Benutzer:Andyk/Cyberplatonismus Typologie

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Cyberplatonismus

What is it?

Ich bin vorhin auf einer alten LV-Seite auf ein Wittgenstein-Zitat gestoßen - hier etwas länger zitiert:

"Wenn die Welt der Daten zeitlos ist, wie kann man dann überhaupt über sie reden? Der Strom des Lebens, oder der Strom der Welt , fliesst dahin, und unsere Sätze werden, sozusagen, nur in Augenblicken verifiziert. Unsere Sätze werden nur von der Gegenwart verifiziert. Sie müssen also so gemacht sein, dass sie von ihr verifiziert werden können. Sie müssen das Zeug haben, um von ihr verifiziert werden zu können."(Wittgenstein, TS 2009, S. 18)

Oder wie man in der Softwareentwicklung kurz sagt: "The code should be optimized for reading. Write once, read many."

Deshalb werde ich hier (in platonischer Tradition) zentrale Aussagen der Vorlesung Cyberplatonismus sammeln. Es sind weder Zitate aus der Vorlesung noch geben sie notwendierweise Meinungen wieder, die von Personen vertreten werden. Es sind Aspekte des Themas in Aussageform. Man legt sich fest, nicht alle Details wiederzugeben, sondern einen Filter einführen. Das Ziel ist, die Bilder verstehen und ggf. in Frage stellen zu können. Es wird sich zeigen, wie gut das gelingt. Mit Verlauf der Vorlesung wird sich die Struktur der Aussagen und ihr Detailgrad verändern.

Typologie - Entwurf 1

  • 1. Es gibt einen Zusammenhang zwischen Platon und Computertechnologien.
    • 1.1 Die computergenerierten Bildwelten weisen platonische Stilmittel auf, versteckt in Cyberspace-Terminologie.
    • 1.2 Objektorientierte Programmierung (OOP) ist die direkte Umsetzung platonischer Grundideen.
    • 1.3 Diese Zusammenhänge sind jedoch zunächst klischeehaft und oberflächlich. Um zu verstehen, was platonisch ist, braucht es detailgetreue Platon-Exegese.
      • 1.3.1 Platonisch-sein heißt: Mit der Nase nicht zu sehr im Detail stecken, sondern das Typische in den Einzelfällen herausholen.
      • 1.3.2 Die Spannung zwischen Einzelfall und Typologie ist die Grundspannung, aus der die Philosophie entsteht.
      • 1.3.3 Diese Spannung ist mittlerweile tief in unseren Köpfen und Verhalten verankert.
      • 1.3.4 Wir brauchen ein Schema, bevor wir in Einzeluntersuchungen gehen können. Dies verhindert, uns in Details zu verlieren.
        • 1.3.4.1 Das Schema ist ein Rahmen, der uns fokusiert auch wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass die Einzeluntersuchungen ein anderes Schema nahe legen.
      • 1.3.5 Ein Rahmen kann zu einem Käfig werden und verhindern, dass wir Alternativen sehen.

tbc