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Einstieg zur Höhle

Verkehrssituation als platonische Analogie

Verkehrssituation um unter dem Titel „Höhle“ nicht bei der Höhle zu beginnen. Die Höhle ist eine sehr einprägsame Bildvorgabe für philosophische Zwecke, im Speziellen im Ausgang von Platon. Das ist derartig prägend in der Geschichte der Philosophie, dass man sehr leicht in den Begrifflichkeiten der Höhle, ohne zu denken was man eigentlich tut, die Aufgabe der Philosophie beschreibt. Damit muss man sich auseinandersetzen, allerdings zieht Hrachovec vor, sich von der Seite zu nähern. Also von Bildern die noch nicht von der Geschichte und kulturellen Rezeption derartig vorgeprägt sind, dass man nur nach vorgegebenen Mustern mit der Sache umgeht.

Erinnerung

Homepage, Kategorie Cyberplatonismus: Aufstellung aller Seiten im Rahmen der Vorlesung. Spiegel und Virtualität, die damit zu tun haben, dass in diesem Zusammenhang, der uns also zur Frage führt, welche Weise des Seins, der Erfahrung des Umgangs miteinander, durch cyberplatonische Konstruktionen nahegelegt wird. Um uns der Sache anzunähern beschäftigen wir uns mit der <unverständlich> Spiegel, Fenster, Virtualität. Zum Abrunden der Überlegungen wird Hrachovec den Studenten zusätzlich etwas über die platonische Höhlensituation sagen und dann versuchen durch bestimmte Motive die sich mit diesen Bildern ergeben, wenn man sie – und das wird neu sein – mit gedanklichen Konstruktionen und der Argumentation die Platon in Zusammenhang mit der Beschaffenheit des menschlichen Lebens anstellt, verbindet. Der Mensch, das war im Anschluss an eine Frage beim letzten Mal angesprochen worden, ist zusammengesetzt aus homogenen Bestandteilen wie Körper, Leiblichkeit und einem Bestandteil von Vernunft: Logos, Geistigkeit. Der Mensch ist eine schwierige Konstruktion zwischen diesen beiden. Hrachovec hält sich in diesem 1. Teil der Vorlesung eher an die Klischeevorgaben: das was von Platon durch die Jahrhunderte sehr eingängig tradiert worden ist. Wie bei jeder Rede von Politikern ist es auch bei der Philosophie so: was jemand eine stunde reden kann und was zitiert wird, sind zwei unterschiedliche Dinge. Da gibt es nur ein paar headlines. Es wird nicht untersucht wie das alles zusammenhängt, oft gibt es – berechtigt - Beschwerden der Zusammenhanglosigkeit, weil es oft viel komplexer ist als eine herausgenommene Geschichte, aber unsere Gesellschaft ist so organisiert, dass von einer Stunde Reden ein oder zwei headlines weiter fortgepflanzt werden über genetische und andere Bedingungen der Gesellschaft und ihrer Entwicklung. Es ist eine bewusste klischeehafte Darstellung weil Platon so massiv gewirkt hat. Davor sollte man aber das Bild ansehen. Hrachovec zeigt Bild einer Verkehrssituation. Es ist in der allgemeinen menschlichen Fassung nicht vorgesehen, dass es Verkehrskreuzungen gibt. Man kann nicht vermeiden, dass Menschen sich bewegen. Es gibt Bewegungsströme wo Menschen was transportieren, selber wohin gehen, den Raum auf der Erde ausnutzen um ihre Ziele zu verfolgen. Dabei kann es dazu kommen, dass an bestimmten Stellen bestimmte Häufungen auftreten und dass z.B. an Engpässen, die Bewegungen der Menschen auf eine Art und Weise aufeinanderstoßen und sich so entwickeln, dass Schwierigkeiten entstehen und ein Weiterkommen nicht mehr möglich ist. Das kann sich immer wieder an vielen Stellen entwickeln und oft gehen Menschen damit um, dass sie sich orientieren: Sie schauen wo einer hingeht und gehen auf die andere Seite usw. man findet also Lösungen; es gibt primavista keinen Grund in der menschlichen Erfahrung warum sich das nicht organisieren lassen sollte. Auf einer halbwegs vernünftig frequentierten Straße wird es Möglichkeiten geben wie der Verkehr sich selber organisiert. Es braucht niemanden der sich als Verkehrspolizist „aufspielt“, der Verkehr läuft. Nun ist es aber auch eine Tatsache, dass es Situationen gibt in denen der Verkehr nicht läuft, es permanent Stau gibt, die Leute können ihre Ziele nicht verfolgen und es kann unter bestimmten Umständen immer wieder auftreten und zu Frustration führen. Was geschieht an dieser Stelle? An dieser Stelle gibt es Überlegungen, den Verkehr zu regeln. Was heißt das? In bestimmte natürliche Abläufe (die sich dadurch ergeben, dass Leute sich von hier nach dort bewegen, fahren) so einzugreifen, dass sich diese Abläufe nicht einfach entwickeln, sondern dass sie einem Muster folgen, dass eine Regel eingeführt wird wie „Du musst immer auf der rechten Seite sein, du musst hier warten, usw“ (Verkehrsregeln eben) Bsp. Bild: Regeln auf freie Verkehrsfläche gezeichnet.

Der preplatonische Moment in der Verkehrssituation

Hier ist der preplatonische Moment, das Prehöhlengleichnis sozusagen: Wenn man sich alle diese Linien wegdenken würde und sich denken würde, dass Leute versuchen nur mit der zur Verfügung stehenden Verkehrsfläche zurande zu kommen, ist das auch in Ordnung. Solange es funktioniert. Solange gibt es das Problem der Autorität, der Mustervorgabe nicht. Wenn es ein Bild ohne Verkehrsleitlinien wäre käme man auf ganz andre Ideen. z.B. Was ist das für ein Haus, was für Menschen, usw. In dem Moment in dem das Bild aber voll mit Linien ist, ist es unvermeidlich, durch die Art und Weise wie wir sozialisiert sind, dass man eine Verbindung herstellt und sich fragt „Wie soll sich das ausgehen? Wer soll wie fahren? Welches Design einer Kreuzungsregelung steckt dahinter?“ So wie man das hier herum wandernde Fingerding umsetzt und als Hrachovec' Eingriff in das Bild interpretiert, so interpretiert man diese Linien als Verkörperlichung der Verkehrsregelungen die hier festgelegt sind. Es ist kein Bild, das man voraussetzungslos, harmlos, naiv verwenden kann. Wenn man ein Kind ist, das diese Verkehrsregeln nicht kennt oder selbst die Sachen ausblendet, dann wird man vielleicht in dem Zusammenhang nicht überleben. Es ist also eine Bedingung des Überlebens, dass man in der Lage ist, die Bild- und Zeichenvorgabe als Angebot, gesamtes Angebot, nicht einfach die freie Verkehrsfläche, sondern die Verkehrsfläche unter dem Aspekt zu sehen, dass es eine Ordnung gibt, die befolgt werden soll, zu interpretieren.

Was heißt „Hier sieht man eine Ordnung"?

Nur ein kleiner Punkt dazu: für die platonische Philosophie, aber auch für vieles andre in der Philosophie, ist das entscheidend: Wenn ich so etwas sage wie „hier sehe ich eine Ordnung“ operiere ich mit einem entscheidend zweideutigem Verständnis von „sehen“. Wir sind in der Lage zu sagen „Wir sehen die weißen Linien“ aber wir sehen auch den Mast z.B. In gewisser Weise sind weiße Linien nicht unterschieden von vielen andren weißen Linien. In Hrachovec' Beispiel lässt sich schön zeigen: Der Mast ist ein visuelles Angebot, das man verwenden kann. Man sieht einen Masten. Das ist eine Erkenntnis und eine Pointe die in Phänomenologie stark ist: ich sehe den Mast nicht wie einen Strich auf dem Bild. Wenn ich sage „Ich sehe den Mast“ dann sieht man zwar ein körperliches Ding, aber dass das ein Mast, Auto, Busch, … ist, liegt jenseits der Gegebenheiten der Sinneswahrnehmung. Es ist mehr drin als graue Linien oder grünes Flirren, ich sehe keine grauen Linienverläufe, sondern eben einen Mast. Aber nach eigenem Verständnis durch Erlebnis der Körperwelt. Das ist der Unterschied auf den Hrachovec hinaus will: so wie man den Mast sieht, der was anderes ist als graue Linien, sieht man Ordnung nicht. Man ist dennoch geneigt zu sagen, man sieht in den weißen Linien eine Ordnung. Wie ist das zu verstehen? Die erste Antwort, die für solche Fragen von Platon gegeben worden ist, ist eine die zu tun hat mit Formen von Dingen, mit der Ideenlehre und da kommt der nächste Schritt vom Verkehrsbeispiel zum Höhlengleichnis. Hrachovec hat nicht umsonst eine Stadtsituation dargestellt, man kann sich auch einen Marktplatz im alten Athen vorstellen, Fragen um die es geht und Ordnungsabsichten vorstellen, also nicht einen Verkehrsfluss, sondern eine öffentliche Diskussion an einer Stelle wo Leute miteinander reden. z.B. heute in den Medien, früher wohl am Marktplatz, reden Leute darüber, dass das Sparpaket ungerecht ist. Die einen meinen, es sei gerecht, die anderen sagen, es sei ungerecht, usw. Die Analogie ist jetzt die, dass sie so ähnlich wie sie mit ihren Autos oder Körpern irgendwo hinkommen wollen wo andre auch hinkommen wollen, sich treffen wollen, so ähnlich ist es über solche Themen wie die Gerechtigkeit des Sparpaketes zu reden. Es ist auch ein gewisser Ablauf festzustellen und dieser ist einer, von dem man nun etwas ähnliches sagen kann wie über die Verkehrssituation. Man kann sich das gut vorstellen: An einer Ecke, wo Leute miteinander reden, sagt jeder, was er dazu glaubt. Jeder meint, er hat dazu was zu sagen (ähnlich zu „er bewegt sich dort und dorthin“). Manche gehen zur Diskussion, gehen wieder, leben zufrieden weiter, dann gibt’s welche die sagen „nein es muss da Ordnung reinkommen, es kann nicht sein, dass oft alle durcheinander reden usw. Es ist also ähnlich zum Verkehrsstau, nur eine gedankliche Situation. Die Diskussion lässt, ähnlich wie bei Verkehrssituation, einen Anspruch auf Regelung entstehen denn wie kann man sich einigen? Die einen sagen das eine und die andren sagen das andre und wenn man im club2 richtig rüberkommen will, wird man wen finden müssen, der die richtigen Argumente gibt, damit du das am besten durchsetzt, was du meinst. Oder aber man möchte WIRKLICH wissen was Gerechtigkeit ist, und hiermit hängt die Philosophie zusammen, einen Zugang zu dieser Diskussion zu haben, wo wir uns einigen können und Idee ist dabei, dass man eine Ordnung der Diskussion findet, die so ähnlich funktioniert wie die Verkehrsregelung. Es bräuchte also jemanden, der in einer Diskussion im Fernsehen oder so sagt „ok du hast über Gerechtigkeit das gesagt und du das usw.“ und damit nimmst du jetzt die zweite Linie und biegst links ab.“ und wenn wir einen haben, der allen Positionen von Gerechtigkeit die entsprechende Verhaltensweise zuordnet, dann haben wir es entwirrt, eine Ordnung zur Gerechtigkeits-Überlegung und am Ende gibt es jemanden der in einer Situation wie der des Sparpakets sagen kann wie es gerecht verläuft und wie es funktionieren würde. Nicht nur wie der Verkehrsfluss sondern im geistigen Erfassen dessen, was die Problemstellung an dieser Stelle ist und die platonische Regel, das ist ein entscheidender platonischer Impuls: Platon hat diese komplizierte Raumsituation (wo man auch sagen kann es ist interpretationsabhängig) im Höhlengleichnis strukturell auf zwei Begriffspaare, die im Begriff der Höhle selbst drinnen sind, reduziert.

Reduzierung auf "Innen" und "Außen" und "Oben" und "Unten"

„Innen“ und „Außen“ und „Unten“ und „Oben“ Die Höhle ist etwas, was irgendwo drinnen ist, ist irgendwo eingeschlossen. In der Regel sind Höhlen „im Inneren der Erde“, gibt natürlich Unterschiede. Tropfsteinhöhle am Dachstein ist nicht tief unten in der Erde wie eine Kohlengrube, aber hat etwas zu tun mit „unter der Erdoberfläche“ „hinter oder unter der gegebenen Erdoberfläche“ Es ist sinnvoll, sich diese beiden strukturellen Gegebenheiten vor Augen zu halten bevor man darauf eingeht wie die im Rahmen der Philosophie funktionieren. Hrachovec empfiehlt dazu drei kleine Clips auf youtube, wie das Höhlengleichnis rezipiert wird und ein Buch: Hans Blumenberg „Höhleneingänge“: Hier werden Tansformationen in der Philosophiegeschichte dargestellt.

Die platonische Höhle als Landschaftsmotiv und Erleuchtungsstrategie

Die platonische Höhle ist Landschaftsmotiv und eine Erleuchtungsstrategie (Ansatz von letzter Woche) Das Landschaftsmotiv steht für die Kreuzungssituation. Die menschen finden in der Landschaft bestimmte Zustände und so ähnlich ist eine Höhle etwas, was sie sehen und bewundern können aber es geht nicht nur darum, dass man ein bestimmtes geographisches Feature als Thema hat, sondern es geht darum, dass jenes Feature Träger einer Erleuchtungsstrategie (oder Ordnungsmuster) ist. Es ist so ähnlich wie beim „Spiegel“.(das hat Hrachovec schon beim „Spiegel“ gesagt: natürliche Abläufe der Optik werden verwendet um zu verdeutlichen, was es mit Selbsterkenntnis auf sich hat) Diese Selbstbaläufe werden hier zu etwas was einen gedanklichen Zusammenhang versinnbildlicht wird. „Versinnbildlicht“ ist an dieser stelle sehr hilfreicher Ausdruck. Es wird aus der Höhle, die man in der Landschaft sieht, ein Sinnbild. Aus der Höhle in die man reingehen kann wird ein Bild. Der Höhlenzauber den man als Tourist sieht, ist was andres was sie tun wenn sie ein Bild der Höhle für einen Sinn nehmen. Die Besonderheit des Gleichnisses besteht darin, dass diese Art der Höhle zusammen mit einer Reihe von andern Features (dazu später mehr) in ein Bild bringt, das einen Fußhalt (Foothold), eine Basis in den realen Erfahrungen hat, aber noch auf andre Art und Weise funktioniert. Es wird ausgenutzt als Bild für eine Reihe von philosophischen Schlussfolgerungen auf die wir noch kommen werden. Diese spezielle Form des Ausnutzens (letztes mal im Hinblick auf Gerngross-effekt) ist eine Form wie man die Konversation der Menschen, die so ähnlich vorzustellen ist, in Hrachovec' Vorgabe, wie der Straßenverkehr. Wenn Leute miteinander reden ist das vergleichbar mit dem innerstädtischem Verkehr. Man will sich treffen, will sich nicht den Weg blockieren, das ist vergleichbar mit dem Sprechen von Menschen über bestimmte Themen. Hier geht’s um eine Strategie, das Sprechen von Menschen über bestimmte Themen nach einem Muster zu organisieren, und dieses Muster ist die Höhle.

Zwei Rezeptionen

Die Grafik hat eine besondere Schönheit, die Sinnbildlichkeit der Höhle bezieht sich so geordnet aufeinander, dass es sagt: Es gibt an diesem visuellen Ding bestimmte Features. Diese Features in diesem Bild kann man als Features der erlebbaren Realität beschreiben und insofern das ein Sinnbild ist, gibt es einen geordneten Zuordnungsweg diese Features der wirklichen Erfahrung zuzuordnen zu dem was sie versinnbildlichen. Nämlich eine bestimmte Organisation im gedanklichen Bereich, der kommunikativen Situation. Das Höhlengleichnis als Image/Bild ist an dieser stelle in seiner Struktur ziemlich schlagend erfasst und man kann damit operieren wenn man postplatonisch etwas über Philosophie sagen will und so ist damit jahrhundertelang operiert worden. Wenn man das Höhlengleichnis liest, wie Platon es gesagt hat. Bsp Heidegger setzt sich Ende des 2. Weltkriegs hin und liest sich das Höhlengleichnis durch, erzählt nicht was das ist, sondern gibt Interpretation und über dieses Lesen des Höhlengleichnisses dringt er auf Probleme und besteht auf Probleme die sich in diesem Bild gar nicht zeigen. Er kommt dadurch, dass er Platon hochoriginell interpretiert, auf Sachen, die im Image nicht drinstehen und das ergibt sich durch die Interpretation des Textes. Man kann also Bild und Text nicht zusammennehmen. Hrachovec befindet sich immer noch auf der Bildebene. Menschen sitzen also in der Höhle, gefesselt, wie „im Kino“ vor Leinwand und sehen die Schatten von einem Krug, von dem sie glauben, dass es die wirkliche Welt ist und in die sie sich sozusagen versetzen. Platon schweigt hier von Körpererfahrungen der Personen, die ja nicht in die Leinwand hineingehen können, aber er geht von der Erfahrung aus, dass man sich als wahrnehmendes Sinneseindrücke empfangendes Wesen, mit dem was einem visuell und auditiv gegeben ist, identifiziert. Das ist heute in der Filmwissenschaft wichtig: wie identifizieren sich Leute mit dem auf der Leinwand Gesehenen? Wann und wie haben sie Angst? wie entwickeln sie Sympathien, wodurch entsteht das? Feststeht, es läuft über visuelle Entwicklungen und nicht nur auf der Ebene des Interaktiven. Das Bild findet in einer geologischen Situation statt wo ein Ausgang aus der Höhle ist. Bei Platon ist das nicht vorgesehen, es ist eine sinnvolle Ergänzung des Bildes im Rückgriff auf Platons wichtigen Gedanken. Wenn man hinauskommt findet man eine Landschaft mit Bergsee. Diese macht klar, dass man jetzt nicht nur in der Höhle diese Realität- und Abbildbeziehung zwischen Krug und Schatten des Kruges hat, sondern auch in der Wirklichkeit erfahren wir ein solches Spiegelphänomen. Dieses kann man für einen philosophischen Gedankengang ausnützen. Das alles findet unter sonne statt. Wenn man hier die ganze ontologische Pointe mit dazunimmt, die man an dieser Stelle natürlich kennt, nur schnelle Erinnerung, dann ist es so, dass diese Verhaftung der Menschen in die Seh-Welt, Visualität einer solchen Höhlensituation natürlich dadurch gekennzeichnet ist, dass es eine Ausgangsposition ist in der die Menschen sich ganz einfach normal fühlen. Man kennt nichts anderes als die Höhle, man ist darin aufgewachsen (ist Suggestion des Bildes) und ist zufrieden mit dem was einem geboten wird. Das ist ein zentrales Feature des Bildes und findet man an vielen Stellen. === "Matrix" und "The Truman-Show" Hrachovec gibt hierzu zwei Filmbeispiele: 1. Truman-Show (schon erwähnt in der Vorlesung „Bildung und Datenbanken“ im SS 09): Das ist in einer Weise ganz genau die Filmumsetzung der Situation, dass eine Person in einer ihr vorgespielten Welt lebt und glaubt, es ist alles in Ordnung und diese Welt ist aber die Welt einer kontinuierlichen Reality-Show, seit Beginn dieses Menschen. Truman (true man). 2: Matrix: In der Matrix leben die Menschen in einer zufriedenen einigermaßen normalen Abfolge und die Situation in der diese Menschen sind ist eine Verschärfung des Themas Film und Realityshow. Es ist eine Konstruktion der Menschen, die in der Höhle gefangen sind: Bei Matrix geht es über die Konstruktion einer Reality-Show hinaus: Stellen sie sich jemanden vor, der jetzt nicht einfach im Kino sitzt sondern dessen gesamtes Nervensystem, dessen gesamte körperliche Potenz des Austausches, so da drin hängt in dem was ihm vorgespielt wird, dass für diese Person ihre Identifikation mit dem was sie sieht gar nicht mehr mit dem eigenen Körper zu unterscheiden ist. Das ist in der Matrix nicht die Filmsituation sondern dass in der Matrix eine computergenerierte Virtualität gibt in der alles was sich sehen lässt auch beeinflussen lässt. Ein Computer rechnet das in realtime um. Der philosophische Effekt ist, dass es diese Art von Gesamtheits- wirklichkeitserfahrung gibt, in der die Menschen harmlos, gläubig drin sind.

Frage aus der Hörerschaft: Ist das schon eine Vorrede für den Unterpunkt „christlich“?

Antwort: Christlich ist schon ein Ziel, da komm ich hin, aber ich brauch noch ein paar Unterpunkte. Unter anderem zwei Platonzitate aus Phaidon. Phaidon 78, 79 und 96ff. Das sind Platonzitate die diese Art von Gläubigkeit, die dann im Christentum eine Rolle spielt, vorgeformt haben. Kirchenväter haben insbesondere auf Phaidon immer wieder Bezug genommen und Hrachovec bringt Zitate warum das plausibel scheint. Kirchenväter haben das, was Platon aus der Höhle gemacht hat, zu ihren Zwecken weiterverarbeitet. Hrachovec kann mit dem „gläubig“ auch gut weitermachen als dass er von der Truman-Show geredet hat: Truman lebt fröhlich und unbedacht in dieser Welt, macht sich keine Probleme wie das alles funktioniert. Wenn man die Vorlesung von vergangenem Jahr anschaut (oder den Film) ist einem dieses „almost“ deutlich: Truman ist „almost happy“. Irgendwas stimmt nicht ganz. Eine wichtige Sequenz ist: Ein Steuerungsproblem in der Regenmaschine führt dazu, dass es nicht ganz regnet sondern dass der Regenstrahl nur Truman betrifft, obwohl es normaler regen sein soll. Truman sieht nach rechts und links und sieht keinen Regen. Begleitet von einem jubilatorischem Moment, vergleichbar mit dem Spiegelmoment bei Lacan, bricht Truman in Lachen aus, weil er etwas gefunden hat was ihn stört. Dinge erweisen sich wirklich als Problem und er hat einen Anhaltspunkt dafür, dass da etwas ist, was ihn berechtigterweise gestört hat. Hrachovec hat Clips von Matrix vorbereitet: Der Moment wo Trinity Neo explizit sagt „Ich bin da weil du eine Frage hast, ich weiß du hast immer schon eine Frage, eine die dich schon lange beschäftigt.“ Das ist ein vergleichbarer Einstieg zur Regensituation: Neo liegt im Bett, schaut auf seinen Computer am andern Ende des Zimmers als eine Message von einem den man nicht sieht und nicht kennt am Bildschirm erscheint, der sagt: „wake up neo!“, ein Aufwachsignal also und er kann sich nicht erklären woher es kommt. Das sind zeitgenössische Versuche mit dem umzugehen was Platon so beschreibt, dass er sagt, die Leute sitzen hier drinnen und schauen sich die Vorstellung an und plötzlich kommt einer an eine Person heran, nimmt ihr die Ketten weg, gibt ihr einen“Kic“, „schleift“ die Person hinauf und plötzlich ist die Situation die, dass diese gewaltsam (bei Platon gewaltsam) in eine andere Wirklichkeit geschleift werden. Diese Person wird mit einem neuen Set von Problemen konfrontiert und da wir 2000 Jahre Philosophiegeschichte dazwischen haben, will Hrachovec kurz sagen, dass man aus dem gewaltsamen Kettenbefreien (Die Ketten sind platonisch!, Platon hat einen Freiheitsbringer gesehen, der sie von den Ketten befreit)im Christentum eine Erlösung interpretiert hat. An dieser Stelle kommen die Dinge die schon bei Cybergnosis vorkommen „der befreit uns von den ketten“ Das Christentum hat die Situation des Befreitwerdens als die Erlösung aus dem Irdischen, der Weltsituation durch Jesus Christus interpretiert. Durch die Menschwerdung Gottes und Christus ist die Befreierfigur. Nun gibt’s - einer der Gründe warum Hrachovec soviel über die Begründung der Bilder gesprochen hat – zwei Sprachebenen mit denen operiert wird.

Zwei Sprachebenen

1. Die Genealität der platonischen Bildhaftigkeit

Sie funktioniert wie die Filme mit denen man sich identifiziert. Die Menschen hängen an einer Vorstellung und leben mit mit dem was passiert. So gelingt es Platon die Leser des Gleichnisses einzuladen mitzuerleben was nun passiert. Wir stellen uns vor was passiert wenn diese Person befreit ist: die Augen schmerzen, laut Platon. Es kann nicht garantiert werden, dass er überhaupt was sieht, er sah ja ständig nur Feuer, war die Dunkelheit bzw. Schatten gewöhnt und wird nun mit was völlig Neuem konfrontiert, auch kognitiv. Dann, sagt Platon, jetzt stellen wir uns vor, er ist ein guter Mensch und geht zurück, sagt den Leuten die noch unten sind, dass sie da eigentlich hinaufgehen sollen. Die Folge ist: „lets waste him“ (US-Jargon für „den müss' ma umbringen“) Das zeigt wie das platonische Bild als Film und Bild funktioniert. Philosophen erzählen genau das am liebsten. Sie sind diejenigen, die das durchlaufen. Es gibt eine Identifikation was Philosophie institutionell ist mit diesem Bild. Diese Beschreibung hat markante und wesentliche Folgen wie sich Philosophen und Philosophinnen aufführen wenn man sie nicht kontrolliert. z.b. dass sie immer davon ausgehen, dass es andre Leute gibt, die zu blöd sind mitzubekommen was um sie herum passiert. Die Genealität von Platon liegt darin, ein Bild zu zeigen, mit dem wir das Selbstverständnis der Philosophie verbinden können als eine Hilfe zum Aufstieg der gebundenen Menschen in eine Welt der Freiheit, des Lichtes und dass wir im Rahmen dieser Geschichte eine Rolle spielen, eine singuläre Rolle. Die Philosophen sind an dieser Stelle die Erben des Christentums (das Christentum hat sich schon darüber gelagert und Platon genutzt: die Befreiung aus der irdischen Höhle führte in das Licht zu Gott, die Sonne ist Gott im christlichem Raum und in dem Maße an dem das Christentum an Glaubwürdigkeit verloren hat hat die Aufklärung sich wieder weiter so entwickelt, dass Philosophen es für die Vernunft, für Durchsichtigkeit, Ordnung dessen sehen, Ordnung der Agenten in diesem Drama übernehmen und so in Ordnung (das ist die Story des Bildungsbegriffs, kleiner Einwurf: Das Höhlengleichnis beginnt mit der Frage„Was ist Paideia?“ Der Begriff für Bildung ist es, diese Situationen durchzumachen. Um im klassischen Sinn „Bildung“ zu verstehen muss man sich in diesem Bild verorten) und die

2. in welches Bild kauft man sich ein?

zweite Sprachebene von der Hrachovec erzählt hat, die heute aber unbedingt notwendig ist und die Heidegger anspricht in seiner Durchleuchtung des Höhlengleichnisses, ist: In welches Bild kaufen wir uns da ein, wenn wir die Entwicklungslinien der menschlichen Gesellschaft auf diese Weise strukturiert sehen? Wir haben eine Verkehrsregelung, es gibt bestimmte Vor- und Nachteile, dass wir unsern Verkehr so regeln wie wir ihn regeln und wenn wir ihn so regeln, dann haben wir darin eine Straßenverkehrsordnung und einen Staat und eine Art von Überaufbau von hierarchischen Instanzen eingebaut und wir finden uns als gute VerkehrsteilnehmerInnen, als jemand in der Welt, die so geordnet ist und im Zusammenhang mit Produktion, Veränderung von Gedanken finden wir uns – das ist die Analogie dazu – in einer Suche nach Ordnung für alle Verkehrsteilnehmer /Diskussionsteilnehmer und es kann gut sein – das ist heute ein entscheidendes Thema – dass dieses Bild gar nicht mehr stimmt, also dieses kategorische Muster davon wie Menschen in einer geordneten Gesellschaft und die Formen der Ordnung der Gesellschaft. Die Ideen und die Idee des Guten, sind sozusagen die Ordnungsmuster die von Platon angesetzt werden um diese Dinge zu ordnen. Dass es eine solche Ordnungsrealität gibt, nach der wir uns richten müssen, ist alles Andere als gesichert. Damit möchte Hrachovec darauf aufmerksam machen, dass Filme wie die Truman-Show oder Matrix ultraplatonistisch sind. Diese Ordnung aller Menschen zusammen mit einem Muster, dass aus dem vorgeblichen Muster ausgebrochen werden kann, das ist etwas was man sich einhandelt durch die platonische Sinnes- und Bildwelt. Wenn man sich die Matrix genauer ansieht, wird Hrachovec zeigen, dass grad in der Matrix eine ausgesprochen interessante Transformation des Füllmotivs hier hervorkommt. Um es ganz kurz zu sagen: das hier heißt, dass sie glauben – auf diesem level – glauben, Sie sind ganz normal auf der Erdoberfläche und sie werden in dem Glauben, dass sie auf der Erdoberfläche sind, enttäuscht indem jemand sie hinaufkickt. Eine der bemerkenswerten visuellen Features in Matrix ist, dass die Menschen die in der Matrix verfangen sind und auch in der künstlichen Sinneswelt leben, in dem Moment, in dem sie rausgerissen werden, nicht hinaufsteigen, sondern runterfallen. Man fällt durch die Höhle, in die Tiefe runter. Das hat einen sehr raffinierten Zusammenhang (dazu mehr später). Hauptsächlich will Hrachovec sagen: das Thema geht davon aus, dass es bei Filmen wie Matrix oder Truman-Show eine Frage gibt, die einen ständig beunruhigt und man kommt drauf, dass nicht selbstverständlich ist was man für selbstverständlich hielt, sondern es Probleme gibt, die einen in einen anderen Körperzustand versetzen und diese Motive sind eingeschrieben in die platonische Höhlensituation und sofern man an diesen Fragen interessiert ist, ist man Cyberplatonist, spielt man in diesem Spiel des Cyberplatonismus mit.

Frage aus der Hörerschaft: Beim Film Truman-Show ist es aber umgekehrt und die Hauptfigur geht nach oben. Ist das nochmal eine Komponente, die der Regisseur beachtet hat?!

Hrachovec nimmt die Frage zum Anlass um die Spannung etwas aufzubrechen: Wenn man sich anschaut was Hrachovec hier verlinkt hat. Vorlesung vor einem Jahr, Ringvorlesung „Bildung für alle verursacht Krawalle“: Auch hier Truman-Show und diese Szene wo er sich nach oben bewegt und Christoph (nochmal Anlehnung an das Christentum). Das ist tatsächlich eine Situation in der die platonische Achse noch erhalten bleibt, da sitzt hier oben statt der Sonne (Sonne ist Bedingung dafür, dass man überhaupt etwas sieht) und hier hat man die Features des Bildes und was es für sie ist. Die Sonne ist Bedingung, dass man was sieht und vergleichbar im Bereich der Gedanken ist die „Idee des Guten“. Sie ist Bedingung dafür, dass man überhaupt etwas erkennt, dafür dass es eine Vernunftordnung gibt. Die höchste der Ideen ist das. Im Christentum ist das Gott, für die Truman-Show ist hier anstelle der Sonne der Weltherrscher Christoph, Truman steigt hinauf aus dieser Glaspalast-Situation bis dort hin wo er draufkommt wer in in einem Sinn geschaffen und manipuliert hat und das ist in der Truman-Show der gewöhnliche Aufklärungsverlauf. Also Menschen in Kenntnis setzen, dass das was sie glauben nicht in Ordnung ist, weil sie sie nicht durchschauen und wenn sie sie durchschauen selbst in ihre Verantwortung nehmen können. Das ist der Aufklärungsmoment der platonischen Reise. Bei Matrix gibt es eine Extrapointe:die Matrix ist in einem wesentlichem Punkt antiplatonisch. Es gibt einen kompletten Kick, eine Umbiegung die so nicht funktioniert und das ist die, dass die Person, die draufkommt, dass sie hier unten in einer Scheinwelt ist, in die wirkliche Welt kommt, aber die wirkliche Welt ist eine totale Misere und ist übernommen worden von Maschinen. Was sind Maschinen? Der letzte Ausläufer dessen was Menschen konstruiert haben aufgrund ihres Vernunftgebrauches. Die menschen haben die Vernunft gebraucht um sich die Welt zum Untertanen zu machen. Unten im Kino kann man keine Maschinen konstruieren, erst wenn man bedingt zu beherrschen, dass das, was für mich die normale Voraussetzung ist, nicht so sein muss, sondern bestimmte Gesetzlichkeiten hat und die kann man durchschauen. Man schaut nicht einfach hin sondern man sieht hinter der show die Formen, Gegebenheiten und da muss Hrachovec an der Stelle auf diesen kleinen Punkt hinweisen: in der platonischen Lehre ist das was wir sehen wenn wir beginnen das Sichtbare zu hinterfragen, daraufhin was dahinter ist, die Geisteswelt, Mathematik z.b. So ähnlich wie hinter den Schatten hier die realen Gegenstände sind und man draufkommt, dass das nicht Schatten sondern reale Gegenstände sind, so ist es, dass wir mit unsern sinnlichen Wahrnehmungen konfrontiert werden, mit verschiedenen Gegebenheiten und uns fragen: Was steckt jetzt da dahinter? Die Dinge die wir sehen sind genauso (zieht Analogie rauf). So wie die da unten, die glauben, dass sie meinen, sie sehen was es gibt wenn sie Schatten sehen, sind wir die die sich fragen sollten: Was steckt eigentlich hinter den Dingen? Die Dinge die wir sehen sind vergänglich. Es gibt eine Betrachtungsweise, Platon lehrt sie uns, dass hinter diesen Dingen etwas ist, was die Dinge ausmacht. Hinter dem Normalgebrauch von Gerechtigkeit steht eine Idee von Gerechtigkeit auf die wir hinzielen. Das machen Philosophen: die Vorgabe der Gerechtigkeit, des Baumes, ein wesentliches Feature dieser Ideenwelt ist die Mathematik. Daher hat Hrachovec darauf hingewiesen, weil das ein Motiv ist, das stark von Heidegger weiter verfolgt wird, weil die Fähigkeit des Menschen mathematische Gesetze zu erkennen und zu benutzen um zu regeln was in der Welt dem Menschen begegnet, ist der Schritt zur Technik. Zur technischen Beherrschung der Welt. In Werkzeuge umgesetzte Mathematik heißt beherrschen können was in der Welt stattfindet.

Einwand:„Wenn ich auf unterster Ebene schon Mathematik hätte, würde ich von vornherein erkennen, dass es ein Bild ist. Also nur wenn ich auf der untersten Ebene der Analogie das Feuer entzünden kann und die Höhle ausleuchte, wird mir klar, dass es ein Bild ist. Das Feuer gibt’s also immer vor der Mathematik“ (schlecht verständlich)

Antwort: Prometheus, der den Menschen das Feuer gebracht hat, gilt nicht umsonst als der Start der Ingenieure. Es gibt den griechischen Mythos, dass die Menschen schlecht ausgestattet gewesen sind, das findet sich bei Platon auch. Die Menschen sind nicht so stark wie Elefanten, nicht so giftig wie Schlangen, es fehlt ihnen also die durchschlagende Überlebenskapazität womit sie jemanden wirklich in die Flucht schlagen können. Menschen sind an der Stelle „Engelwesen“ (anthropologischer Begriff), aber sie verfügen über Feuer. Kulturleistungen durch unter anderem diesen Gebrauch des Feuers haben und wird verstanden in dem Mythos als von den Göttern den Menschen gegeben um zum Überleben der Menschengattung beizutragen, aber es ist erste Technik, Manipulation. Durch das Anzünden des Feuers (noch diesseits) können die Menschen über ihr eigenes Leben herrschen. Nicht umsonst ist in diesem griechischen Mythos drinnen, dass das ein abtrünniger Gott ist. Es gibt also Kräfte in der Welt die den Menschen nicht vergönnen, dass sie diese Art der Selbstständigkeit haben. Es wurde den Göttern entwendet. Die Chance der Menschen, sich selber als Gesellschaft aufzubauen, ist also gleichzeitig einer Anleihe bei den Göttern geschuldet. Worauf Hrachovec hinauswill: Diese Linie zeigt, dass Platon nicht nur Bildungsapostel sondern auch Technokrat ist. Er hat den Menschen auf den Weg geführt, technokratisch mit der Welt umzugehen: Die Kenntnis der Mathematik auszunutzen um sich den Status in der Welt zu verbessern und das ist der Bogen zu Matrix und Heidegger: Es hat nicht dazu geführt, dass es zu einem sinnvollen Gebrauch in Einsicht von Mathematik kam, sondern die Menschen sind von Maschinen unterjocht worden und daher ist der erste Schritt zur Aufklärung der Menschen, derer die da unten sitzen, draufkommen, dass sie Sklaven der Maschinen sind. Das ist der Punkt wo es hinuntergeht und der Punkt wo Matrix so schillert weil man sie gerne als unglaubliche Faszination dessen wahrnimmt, dass es eine Cyberwelt gibt, die uns das alles vorspielt, aber diese Cyberwelt ist, wenn man einen Schritt rausmacht, eigentlich das Problem. Da raus treten heißt, sich mit der Misere des Menschen zu beschäftigen, der diesen platonischen Weg gegangen ist.