Benutzer:Bai ganyo/bezüglich des Projektes

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Version vom 8. Januar 2009, 14:47 Uhr von Anna (Diskussion | Beiträge) (bezüglich dem Konzept eines interaktiven Textadventurekommentars philosophischer Art überhaupt: typos)
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bezüglich dem Konzept eines interaktiven Textadventurekommentars philosophischer Art überhaupt

Da ich an einem derartigen Projekt noch nicht beteiligt war und sich meine Computerspielerfahrung (bisweilen) nur auf Grafikadventures stützt, fällt es mir etwas schwer, etwas konstruktives beizutragen. Die Interaktivität, also das Reizvolle an dem Projekt überhaupt, ist in diesem Fall ein recht umfassendes Hindernis, da der Kommentar eines philosophischen Textes an sich schon dicht genug ist, geschweige denn, wenn er auseinanderdividiert werden muss in zig Kommentare, die in sich wiederum verzweigt sind. Denn dass es eine weitreichendere Verzweigung geben muss steht für mich außer Frage, ansonsten wäre es ganz und gar nicht ratsam, das Projekt als einen interaktiven Text zu gestalten. Zudem handelt es sich hier nicht um irgendeinen Text, beispielsweise einen Text mit Metalinks, die den Leser sich einen Weg durch das Textlabyrinth bahnen lassen, sondern um eine virtuelle Realität in Textform, man ist somit mit dem Kommentar an Raum und Zeit gebunden, sowie an einen Aktanten, der vom Leser gesteuert wird. Meines Erachtens nach, übersteigt ein Platokommentar dieser Art, der auch Hand und Fuß haben soll, eindeutig die Grenzen dieses Seminars. Die einzige Taktik zur Konzipierung eines lesenswerten Textadventures, das gleichzeitig Platokommentar ist, scheint mir ein literarisch angehauchter Text, der Knackpunkte irgendeiner Prägung, die dem platonischen Text immanent sind, aufgreift und spielend den Finger darauf setzt. Solche Knackpunkte können sowohl ins philosophische Konzept Platos eingreifen, z.B. fundamentale Annahmen des platonischen Denkens sein, als auch beispielsweise strukturalistisch verfahren, indem sie, um ein Beispiel zu bringen, die Argumentationsweisen Platos beleuchten, seien sie nun kritisch oder objektiv gehalten. Damit nun das Ganze sich als Computerspiel rechtfertigen kann vor einem universitären Betrieb, der solchen wohl eher skeptisch gegenübersteht, scheint es mir ratsam, den Kommentar treffend, vielleicht sogar extrem zu formulieren und dabei vielleicht etwas Humor einzuweben.

eine konkrete Idee meinerseits zur Konzipierung eines solchen

Da dies ein Zwittergebilde zwischen philosophischem Text und interaktiver PC-Realität sein soll, fände ich es treffend, den Dialogcharakter platonscher Texte eingedenk, eine realitätsnahe Science Fiction Geschichte daraus zu machen, in Form eines Gesprächs mit einer Sokrates-Turing Maschine. Das eröffnet mehrere Erleichterungen: es ist nicht nötig, sich eine Geschichte, die unseren Kommentar-Anforderungen entspricht auszudenken, die Dialogform wird beibehalten und man kann leicht starke Verlinkungen einbauen, da man ja die dem Original abweichenden Worte nicht Sokrates/Plato in den Mund legt, sondern einer künstlichen Intelligenz, die gemacht wurde, zu antworten, wie es das Konzept des platonischen Sokrates (denn dass es ihn in der Form nicht gab ist, meines Verständnisses nach, heutzutage unumstritten)wohl geantwortet haben würde. Somit kann man gleich zwei Punkte aufgreifen. Einerseits die Rezeption Platos durch die kontemporäre Wissenschaft in Form des konstruierten Sokrates, andererseits die Kritik an demselben, vielleicht sogar derselben in Form der an ihn gestellten Fragen durch den Spieler. Zudem können so die Bücher des Staates eins nach dem anderen zu einem Adventure gemacht werden, indem man zuerst das erste umwandelt und die anderen sowas wie Expansion-Pakete des automatischen Sokrates sind.

Mein Bild dazu ist ein Textadventure, das so beginnt, dass sich der Spieler einen Roboter gekauft hat, vielleicht auch nur eine Datendisk, der/die vorgibt, ihm ein Gespräch mit Sokrates zu ermöglichen. Die Gesprächspartner von Sokrates im Plato-Text sind, der Erleichterung wegen, vielleicht auch Teil der Simulation. Große Teile des Originaltextes werden hineinkopiert, wobei immer wieder eine Eingabe vonnöten ist. Vor einer solchen steht immer etwas in der Art, wie "du willst Sokrates zustimmen und bist mit ihm vollkommen einer Meinung" oder "du nickst und sagst: "Wahrlich, Sokrates. So erhält es sich."". Ergibt sich der/die Spielende diesem Vorgegebenen Weg geht das Gespräch, wie gewohnt weiter. Irgendwann wird er/sie dann genug haben und sich wehren, dann treten unsere Verzweigungen ein, die so weitreichend, wie möglich sein müssen. Dabei dürfen wir natürlich nur nach Sokratischer Art und Weise argumentieren und müssen viele verschiedene Antworten des/der Spielenden voraussehen können. Bei nicht vorhandenen Antwortmöglichkeiten sagt dann der Sokratesautomaton einen aus ein paar einprogrammierten Sätzen.

Das kann man leicht weiterspinnen und in verschiedene Richtungen laufen lassen. Ich denke, das Konzept ist klar. Soviel von meiner Seite, bleibt nur noch ein schönes neues Jahr zu wünschen.