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Version vom 9. Dezember 2012, 21:27 Uhr

Personalien

  • Name: Andreas Kirchner (1986)
  • Matrikelnummer: a0600112
  • Studienrichtung: E 066 936 - Master Medizinische Informatik
  • Studienrichtung: A 033 541 - Bachelor Philosophie

Zur AKAdemie

Doch möchte ich das temporäre im "ja" verdeutlichen. Irgendwann muss man einmal die Konsequenzen daraus ziehen, Herausforderungen aussprechen, und sich selbst (da man in den Kontext der Situation gekommen ist) konfrontieren mit der vollen Bandbreite anderer Situationen oder den Inkonsistenzen der je eigenen Situation. Das wäre eine Art von "nein" die versucht, nicht ins Leere zu gehen, sich keinen Strohmann aufzubauen, und die Situation ernst zu nehmen. Nicht aus einer sich selbst feiernden (Protest-)Laune heraus, sondern als Antwort auf die Nöte der Situationen. Im Versuch, Begegnungen zwischen Sphären zu finden, Begegnungen und fruchtbare Hinweise, Hinweise und gemeinsame Muster, Muster und Widersprüche. Als ob es keine endgültige Trennung der Disziplinen gäbe, als ob unser Platz erst zu finden wäre. Darum die AKAdemie.

Referenzen

Mitschriften

Änderungen / Korrekturen / Vervollständigungen / Remixes erwünscht

SS08: Code, Kommunikation und Kontrolle (2)

WS08: Open Source Philosophie

RGA steht für "Rarely Given Answers" bezugnehmend auf: FAQ "Frequently Asked Questions"

WS08 und SS09: Platons Staat interaktiv

SS10: Gottesbeweise

WS11

SS11

2012

interne Wikiseiten

extern

Dies und Das

"[W]orin besteht die Schurkerei [der Philosophie]? In der Unterstellung, es gebe eine Metasprache. Dies zu unterstellen, wie seit Parmenides die Philosophie zu tun nicht aufhört, heißt immer, dass man jemandes Anderer sein will, dass man da sein will, wo die Figuren seines Begehrens ergriffen werden. Wenn ich sage "es ist Tag" signalisiere ich bereits damit, dass es wahr ist. [...] Um philosophische Schurkerei handelt es sich, wenn ich unterstelle, dass eine metasprachliche Notwendigkeit mich anhält, diese Wahrheitsbehauptung in der Form "der Satz es ist Tag ist wahr" zu untersuchen. Denn mit einem Mal entwerte ich den Sinn, der darin besteht, dass die Behauptung "es ist Tag", die sich als wahr bekanntgibt, sich als eine subjektive, von meinem Wunsch, sie auszusprechen, besetzte Taktik ablöst. Die philosophische Metasprache, welche den Satz in Anführungszeichen setzt, tut so, als ob man die Äußerungsdimension des Wahren der "Objektivität" der Aussage, welche nunmehr vor dem Tribunal der Wahrheit zu erscheinen hat, zuschlagen könnte. Sie verbirgt die begehrende Verdunkelung des Subjekts zugunsten eines unterstellten, mit sich selbst identischen Ich, eines Ich, das herrscht, eines Schurken-Ich. Die Philosophie lebt unter dem Regime des Ich." (Alain Badiou, 2007, "Wittgensteins Antiphilosophie")


"Und da muß man sich daran erinnern, daß alle die Phänomene, die uns nun so merkwürdig vorkommen, die ganz gewöhnlichen sind, die, wenn sie geschehen, uns nicht im geringsten auffallen. Sie kommen uns erst in der seltsamen Beleuchtung merkwürdig vor, die wir «nun» auf sie werfen, wenn wir philosophieren." (Ludwig Wittgenstein, Philosophische Bemerkungen, Band X)


Die Methodensucht, die Nachahmung des Mathematikers, der auf einer wohlgebähnten Straße sicher fortschreitet, auf dem schlüpfrigen Boden der Metaphysik hat eine Menge [..] Fehltritte veranlaßt, die man beständig vor Augen sieht, und doch ist wenig Hoffnung, daß man dadurch gewarnet, und behautsamer zu sein lernen werde. Diese Methode ist es allein, kraft welcher ich einige Aufklärungen hoffe, die ich vergeblich bei andern gesucht habe; denn was die schmeichelhafte Vorstellung anlangt, die man sich macht, daß man durch größere Scharfsinnigkeit es besser als andre treffen werde, so versteht man wohl, daß jederzeit alle so geredet haben, die uns aus einem fremden Irrtum in den ihrigen haben ziehen wollen.

(Kant, 1763, Der einzig mögliche Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseyns Gottes)


Worte waren ursprünglich Zauber

"Aber, besinnen wir uns – ging es denn um Lust? Nein doch! Von komplizierten seelischen Vorgängen war da die Rede, vom Unbewussten und von der Plage, die es bedeutet, es ans Licht zu bringen. Und so hält der Leser, als seine Vorstellungskraft endlich wieder Schritt geht, zwei Trophäen in der Hand: die heimlich genossene, unter Ästhetik und Metapher versteckte Lust, und die Genugtuung, während dieses Treibens ein Stück intellektuelle Arbeit geleistet und etwas über Psychoanalyse erfahren zu haben – was ihm wiederum ermöglicht, sich über die Natur der in ihm aufgestiegenen Gefühle keine Rechenschaft geben zu müssen."

(Sabine Schlüter über eine besonders reizvolle Textstelle bei Freud)