch ein bisschen eine kleine - ich will jetzt nicht sagen Guerilla-Aktion - aber sozusagen eine Nebenaktion. Die Universität hat jetzt in sechs Hörsälen Streams eingerichtet. Das ist schon verständlich, dass man, wenn man das universitätsweit organisiert - im Audimax, im Campus, im Hörsaal 1 macht. Wir machen hier unsere eigene kleine bescheidene Streamingvariante. Das nur für diejenigen die mal keine Zeit, keine Lust haben hierher zu kommen, sie können es auch ansehen. Und vor allem, ich komme auch wieder darauf zurück, hat das für mich einen prinzipielleren Wert, weil ich habe jetzt gar nicht geschaut, wie sehr die Streaminglösungen der Universität Wien closed-circled sind. Ich nehme fast an, die werden nur für die Uni gelten, da werden Sie vermutlich nicht am Internet mitsehen wollen. Das können Sie sehen, wenn Sie in Frankreich sind. Es ist einfach frei zugänglich und das ist meine Auffassung auch von dem, wie man heutzutage mit so etwas umgehen kann. Zur Leistungsbegutachtung, Zeugniserwerb. Am Ende des Semesters mache ich eine schriftliche Prüfung in der ich Ihnen Textstücke, Textfragmente vorlege, die aus der Vorlesung sich ergeben und sie zu einem Kommentar auf/für diese Textstücke auffordere. So, das mal als erste Bemerkungskette. Haben Sie dazu Anmerkungen, Fragen? Muss man sich auch anmelden? Das ist ein bisschen heikler. Da bin ich nicht sicher, was die juridischen Sachen sind. Möglicherweise schon, von mir aus aber nicht. In der Regel ist es eine überschaubare Anzahl von Leuten. Wenn sie zur Prüfung kommen und sagen, sie konnten nicht rein, oder ihr computer ist abgestürzt, dann können sie die Prüfung sicher machen. unverständliche Frage: wohl wegen weiteren Prüfungsterminen Nach den Sommerferien. Das ist gesetzlich vorgesehen. Es muss drei Termine geben, weil mit vierten allenfalls dann kommissionell. Das ist übrigens eine wichtige Frage. Erlauben Sie mir die kleine, ebenfalls aktuelle politische Bemerkung. Ich werde im Laufe der Vorlesung nicht wenig über den Charakter auch von Vorlesungen reden und die Tradition die Vorlesungen haben. Im Rahmen dieser Traditionen gibt es den Gebrauch, der noch immer sozusagen im Studienrecht vorhanden ist, dass es bei Lehrveranstaltungen drei Möglichkeiten des Antretens zu Prüfungen gibt. Entschuldigung, ich bin jetzt ein bisschen verwirrt gewesen. Erstens muss es mehrere Prüfungstermine geben. Diese Prüfungstermine gibt es am Ende des Semesters und am Anfang des nächsten Wintersemesters und wenn notwendig in der Sprechstunde. Das ist die allgemeine Regelung. Zweitens aber, das hab ich jetzt verwechselt, zweitens aber gibt es nach der alten Regel der Dinge die Möglichkeit zu einer Prüfung dreimal anzutreten. Also man kann drei mal durchfallen und das vierte Mal wird eine kommissionelle Prüfung sein. Das kommt aus einer Zeit, in der die Selektionsmechanismen und die Anzahl der Leute, die in der Universität sind, die überhaupt arbeiten, also der Prozentsatz der Studierenden eines Jahrgangs der an der Universität ist noch vergleichsweise gering ist und klein ist und wo das offensichtlich zu den akademischen guten Sitten gehört hat, dass man Studierenden auch die Gelegenheit gibt zwei oder dreimal die Prüfung zu verpatzen. Und ich sage Ihnen das deswegen, weil das die neue Studieneingangsphase, die eben beschlossen worden ist im Nationalrat, erstmals seit Menschengedenken diese Regelung jetzt für die Studieneingangsphase außer Kraft setzt und Ihnen nur eine Wiederholung gestattet per Gesetz für alle Universitäten Österreichs. Da sieht man, das ist jetzt nicht eine Frage der Elektronik, sondern eine Frage der Hochschulpolitik, des Hochschulpolitikzuganges, in welchem Feld von umstrittenen Regulierungsansätzen wir uns mit Lehrveranstaltungen befinden. Ich habe nur die Gelegenheit wahrgenommen, Sie darauf aufmerksam zu machen, dass das eine aktuelle Thematik ist. Sonst noch Fragen? Dann möchte ich beginnen mit einer Warnung. Das, was Sie in dieser Stunde hören werden und auch in der nächsten Stunde vermutlich, das wird sehr mosaikartig sein. Ich werde Ihnen keine, nicht sehr viele Texte und nicht sehr viel Philosophie anbieten, sondern eher ein Poutporri von unterschiedlichen Themen und Beobachtungen aus dem Bereich von Mündlichkeit, Schriftlichkeit und Elektronik, um Sie vorzubereiten auf die philosophichen Überlegeungen, die dann kommen werden und auch, muss ich sagen, um Sie anzuregen, selber in die Thematik und in die Auseinandersetzung mit dem Thema einzusteigen. Das habe ich nicht gesagt, das sollte ich tatsächlich doch sagen. Der Zweck des Wikis ist nicht nur Ihnen hier Materialien zur Verfügung zu stellen für die Lehrveranstaltung, sondern auch Gelegenheit zu geben, zu diskutieren. Sie haben hier diesen Button neben der jeweiligen Seite, die hier aufgerufen wird. Das kommt daher, dass die MediaWiki-Software geplant ist, designed ist, für solche Enzyklopädieprojekte, die einen Artikel im Hauptartikel haben und eine Diskussionsseite zu jedem Artikel, indem man darüber austauschen kann, was im Hauptartikel steht. Wir können zu guten Zwecken diese Diskussionsseite verwenden, um Stellung zu nehmen, Diskussionen zu führen über das, was an dieser jeweiligen Seite angesprochen ist. Damit Sie das tun können, müssen Sie sich anmelden. Das geschieht hier und zwar mit einem Namen, mit einem Benutzernamen und einem Passwort, die Sie sich selber aussuchen können. Dann könenn Sie da in der Diskussion schreiben und ich möchte Sie sehr aufmerksam machen und Ihnen sehr ans Herz legen, das zu tun, weil das die Qualität und die Dichte dessen, was wir hier tun in der Vorlesung, bedeutend verstärken und erhöhen kann.# Gerade weil ich Ihnen als nächstes mal ein gewisses Poutpourri vorstellen werde, habe ich vor dem Poutporri ein, zwei Hauptmotive herausgestrichen, die als allgemeine Motivation für das dienen können, was ich Ihnen hier anbieten möchte. Und ein Motto sozusagen für das, was über dem allen drüber stehen könnte, was ich Ihnen in diesem Semester sagen will, habe ich Eric Havelock genommen. Eric Havelock werde ich gleich in weiterer Folge noch zu sprechen kommen, ist ein Altphilologe, der in einem Buch, das heißt Preface to Plato, schon 1963 erschienen ist, nebenher ein bisschen den folgenden Satz geschrieben hat, den ich nicht nur einen Neben-Her-Satz finde, sondern der ein sehr eindringliches Motiv benennt: "You can not flourish a document to command a crowd". Flourish heißt herumwacheln, schwenken, sowas ähnliches. Als ich das gelesen habe, hab ich mir gedacht "ha, das stimmt. das ist ein entscheidendes Thema. Darüber kann man einen Zugang finden." Stellen Sie sich vor, es gibt eine aufgebrachte Menschenmenge und jemand kommt mit einem Buch und schwenkt das Buch vor der Menschenmenge. Ich meine, es gibt in abgeleiteter Folge schon solche Szenarios, kann man sich vorstellen. Mein erstes Szenario, das mir in dem Zusammenhang eingefallen ist: der jemand ist Figl - heißt er Josef, Peppi, Leopold - Leopold Figl. Er hat das Buch und er schwenkt das Buch am Balkon des Belvederes und die Menschenmenge jubelt. Das ist ein ansatzweise ein Gegenbeispiel gegen dieses Zitat, aber er befiehlt der Menge nichts. Er hat an dieser Stelle als Hintergrund eine gemeinsame kulturelle Kenntnis, viel geschichte, viel Leid auch und das Buch symbolisiert an dieser Stelle ein Ereignis, eine gemeinsame Geschichte. Es ist nicht das, was passiert - wenn ich jetzt schon mit Menschenmengen rede und darum habe ich hier die Revolutionen, die wir gerade auch erleben genannt - wenn Sie sich in Tunesien, in Kairo oder in Libyen vor eine Menschenmenge stellen und dort ein Buch schwenken, dann werden Sie keine entsprechenden Effekte haben, was nichts anderes ist und das ist die Aussage, die der Havelock an der Stelle machen will: Es gibt bestimmte menschliche Erfahrungen und politische Prozesse und kulturelle Prozesse sind wesentlich solche Erfahrungen, die abhängig sind von der Leiblichkeit der gesprochenen Rede einer Person, die sich sichtbar, präsent, in einem körperlichen Zusammenhang an andere Personen wendet und in diesem Zusammenhang eine Aufforderung, ein Kommando, eine Handlungsanleitung ansprechen kann. Diese Tendenz, zu sagen, da müssen körperlich Menschen dabei sein, die miteinander reden und die das verhandeln und auch ausstreiten können, diese Tendenz steht gegen eine Tendenz, die sie eben zB unter dem Schlagwort Twitter und Facebook-Revolution merken können, in der der Eindruck entsteht, dass man genügend Textmessages schreiben kann und die textmessages führen dann zur Revolution. Das ist durchaus etwas, was diskutiert wird - ich will es einfach nur einmal nennen, ich will Ihnen das Motiv nennen - und der Grund warum ich Ihnen das Motiv nenne, das hat mit mündlich und elektronisch zu tun. Mit Mobiltelefon-Texting und Netzkommunikation zu tun. Eines der Themen der Twitter und "Facebook-Revolution" ist, dass die Frage gestellt wird gegen die klassische Weisheit: Eine MEnge kannst du nur als Rhetor, als jemand, der sich an sie direkt wendet dirigieren und kontrollieren und motivieren. dass gegen diese Form von politischer Basisauffassung Bedenken geäußert werden von der Art, dass man sagt: Wer war in kairo der große Sprecher? Wer war in Tunesien der große Sprecher? DIe hat es nicht gegeben! Es scheint so zu sein, dass elektronische Textverteilung an der Stelle eine Menge dennoch kommandieren kann. Ich hab in einem Artikel, den ich jetzt grad dabei bin, ihn fertig zu schreiben, das analysiert im Zusammenhang mit unibrennt# und mit unibrennt# ist es eine ziemlich interessante und ähnlich gelagerte Fragestellung, nämlich dass die klassischen, ehemaligen Audimax-Besetzungen, die so stattgefunden haben, dass sich eine entsprechend aufgebrachte Menschenmenge in das Audimax setzt und dann kommen die Reporter und berichten das in der nächsten Zeitung oder vielleicht noch am Abend in der Zeit im Bild und an der Stelle gibt es eine lokale poliische Aktion, die getragen und gestützt wird von einem Nachrichtensystem, dass das in dieser unibrennt#bewegung so nicht mehr funktioniert hat, sondern, dass die elektronische Verteilung und Verbreitung von Informationen und Motivation einen wesentlichen politischen Faktor bedeutet hat für die ganze Bewegung. Will ich jetzt nur einmal ansprechen, um das Themenfeld und die Spannung aufzureißen in etwa. Also wir haben quasi ein Feld, in dem die herkömmliche Darstellung von politische Prozesse sind gebunden an die Anwesenheit und an die Rede der betroffenen Personen, in der diese herkömmliche Weisheit in einem schwierigen Verhältnis zu stehen scheint zu den Revolutionen. Ich will, das sind meine nächsten drei Punkte, darauf hinweisen, dass diese Art von Bruch, die man hier konstruiert, dass die schwerwiegende und signifikante kulturelle Distinktionen schafft, also zB gegen Bürokratie im Sinn des Anmeldesystems oder auch im Zusammenhang mit elearning, wo man so was ähnliches sagen könnte, wie das, was ich mit dem elektronischen Anmeldesystem gesagt habe, wo wir ein Spannungsfeld haben dazwischen, dass jemand im Zusammenhang mit Bürokratie sagt "Aber ich möchte mich nicht unterwerfen diesen anonymen Regeln die irgendwo geschrieben und durchexerziert werden. Ich will dagegen meine Person, meine Stimme, meine Präsens in die Waagschale legen. Ebenso beim elearning analog dazu - man lernt nicht dazu, man könnte nicht nur sagen eine Menge wird nicht kommandiert, indem man ein Buch vor ihren Augen schwenkt, sondern genau ähnlich sind die Argumentationen: man lernt nicht damit, dass man sich in einer elearning-Plattform weiterklickt. Man braucht zum Lernen eine Realpräsens, eine Liveauseinandersetzung. lernen genauso wie politische Dinge haben wesentlich diesen Involvierungsfaktor und Sie können, wenn Sie sagen wir mal mit Bürokratie hier zu tun haben, können Sie auch - und da komm ich dann gleich als näcshtes dann dazu - Sie haben mit dieser Aussage des... man kann bestimmte Effekte nur durch leiblichen Einsatz erzielen, auf eine Menge haben Sie auch vorgeformt eine klassische Trennung zwischen den Menschen auf der Straße und den GEbildeteten, den Intellektuellen, diejenigen, die die Bücher lesen oder vielleicht sogar schreiben. In dieser Beobachtung steckt auch sowas drinnen, wie "du kannst noch so viel studiert haben, du kannst noch so viele Bücher gelesen haben und wissen - mit den Büchern, die du da gelesen hast, kannst du die Menschen nicht motivieren. Du kannst ihnen nicht das Buch hinstellen und kannst sagen: "Das ist doch wirklich ein wunderschönes Buch und nicht nur ein schönes Buch sopndern auch ein wichtiges Buch und weil es ein wichtiges Buch ist, musst du dem Buch folgen. Also das ist vielleicht noch gegangen, ähnlich wie mit dem Statsvertrag, in einer Zeit, wo das Buch die Bibel war. Auf das wird auch noch sozusagen einzugehen sein. Aber in der Regel haben wir heutzutage eine Situation, in der diese Intellektualität im Sinn des Expertentums in Umgang mit Text und Schrift in einem... das gelernte Wissen, das Gelernthaben oder so... in einem Kontrast steht zu dem, was staatsbürgerliche Aufgaben sind. Obwohl auch hier, und das ist quasi die allgemeine Schlussfolgerung, die ich jetzt davon ziehen möchte, auch hier eine gewisse Problematisierung dieses Aufbrechens, dieser Trennung zwischen einfach reden wie einem der Shcnabel gewachsen ist und Intellektualität, Bücher lesen und so weiter festzustellen ist. Auf das werden wir noch kommen. Worauf ich noch kurz hinweisen möchte, damit Sie in etwa wissen, in welche Richtung das gehen wird, was ich mache. Das ist das Potpourri, von dem ich schon gesprochen habe. Dann komme ich wahrscheinlich relativ ausführlich zur Situation von mündlichkeit und Schriftlichkeit in Griechenland. Wir werden sehen, dass das ein sehr einprägsames Motiv für die Fragen ist, die wir hier haben. Das Stichwort vom Meer, Das Stichwort Platon, Stichwort Kritik der Schrift in Platons phaidros. Ich habe die Christen schon angesprochen. Das göttliche Wort hat die Besonderheit, dass es mündlich und schriftlich gleichzeitig ein Thema ist. Und das Wort ist Fleisch geworden, heißt in einer Weise nicht nur, es ist sozusagen dieses Göttliche, geisthafte Wort inkarniert, Mensch geworden, sondern indem es Mensch geworden ist hat es auch Protokollanten gegeben. Und die Protokolle dessen, dass das Wort Fleisch geworden ist, haben wir vorliegen in der Bibel und damit haben wir eine ganz besondere Konstellation von Realität, körperliche Realität, Lehre, Gelehrte, die Lehren Jesu, als er auf der Welt gewesen ist zusammen mit der, wie gesagt, Aufzeichnung. Was hätten wir nicht für ein anderes Leben, wenn es damals schon MP3 gegeben hätte. Die Verlage sind dann die Säkularisierung des Wortes und die Mechanisierung, das geht auf Gutenberg, auf das Thema wie sich die Verschriftlichung mit einer massenmedialen Technik verbindet. Die Schlagzeile, ich sage nur mal die Schlagzeile als solches, lasse mich mal nicht darauf ein: Ein Kontext, vor dem ich da vieles sage, was ich sage, ist, das was Chaques Derrida erfunden hat als Schlagwort für genau diesen Satz. Als Schlagwort für diesen Satz, wie ich ihn erläutert habe, hat Derrida den Terminus Logozentrismus erfunden: also der Glaube daran, dass das gesprochene Wort in der Gegenwärtigkeit, in der Wirksamkeit das kulturtechnische Hauptphänomen ist und Derrida hat in seiner Grammatologie, in seiner Akzentsetzung auf die Schriftlichkeit, auf Notationssysteme hat er schon etwas getan, was in diese Richtung geht, wie das, was ich Ihnen angedeutet habe, nämlich diesen Logozentrismus in Frage zu stellen unter Verwendung von Argumenten, die darauf hinweisen, wie unentbehrlich die Schrift in all diesen Prozesse ist und für Schrift liest dann auch, und das ist das letzte, wie es Computercode, das ist weniger Derrida, das ist etwas wsa von mir am Ende kommen wird. Ich lasse es damit einmal bei den einleitendsten Bemerkungen so sein und geh zu den Motiven. Vorher frage ich Sie aber noch, ob Sie Anmerkungen haben. Das kann mehreres heißen, aber ich gehe dem jetzt nicht direkt nach. Was ich tun werde, ist also vielleicht tatsächlich bei dem Havelock beginnen. Bei dem Buch, das ich Ihnen schon zitiert habe und das eine Themenstellung in die Diskussion bringt, die aus mehreren Gründen, obwohl es schon Mitte des vergangenen Jahrhunderts gewesen ist, jetzt etwas sehr aktuelles hat. Diese Themenstellung kann man vielleicht am besten so einführen, dass man sagt: Stellen Sie sich eine Welt vor, in der gibt es keine zeitung, keine Elektrizität, keine Flugzeuge, sehr sehr vieles gibt es nicht. Da gibt es auch keine Schrift, die Leute sprechen miteinander, leben in eher wenigen Bereichen, es gibt Schiffsverkehr. kurzum, es ist das achte und siebte Jahrhundert vor Christus. Und in diesem 7. und 8. Jahrhundert vor Christus kommen die Leute ganz offensichtlich auch über die Runden. Die wissen noch nicht, wie viele schöne andere Möglichkeiten es gibt. Was tun die in ihrer Freizeit? sagen wir mal so: abgesehen davon, sich zu erholen von den Schwierigkeiten des Lebens. Wenn ich gemeint habe, was tun sie in ihrer Freizeit, etwas ironisch gemeint, was ich eigentlich sagen wollte ist: wenn die Mühen des Alltags und die Notwendigkeiten der Verständigung, die darauf hinauslaufen,d ass man sagt: du musst dich da um das Pferd kümmern, weil das ist krank. oder "du musst da jetzt rechts weggehen, weil da kommt eine große Welle." wenn diese Art von verständigungen, die man braucht zum Überlegen, wenn die weggefallen sind, welche kulturtragenden Möglichkeiten der Verständigung gibt es dort? Wie können sich in dem Fall die Griechen darüber verständigen, darüber miteinander kommunizieren zB dass sie eine gemeinsame Stammesbasis haben, dass sie zB alle aus einer Einwanderungswelle kommen. Wie können sie sich darüber verständigen, wenn eine person von einer Stadt in eine andere Stadt kommt, dass es hilfreich und geradezu lebenswichtig ist, dass man Leute nicht einfach erschlägt, wenn sie dort hinkommen, sondern zB aufnimmt, wenn sie griechisch können und ihnen zumindest für einen tag lang ein Essen geben. Wo kommt das her? Wo ist das niedergeschrieben? Es ist nirgends niedergeschrieben in diesem Zusammenhang. Es gibt keine griechische Verfassung, auf die man sich bezeihen kann. Es gibt keine Gesetze, auf die man sich beziehen kann. Und hier ist die Idee von Havelock - ich muss dazu sagen, ich übernehme sie einfach, ich bin kein Historiker und Kulturgeschichter, der das jetzt genau untersuchen würde, wie sehr diese Idee tatsächlich in der historischen Wirklichkeit belastbar ist, aber ich glaube als eine Aufforderung zum Denken sit das sehr wichtig und interessant. Havelock sagt, um es mit dem Beispiel der Gastfreundschaft zu sagen: "Das ist niedergeschrieben. Es ist nicht niedergeschrieben, aber in einer Form niedergelegt in den Epen. Es ist niedergelegt in der Poesie, in der Dichtung. in der Dichtung, die zB Homer repräsentiert. Wir werden auf Homer noch genauer zu sprechen kommen. Die Besonderheit von Homer in dem Zusammenhang besteht darin, dass er ganz offensichtlich kursierende Gesänge, die memoriert und aufgeführt worden sind von Sängern, die von Stadt zu Stadt, von Hof zu Hof gezogen sind, und die sich mit gemeinsamer Geschichte, mit der Herkunft er gemeinsamen Geschichte diese griechisch verstreuten Städte beschäftigt hat, diese Geschichte ins Bewusstsein gebracht hat und immer wieder aktualisiert hat durch das Aufführen von Gesängen. Von rhapsodischen Inszenierungen der Ilias. Und zB in diesen Gesängen finden sich nun die Paradigmen, wie man mit Gästen umgehen soll oder wie geht man um, wenn ein General bockt, wenn man einen unwilligen Kriegsführer hat oder wie geht man um, wenn man eine Stadt erobert, wie organisiert man die Verteilung der Beute, wenn man eine Stadt erobert. Wie organisiert man das Begräbnis einer Person, die am Schlachtfeld gefallen ist. Das sind alles Fragen, die insofern kulturtechnisch wichtig sind, als man sagen könnte: "Also wenn jemand tot ist, okay da fällt uns schon nochmal was ein, wie wir ihn irgendwie beseitigen. Das er uns dann nicht mehr in der Stadt herumliegt." Das ist die eine Geschichte. Zum Verständnis einer Gruppe von Menschen, zum Selbstverständnis einer Gruppe von Menschen, einer Kultur, gehört aber dazu - und das war das was ich dann spaßhaft angesprochen habe, wie ich gesagt habe "was machen die in ihrer Freizeit?" gehört dazu, dass es Formen gibt, mit denen man diese Eventualitäten auffängt, Rituale, Formen, Gebräuchlichkeiten und in der Ermangelung der Schriftkultur, ist die Aufzeichnungsform, die sich anbietet eben das gesprochene, das gesungene Wort. Das zirkuliert als Volksweisheit. Volkslieder haben wir noch immer, also vielleicht so ein ganz einen kleinen Zipfel von Volksliedkultur kennt der eine oder die andere vielleicht noch und ichs age an dieser Stelle auch vorausblickend, das diese neuen Perspektiven auf die Homerforschung - neu sind sie ja nicht mehr ganz - aber diese Perspektiven der Homerforschung, die sind wesentlich angestoßen worden durch Ethnologen, die im Balkan untersucht haben die Kultur von Volksethen und die Art und Weise wie noch am Anfang des vergangenen Jahrhunderts Volksepen aufgeführt worden sind und weitergegeben worden sind. Geschichten von alten Leuten bewahrt und weitergegeben an die Kinder, diese Art von Geschichtenerzählen. Und Leute, die diese Gebräuche im Balkan untersucht haben, haben die Verbindung gezogen dann zu den Zuständen vor Homer und zu der Situation, in der es dann dazu kommt, diese kursierenden Gesänge zu verschriftlichen in einer Art und Weise. Denn das, was wir haben - hier sind wir genau an dieser Schnittstelle von mündlich und schriftlich - was wir haben, ist natürlich die Ilias und klarerweise, es wird Ihnen sofort einleuchten, die Art und Weise wie wir darüber reden, aus tief geprägten Schriftkultur, geht über diese verschriftlichung der damaligen Gesänge, was aber nicht heißt, dass wir nicht Mittel und Wege finden könnten, mit Hilfe dieser Verschriftlichung nach hinten zu schauen und zu frage, wie wäre das damals gewesen. Ich habe jetzt sozusagen einfach ein bisschen extemporiert hier und werde Ihnen nicht das Zitat im Ganzen vorlesen, sie können es studieren. Ein wichtiger Punkt, der hier drinnen steht, ist der, dass und das meint die verkehrte Welt, dass unter solchen Bedingungen die Dichtung, das sozusagen die Inszenierung gehobener Erinnerungsdramen, ein ganz anderen Stellenwert gewinnt, als denn den das bei uns hat. Bei uns ist Lyrik - also Epik gibts ja schon gar nicht mehr - und Lyrik ist etwas Raffiniertes, Abgeleitetes und die normale Rede und die Schriftkultur gelten als die Basis unserer Gemeinsamkeit. Also Nationalsprachen zB sind entstanden an der Stelle - also wenn man zB sowas nimmt wie das Slowakische als eines der Beispiele: das Slowakische entsteht als im 19. Jh ein Pfarrer die gesprochene Rede transkribiert und in ein bestimmtes grammatisches System bringt und damit ein Schriftsystem erzeugt, auf das sich das Volk berufen kann, auf das das Volk hinweisen kann und zu dem es sagen kann: "Das ist unsere slowakische Sprache". Und dann gibt es noch in der Sprache noch extra Literatur, Lyrik oder sowas ähnliches. Diese Ordnung der Dinge wird - das war der Sinn von dem, was ich Ihnen vorher erläutert habe - wird umgekehrt, schaut ganz anders aus, in dem Moment, in dem die erhabene, gehobene Kommunikationsform eines Epos das verbindende ist und die alltäglichen Besprechungen und so einfach nicht den Level an Raffinesse erreichen können, den diese kulturtragenden Medientechnologien, wenn sie es jetzt so wollen im weitesten Sinn, Kommunikationsstrategien haben, aber mit dem kleinen Unterschied, dass diese Kommunikationsstrategie eine der Wörter, der mündlichen Adressierung ist und diese mündliche Adressierung ist auch nicht mit Lautsprechern oder Podcasting anderswohin möglich. Gut, ich hoffe, ich habe Ihnen ein bisschen etwas als Motiv gesagt darüber, wie ich mich der Sache widme und was ich jetzt heute auf jeden Fall noch machen kann und machen will, ist eine Nutzanwendung - ich, wie gesagt, es wird ein Potpourri - eine Nutzanwendung dieser Überlegungen für den Lehrtyp "Vorlesung", für das Event, dem wir hier alle beiwohnen. Und ich habe Ihnen hier drei Bilder zur Erinnerung gebracht, die jetzt die richtige Welt sind. Also die verkehrte Welt ist die, in der die Sänger bestimmen wie das Volk zusammengehört. Die Welt, die wir kennen und im Prinzip noch immer auch die Universitäten reguliert und zwar seit hunderten und hunderten Jahren, ist an dem Beispiel dadurch charakterisiert, dass es eine Vorlesung gibt, das es Vorlesungsmitschnitte gibt und dass es Bücher gibt. Diese drei Begriffe sind an dieser Stelle selbstverständlich zu nennen. So selbstverständlich, dass man vielleicht gar nicht glaubt, dass das einer Erwähnung wert ist. Die alte mittelalterliche Konstellation, die Sie hier sehen und die im Prinzip noch immer genau dieselbe ist: körperliche Anwesenheit. Da vorne steht einer, gestikuliert und sagt etwas. Daneben, auf der anderen Seite gibt es aufmerksame oder weniger aufmerksame Leute, die sich das sagen lassen. Was ist die Folge davon? Manche schreiben mit, manche schreiben nicht mit, aber die traditionelle Form hier diese Kommunikation, die von dem Kopf in diesen Kopf geht, wird traditionell dadurch umgesetzt, erweitert, implementiert, dass jemand mitschreibt ganz einfach. Das ist also hier ein Transfer von der mündlichen Augenblicklichkeit in die schriftliche Festgeschriebenheit, welche damit zu tun hat, dass man in der Lage sein möchte, zu Prüfungszwecken oder vielleicht nicht nur zu Prüfungszwecken sondern auch zu anderen Zwecken, das wieder aufzurufen, was da passiert. Es ist also ganz offensichtlich eine Speichertechnik, die durch Ihren Körper hindurch geht, vom Kopf in die Hand oder in den Laptop und was dann dort drin ist, das ist ein niedergeschriebenes Ding und das hier wird dann weiterverarbeitet. Das Buch im klassischen Sinn und auch noch immer im heutigen Sinn ist ein Destillat aus einer Reihe von solchen Prozessen, lässt sich aber einfach sehr separat und segmentiert als der dritte Schritt dieses Vorgangs wahrnehmen und mehr brauche ich glaube ich jetzt zu diesem Vorgang zunächst nicht zu sagen, zu diesem klassischem Muster. Was ich aber sagen will und das wird mein wichtiger Punkt sein, (da muss ich jetzt hier, ich hoffe das funktioniert, gehen wir mal, ich klicke jetzt auf das hier drauf, was Sie nicht sehen.) Audio: Zeichen, dass Sie bei dieser Witterung hierher gefunden haben und möchte damit beginnen, abschließend zu den Bildwelten, die wir bisher besprochen haben, also sozusagen wirklich abschließend einen kurzen Hinweis auf die Wiki-Diskussion zu machen, die sich in den letzten beiden Wochen entwickelt hat unter den Titel "Von der Matrix zur Sonne". Sie erinnern sich vielleicht das letzte Mal eben vor vierzehn Tagen ist von der Frau Burian dieses Problem angesprochen worden, dass wir, wenn wir uns schon einmal massiv getäuscht haben, dass uns das immer wieder passieren könnte. Das ist nichts so Aufregendes. Es dient dazu, Sie darauf aufmerksam zu machen, dass das, was hier geschieht, per Audio hörbar zur Verfügung steht, verwendet werden kann und auf eine Art und Weise - und das ist jetzt das nächste - verbunden mit dem Wiki hier - das ist das selbe Wiki, das wir jetzt hier benutzen. Es handelt sich einfach um den Anfang einer Vorlesung vom vergangenen Semester. Das hier ist die Seite, über die ich diese Vorlesung gehalten habe, und die jetzt quasi die Notizen, die der Vortragende mitbringt zur Vorlesung repräsentieren, sodass Sie sehen können, worauf ich mich bezogen habe und dann - jetzt geht es weiter - und dann gibt es im vergangenen Semester eine Transkription der Vorlesungen. Also die zwei sind jetzt auch schon vergeben: alle Vorlesungen, die hier mit MP3 aufgenommen worden sind, sind von Studierenden transkribiert worden und das ist einfach der Text "Ich betrachte es als besonderes Treuezeichen bei dieser Witterung hierher gefunden haben. Ich möchte damit beginnen." Das heißt, was Sie gerade gehört haben, ist ganz durch sozusagen als Text vorhanden und weil es dieses Vorlesungsmaterial gibt, weil ich das Vorlesungsmaterial zur Verfügung gestellt habe im Wiki gibt es - ich habe Ihnen da ein ganz besonderes Highlight herausgeholt, sie können es sich dann anschauen, wenn Sie das dann weiter studieren - gibt es die Möglichkeit im Wiki, darüber zu schreiben, weiter zu schreiben. Das ist die Diskussionsseite zu der Anfangsseite hier. Das sind die Ikonen im Cyberspace, über die ich da rede, das ist meine Vorlesung und hier hat der Peter Wamtaser??? in einer Recherche sehr interessante zusätzliche Bemerkung darüber gemacht. Sehr interessante zusätzliche Bemerkungen darüber gemacht und Entdeckungen gemacht, was ich in der Vorlesung gesagt habe, was wiederum dazu geführt hat, dass in der nächsten Vorlesung ich - wenn da die nächste Zeile - mich auf das bezogen habe und dann haben Sie wieder die Audiogeschichte, dann haben Sie das Vorlesungsmaterial, die Transkription usw. Das ist einfach nur einmal eine Beschreibung, von dem, was wir hier tun und was ich schon seit längerer Zeit tue. Ich nehme aber die Gelegenheit wahr, Ihnen mal eine Skizze vorzulegen, die das ganze ein bisschen versucht auf den Punkt zu bringen, was da passiert. Und die Bedeutung eigentlich auch, eigentlich das Erstaunliche, was da passiert, was man ganz einfach nur zur Kenntnis nimmt, wenn es halt abläuft ohne die richigen Begriffe zu haben, vor Augen zu führen. Nämlich Sie haben eine Vorlesung. Sie haben eine Vorlesung und diese Vorlesung funktioniert jetzt nicht mehr so wie ich es Ihnen oben im alten Modell gesagt habe - Sie wissen schon, muss ich jetzt nicht weiter erläutern - sondern die Vorlage zu dieser Vorlseung ist in der Vorlesung selbst präsentiert - das ist natürlich in jeder Powerpoint auch schon ganz üblich, das ist nichts Besonderes, was jetzt hier ist - wir sind an vielen Stellen einfach soweit, dass die Vorlagen zur Vorlesung und die Vorlesung parallel laufen und darüber hinaus, nächstens, weiter gibt es live eine 1:1-Wiedergabe dieser Vorlesung. Etwas, was es schlicht und einfach nicht gegeben hat, wenn irgendjemand im letzten Jahrhundert mit der Kamera reingekommen ist, Film aufgestellt hat und so konnte schon eine Vorlesung aufnehmen nicht, aber das ist nicht Streaming, was wir hier haben. Also hier haben wir ein Öffnen dieses Vorlesungszusammenhangs in die gesamte Globalität, in den gesamten Internetbereich und zwar die auf eine eins-zu-eins Art und Weise. Sie haben eine weitere 1:1-Korrespondenz zwischen der Vorlesung und der Tonaufnahme der Vorlesung. DAs ist einfach strikt 1:1. Und Sie haben eine 1:1 mehr oder weniger, plus minus, 1:1-Korrespondenz zwischen der Aufnahme und der Transkription der Aufnahme. D.h. Sie sind in einer Echokammer, kann man sagen. Es ist einfach in einer gewissen Weise unglaublich, was da passiert. Die Inhalte dessen, als ob die so wichtig werden, als ob es nicht ausreichen würde, dass ich Ihnen im kleinen Kreis mal ein bisschen was erzähle. Das hier ist ja so angelegt, als ob es das Wesentlichste überhaupt wäre, wenn das dreimal dokumentiert und entsprechend nachgefabelt usw wird. Die Idee ist natürlich nicht, dass das so wichtig ist. Die Idee ist eher die, das auszuprobieren, was möglich ist und zu schauen, welche Ergebnisse sich daraus ergeben. Ich habe Ihnen jetzt die 1:1-Sachen gesagt. Es ergeben sich daraus dann noch weitere Perspektiven, die ich hier jetzt als 1 zu Unendlich dargestellt habe. Also zwischen der Vorlesungsvorlage und der Transkription, also eigentlich zwischen der Vorlesungsvorlage und der Vorlesung müsste ich eigentlich schreiben. Ich hab das hierhin geschrieben, weil es sich in der Transkription dann sozusagen niederlegt. Dazwischen gibt es einen sehr hohen Spielraum, sie werden es noch manchmal feststellen, dass ich hierher komme und eine Vorlage habe und dann über was anderes rede. Dass mir gerade die Vorbereitung von bestimmten Hilfsmitteln als ein Absprungbrett dient, um etwas anderes zu sagen, was ich mir unter anderem dadurch leiten kann, dass ich dann sowas sagen kann, wie: "Wissen Sie, das Zitat, das lesen sie sich dann selber zuhause durch." Das ist sowieso, vor allem das muss ich Ihnen jetzt nicht vorlesen. Es ist ja nicht meine Aufgabe, Ihnen das Lesen zu ersparen. Diese Form von Unbestimmtheit und Mehrfältigkeit gibt es und dann vor allem die schon angesprochene Mehrfaltigkeit zwischen Transkription und den Diskussionen, zwischen dem, was mit den Transkriptionen gemacht werden kann. Warum ich Ihnen das alles so ein bisschen auseinander dividiere, ist, weil ich das Stichwort verschwimmen plausibel machen wollte. Hier ist die Welt noch in Ordnung. Da geht es zur Vorlesung. Und da kommen Sie zur Vorlesung und in diesem Zusammenhang denken Sie auch "Na gibt es da irgendwie Extra-Schikanen? Muss ich, damit ich dort hingehen kann noch extra irgendwo anmelden? Weil wenn ich mich nicht angemeldet habe, dann bin ich dort nicht und wenn ich nicht dort bin, dann verpass ich was Wichtiges und dann geht mir das Zeugnis verloren" oder "der ist unangenehm und lästig, wenn er mich nicht sieht in der Vorlesung." Das sind die Muster, die wir - also ich sowieso, aber Sie vermutlich auch noch - mitbekommen haben und das stimmt alles nicht mehr. Angesichts dieses Verlaufes ist es gelinde gesagt lächerlich. Und die Frage ist "Wie geht man damit um?". Der Grund dafür, warum ich Ihnen das hier so am Anfnag der Vorlesung sage, ist: Das kommt daher, dass die Differenzen zwischen Mündlichkeit, Schriftlichkeit und Elektronik den traditionellen Lauf der Dinge sprengen. Das ist die Pointe, die ich hier machen wollte. Dass wir uns in einer Welt befinden, in der nun pötzlich Dinge möglich sind, die früher nicht möglich sind und nicht nur möglich sondern einigermaßen selbstverständlich sind. Ich bringe Ihnen nur den einen Punkt: Ich weise Sie auf die philosophische Audiothek hin und ich weise Sie darauf hin, dass im Philo-Wiki ganz am Anfang, wenn Sie dort hinschauen, durch ausgesprochene motivierte und unglaublich hilfreiche Arbeit von Marios Passov Vorlesungen am Institut für Philosophie audiomäßig gesammelt sind. Wie kommt es dazu, dass die gesammelt sind? Das ist eine Illustration auch noch von dem, wie die Sachen aus dem Leim gehen. Diese Geschichte, dass hier die Apparate liegen, passiert ja nicht in der Vorlesung alleine, sondern passiert in vielen Vorlesungen und seit nicht allzu langer Zeit gibt es die ganz einfache Mäglichkeit, was man da digitalisiert schon aufnahmemäßig erfasst hat, wenn man es am Computer hat, auf einen Click-Hoster zu schicken, also FileShare damit zu betreiben. BitMonster ist das nicht, EasyShare, wie immer diese Sachen heißen, Media Fire. Das heißt, sie kriegen das von Ihrem kleinen Gerät sofort auf ein Depot im Internet und das hat zur Folge, dass die lehrtätigkeit des Instituts für Philosophie zur Hälfte in den verschiedenen ClickHostern der Welt spurenmäßig niederschlägt. Das ist eine Illustration und Marios Passov ist derjenige, der mich darauf aufmerksam gemacht hat und der gesagt hat, das sollte man doch wieder einmal ein bisschen zurückbeziehen, da sollte man vom Institut her eine koordinierende und organisierende Möglichkeit vorsehen. Noch jetzt als Beispiel dafür, wie sehr die DInge auseinanderdriften und wie eindrucksvoll darum scheint mir das Problem ist, mit dem wir uns hier beschäftigen müssen. Wollen Sie dazu etwas bemerken? Verstehen Sie Wikipedia, Youtube als Bindungsmittel der Gesellschaft oder wie? Nein, also Wikipedia spreche ich ganz ausgesprochen nicht an, weil die haben zwar einen sehr breiten Themenbereich, aber eine sehr ausgeklügelte Form die Sachen zu organisieren und - mit all den Schwierigkeiten die man damit gibt - es geordnet darzustellen. Also die geordnete Darstellung des Wissensbestandes in einem Lexikon, alphabetisch und mit Stichworten und mit Literaturangaben usw. Das ist von der Idee her ganz alte Schule. Es bringt dadurch, dass es eine gemeinsame Aktion ist und dadurch dass es am internet ist, bringt es wesentliche neue Bestandteile, aber orientiert ist es an einer Enzyklopädie. Und es funktioniert auch deswegen so gut, weil die Leute trainiert sind auf Enzyklopädie und wissen, wie man mit Enzyklopädien umgeht und den Mehrwert der elektronischen Enzyklopädie an dieser Stelle genial ausnützen. Youtube ist ebenfalls ultragut organisiert und funktioniert nach normalen Suchbegriffen usw. usw. Was ich hier sagen wollte und was ich vor allem durch die Verteilung von Vorlesungen rund um die Welt sagen wollte, ist etwas anderes und das sollte ich tatsächlich vielleicht hier weitergeben. DAs ist nämlich das, dass Youtube und Wikipedia sind Versuche Ordnung in diese Diffusion zu bringen. Dass wir aber in der Regel mal erstens feststellen müssen, wir wissen nicht wie diese Ordnung ausschaut, wir wissen nicht wo sich verschiedene Impulse, Soundfiles, Textfiles befinden. Und das heißt einfach mal, es verschwimmen einfach diese Konturen. Und Ihre Frage gibt mir sozusagen den genau richtigen Einsatz dazu, dass ich sagen möchte: Dort, wo wir aufmerksam werden auf das Problem insbesondere, das ist dort, wo diese schöne diffundierende Freiheit zusammenbricht, wo es in einer Art und Weise nicht mehr funktioniert, wo nämlich die alte Ordnung nicht mehr funktioniert und die alte Ordnung insoferne nicht mehr funktioniert, als zB in der - um es hier bei der Buchwelt zu sagen - Leute Plagiate produzieren. Das ist der Punkt worauf ich hinkomme. In der Wikipedia und in Youtube ist es so, also Wikipedia sowieso, du musst alles zitieren, sonst fliegst du raus aus dem Artikel. Und in Youtube ist das so, wenn das jemanden gehört, Sony oder sonst, der das sieht, dann bestellt der das Movie ab - du bekommst das Movie nicht mehr, du bekommst den Sound nicht mehr, du kriegst das Bild nicht mehr. Das heißt, hier ist sozusagen die Eigentumsordnung noch einigermaßen unangetastet. Aber in der Verwirrung, die da stattfindet und die dadurch stattfindet zb - und ich habe noch nicht geschaut, darüber, wieviele Leute sich alle bedient haben an den jetzt fünf Jahren mind. Vorlesungen, die ich daran gehalten habe. und die mir einfach cut and paste irgendwo reintun kann. In dieser Verwirrung könnte man ja jetzt sagen - und das ist sozusagen meine Pointe - man könnte ja sagen "okay, jetzt, wo alles durcheinander geht, können wir mit den Texten auch so umgehen, wie ich zB mit den Texten umgehe: ich schreibe da irgendetwas hin, ich sage etwas, ich streame es in die Welt hinein, jeder kriegt es, warum soll sich nicht jeder daran bedienen, warum soll das nicht ein großer allgemeiner Kulturkessel sein, in den jeder hineingreift und sich das nimmt, was er braucht und dann ist sozusagen in Ordnung? Und also als eine Perspektive.und wo die Stellen, an denen sich die allgemeine Bedenklichkeit meldet und wo man sagt "ganz so kanns ja doch nicht gehen!" Und das heißt Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Elektronik müssen doch auseinandergehalten werden.Diese Stellen sind zB die, wo es darum geht, dass man zu bestimmten Zwecken, wie zB zur Erreichung eines Doktorgrades, bestimmte Regeln einhalten muss und diese Regeln kommen aus der alten Ordnung und die alte Ordnung ist aber gleichzeitig jetzt eingebettet in der Internetwolke und plötzlich sind die Leute, die möglicherweise ganz begeistert sind, über das, was man alles im Internet machen kann, sind dann ebenso empört darüber, dass sich jemand im Internet bedient und in dieser verschwimmenden Situation bestimmte Regeln doch verletzt. Bestimmte Regeln verletzt, die es einzuhalten gilt. Das sind Bruchstellen in diesem Kontinuum, Bruchstellen, in der einigermaßen Unübersichtlichkeit in der verschwimmenden mündlichen, schriftlichen Ordnung und was ich Ihnen hier mal gezeigt habe - ich zeige Ihnen das eine noch, damit beginne ich noch, die anderen zwei Sachen können Sie sich anschauen - ich fange das nächste mal damit an. Ich habe im Zusammenhang mit Sprechen, im Zusammenhang mit Schreiben und im Zusammenhang mit Distribuieren Ihnen drei Beispiele gezeigt. Das eine hier ist die Dissertation vom Hahn, die dem Plagiatsvorwurf unterliegt, das ist die Guttenberg-Disseration für die es ein eigenes Wiki gibt, was manche von Ihnen wissen werden. Interessant ist, dass da tatsächlich auch ein Sprung drinnen ist. Also was Hahn macht und was Guttenberg macht sind noch eine Qualitätsdifferenz, aber vorher und weil es die erste Stunde ist und weil ein bisschen Unterhaltung auch gut ist, zeige ich Ihnen die Sprache, das Moment Sprache und das Moment Sprache ist aus dem Audimax genommen und in dem Speziellen aus Youtube und das funktioniert. Ich zeige es Ihnen deswegen und es funktioniert in meiner Argumentation deswegen, weil das ein Sprachevent ist, das aufgrund unserer juridischen Situation nur als Sprachmoment möglich ist. Das könnte man in der Art und Weise nicht hinschreiben. Das muss man als Performance machen und als eine Performance ist es eine politische Aktion. Das ist ein typisches Beispiel dafür, dass es ganz gegenwärtig etwas gibt, das es nicht anders als mündlichg eben würde und das andere interessante ist natürlich, dass der Meischberger und der Plech an dieser Stelle genau in die Verwirrung hineingeraten sind, die ich Ihnen im Zusammenhang mit der Vorlesung gemacht habe. Die haben nämlich geglaubt, sie können in klassischen Modellen miteinander übers Telefon reden und sie werden nicht mitgehört. In Wirklichkeit haben sie aber verpasst, dass sie mit ihren kleinen Telefongespräch eingebettet sind in einen Apparat von Technik- und Aufzeichnungssystemen, der sie sozusagen nicht mehr für kompetent und verantwortlich alleine sein lässt, für das, was sie sagen - und machen wir, das müsste man jetzt irgendwie so machen: video: man sollte eben meinen es sei alles geklärt, nä, nein Walter Meischberger kann es nicht lassen und er telefoniert an diesem tag noch einmal mit dem Herr Plech. Der Plech auf speziellen Wunsch wird der Thomas jetzt in die Rolle vom Herrn Plech sich verfestigen und ich mache wieder den Meischi: "Ah ja, schnell noch zu den anderen Geschichten. Ah, wir haben gemeinsam die wie war die Nordbergstraßen noch einmal? Wie war das vom Rechnungsablauf? Hast du das noch im Kopf?" "Ja, das ist gelaufen über die... bei der Nordbergstraßen hab ich eigentlich nichts... also, wie gesagt, ich habe mitkassiert und da habe ich" Das reicht, ich will ja nicht, wie sagt man, die tote Katze auch noch schlagen. Aber den einen Hinweis will ich noch machen und das ist einer der Gründe, warum ich es Ihnen sage: Wenn Sie sich das anhören, dann ist unter anderem sehr, sehr wichtig wie Körperlichkeit an der Stelle funktioniert. Also die nachgemachte Sprache, die ganze Inszenierung der Satire bringt etwas zu dem Schriftverkehr dazu, was Sie sonst nicht haben könnten. Ich sage das deswegen, weil in der Rhapsoden-Geschichte mit den Sängern - ich hab unten dann noch ein weiteres Beispiel - wie in einem homerischen zustand Information weitergegeben und gefeiert wird, dürfen wir nicht vergessen, können wir nicht vergessen, dass das Menschen sind, die eine bestimmte Sprache sprechen, eine bestimmte Stimme haben, einen bestimmten Akzent haben und dass dieser Akzent eine wichtige Rolle im System der Zuordnung spielt, der diese Rolle, die verloren geht in dem Moment, in dem das niedergeschrieben wird, also in dem Moment, in dem sie die Telefonmitschnitte ganz einfach haben, eine Diskrepanz zwischen dem, was mündlich möglich ist und was schriftlich möglich ist, auf die ich Sie dann noch extra hinweisen wollte. Das war's mal für heute. Wie gesagt, erinnern Sie sich, Sie können diskutieren und ich werde darauf auch antworten.