Benutzer:A0601412

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TRANSKRIPT Über DIE VORLESUNG VOM 20.04.2012


Vorlesungsnummer: VO 180087 Lehrveranstaltungstitel: Ludwig Wittgenstein: Das große Typoskript Lehrveranstalter: Herbert Hrachovec


Eine Übersicht über die Situation die Wittgenstein im Traktatus vorgegeben hat, und auf die er reagiert. Der Plan eines zweiten zusammenfassenden Werkes, dass einschließen soll, was er von 1929, 1932 und 1933 bearbeitet hat. Dieser Plan bezieht sich notgedrungen auf die erste Publikation von Wittgenstein und die Inhalte die darin enthalten sind, sehr revisionistisch, -soviel ist ja schon klar geworden.

…hauptsächlich 2 Revisionen, die wir bisher besprochen haben: 1. Es werden keine Elementarsätze mehr angegeben und angesetzt. 2. Es gibt keine allgemeinen Satzformen mehr.

siehe parallel dazu auch unter dem Link: http://philo.at/wiki/index.php/Verstehen:_%C3%9Cbersicht_%28LWBT%29

Hier gibt es auch wichtige Konstanten, die in Wittgensteins Gedanken gehalten werden. Eine interessante Mischung aus Neuansatz und Fortsetzung des Gegebenen. zu 1.)

Am Beginn des Big-Typeskripts zeigt sich sehr gut, wie diese Einflüsse herangehensweisen, wie die sich beginnen in eine neue Form der Wittgensteinschen Philosophie zu mutieren. Zu den Elementarsätzen ist zu wiederholen, dass im Traktat eine Legowelt stattgefunden hat, zusammengesetzt aus den kleinen Elementarbestandteilen und dann dem Verwitterungsmechanismen. - Analog dazu wie die Noppen (Teile) im Lego eine in die Lage versetzen kompliziertere Konstruktionen anzulegen, so ähnlich wird im Traktat davon ausgegangen dass es in Elementarsätze in der Welt gibt,  und die kann man zu komplizierteren Satzgebilden verbinden. 

siehe dazu auch unter dem Link: http://philo.at/wiki/index.php/Verstehen:_%C3%9Cbersicht_%28LWBT%29

zu 2.) Es ist etwas Spezifischeres gerade auch im Traktatus von Wittgenstein ist, dass nicht sofort ins Auge springt, es kann jede die einbisschen allgemeine Bildung und Interesse in Philosophie hat, kann das herausfinden. Es gibt eine viel kompliziertere Frage, die abhängig ist von sehr genauer Lektüre, von Logikkenntnissen, und einem Touch philosophiegeschichtlichen Wissen, – das betrifft die allgemeine Satzform. Diese allgemeine Satzform kulminiert im Traktatus letztlich in dem berühmten Satz 6, wir müssen ein für allemal sagen welche Formen unsere Sätze unserer sinnvollen Sprache haben können, wenn wir das gesagt haben, haben wir das Geheimnis der Welt gelöst. Dann wissen wir nämlich welche Möglichkeit es für Aussagen überhaupt gibt, welche Form jeder akzeptable Satz haben kann, und wenn wir das wissen, kennen wir das insgesamt der Möglichkeit dessen was wir beschreiben können, und es skizziert uns alles das was in der Welt möglicherweise der Fall ist, und etwas davon ist dann wirklich. Aber dass was davon wirklich ist, ist der glücklicherweise Zufall im Hinblick darauf, dass wir darüber hinaus auch wissen was alles sein kann. Die allgemeine Satzform beschreibt also was alles sein kann, zeichne ich dann in einem vorstellungsweise großen Raster ein, dass ist jetzt und das andere ist halt nicht. Das ist ein wesentlicher Bestandteil, so wie sich der Wittgenstein es vorstellt. Ein Teil dieser Konstruktion, was alles sein kann, wird abgedeckt durch Wahrheitsfunktionen. Die Wahrheitsfunktionen sind der Apparat, womit Elementarsätze miteinander verknüpft werden. In der Legosprache ausgedrückt, ein Teil dessen was in der Legowelt alles möglich ist, wird dadurch beschrieben, wie man die Dinge ineinander stecken kann. Das ist ein Teil davon, die Raffinesse, dass ist nicht das Ganze, da gibt es noch etwas mehr. Dieses mehr was wir noch bearbeiten müssen, betrifft nicht das Zusammenstecken der Bestandteile, sondern dass Aussehen der Bestandteile – wie diese einzelnen Legosteine in sich gestaltet sind, also ob das jetzt Dreiecke, Kreise, Sechsecke oder Blocke sind. – Etwas was die Form der Elementarsätze betrifft, und nicht die Art und Weise wie die Elementarsätze zusammengesetzt werden. Beschreibung in der Wittgensteinterminologie und in der Logikhinsicht: In der Logikhinsicht ist das der Unterschied zwischen der Aussagenlogik und Prädikatenlogik, die simpelsten einfachsten Formen der modernen formalen Logik, die von Frege eingeführt worden ist, bleiben. Die Aussagenlogik, wie das Big-Typeskript beginnt, kümmert sich um Sätze und nicht um den Aufbau der Sätze. Die Aussagenlogik sagt, da ist ein Satz, frag mich nicht was der Satz sagt und es ist ein Satz. - Was ist die Besonderheit des Satzes? - Die Besonderheit des Satzes ist, dass es wahr oder falsch sein kann! Das ist die elementare Bestimmung, die es seit der Wahrheitswerterfindung von Frege gibt, Sätze haben ein eigenes System gemacht. Das ist die geniale Erfindung, die ihn dazu gebracht hat, einen direkten Zusammenhang mit Computerschaltungen und Digitalisierung aufzubauen. Sätze sind nicht etwas, wie man vorher etwas die immer mit der Logik oder Gedanken verbunden sind, sondern bei Frege wird ein Satz wird mit einer mathematischen Funktion verbunden. Was ist eine Funktion? Eine Funktion ist eine Zuordnung von etwas nach geordneten Sätzen (etwas). Wie schaut die Funktion aus und warum heißt sie Wahrheitsfunktion? Zugeordnet wird ein Satz, der gegeben ist mit einem Symbol, zu einem Wahrheitswert.


Beispiel: Ein Funktionswert aus der Mathematik: x² = gegeben ist das Quadrat von „x“ … wenn man 4 einsetzt, ergibt das 16!

x² = 4² = 4.4 = 16

Dieser Wert in der Mathematik ist das wo zugeordnet wird. Und Frege nimmt das Ding auf, diese mathematische Konstruktion auf, und verwendet diese zur Deutung von Sätzen. Sätze sind wahr oder falsch. Das nimmt wiederum Wittgenstein in sein Traktatus auf und sagt Sätze sind bipolar – Sätze sind wahr oder falsch – und als solches können wir sie behandeln, auch mathematisch als solches, weil sie wahr oder falsch sind, können sie in Wahrheitsfunktionen hineingehen.


Bspw.: Wie schaut eine Wahrheitstafel? - hier prinzipiell bestehend aus 2 Sätzen. Mit diesen 2 Sätzen spielen wir alle Möglichkeiten durch, die dieser Satz es an Wahrheitswerten annehmen kann. Für das neue Verbindungsglied den Konjunktor, z.B. das und „^“ (eine Legonoppe) – dann können wir durch 2 Wahrheitswerte, kann man den zusammengesetzten Wahrheitswert von p und q „p ^ q“ ausrechnen. Also wenn p wahr ist und q wahr ist, dann ist auch p^q wahr, in allen anderen Werten von p und q ist auch der Wahrheitswert von p^q falsch! Das ist eine neue Regel, in dem man den zusammengesetzten Satz in seiner Wahrheit errechnet werden kann.

Das ist ein Beispiel für die Errechnung eines Wahrheitswertes eines zusammengesetzten Satzes.

{Quelle aus der URL online unter dem WEB http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/101243.html, am 20.05.2012 [um 10:27]}

Neue Regel wie der zusammengesetzte Satz in seinem neuen Wert berechnet werden kann. Hier besteht ein ganz wesentlicher Unterschied zwischen Art und Weise ist wie Frege und die darauffolgenden sprachanalytische Philosophie mit der Frage der inneren Struktur der Sätze umgegangen ist, und wie Wittgenstein mit der inneren Struktur der Sätze umgegangen ist. Stößt nun an den 2. Teil des Themas, was mit der allgemeinen Satzform gemeint ist.


Frege hat nicht nur diese geniale Wahrheitsfunktion erfunden, sondern Frege hat noch etwas anderes gemacht, er hat die sogenannte Prädikatenlogik, welche damit zutun hat, dass wir in die Sätze reinschauen und anschauen, wie ist der Satz an sich gebaut. Wie tragen denn die Bestandteile des Satzes wesentlich bei zur Wahrheit des ganzen Satzes. Solange man nur den Satz anschaut, und den nicht analysiert, kann man nur sagen, wahr oder falsch, und das war es dann! Wenn man in den Satz reinschaut, ergibt sich die interessante neue Frage, der Abhängigkeit von Sätzen untereinander, besteht nicht nur darin, dass man sie zusammengeben oder nicht zusammengeben kann, sondern besteht auch darin, dass es logische Zusammenhänge zwischen einzelnen Sätzen gibt.


Ein Beispiel: Diese logischen Zusammenhänge ist im einfachen Beispiel zu sagen, wie alle Hörerinnen und Hörer in diesem Raum sind älter als 3 Jahre, als Beispielssatz, dann kann man mit logischer Rechnung darauf schließen, dass die Caroline Meier die hier sitzt, ist älter als 3 Jahre. Dass heißt, da gibt es eine Logik, die wir intuitiv erfassen wollen, ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen Sätzen, dass wir als die logischen Bestandteile erkennen, da muss man nicht hinschauen, sondern die Pointe davon ist, wenn da die Caroline Meier sitzt, und wenn jemand gesagt hat, alle Hörerinnen und Hörer in diesem Hörsaal sind älter als 3 Jahre und jemand hat gesagt ja das stimmt, wenn ich annehme das ist ein wahrer Satz, dann muss ich nicht mehr zu Frau Caroline Meier hingehen und fragen, können sie mir bitte sagen, wie alt sie sind, und daraus meine Schlüsse ziehen, das muss ich nicht mehr. Das ist genau die Schönheit der Logik, dass sie einen an dieser Stelle Schlussfolgerungen möglich macht, die in der Empirie zuhause sind, die etwas damit zutun haben mit dem Bereich der Möglichkeiten, dass es Aussagen über das Alter von Personen in einem Raum gibt. Der allgemeine Bereich der Möglichkeiten ist Aussagen und Eigenschaften über Personen in einem Raum. Das hat mit der Sprachraum zutun. Bspw. wenn ich darin jetzt genauere Bestimmung der Prädikate, z.B. Personen sollen nicht älter als 3 Jahre sein, dann begebe ich mich in die Infrastruktur der Welt, die gleichzeitig nicht nur eine empirische Infrastruktur ist, die Tatsache dass die Frau Caroline Meier da sitzt ist nur zufällig, da muss ich hinschauen ob sie da sitzt, aber wenn sie da sitzt, gilt für sie was für alle anderen auch gilt, dass sie älter als 3 Jahre alt ist.

Frege behandelt diese Probleme, die seit Aristoteles in der Philosophie komplett bekannt sind, alle Menschen sind sterblich (1. Prämisse), Sokrates ist ein Mensch (2. Prämisse), darum ist Sokrates sterblich (= Konklusion). (Das ist der klassische Fall.)

Was Frege aber geleistet hat als Epoche machend, er hat diese Zusammenhänge mithilfe des Wahrheitsfunktionalenanalysemodells auf eine mathematische formalisierbare digitale Grundlage gestellt, was dem Anfang dieser Fragestellung von Aristoteles nicht erreicht worden ist, und dass sind die berühmten Quantoren (Universalquantoren), Existenz- und Allquantoren. Der Existenzquantor, der sagt, es gibt eine Person, die eine Eigenschaft hat. Der Allquantor, der sagt, alle Personen, die alle eine bestimmte Eigenschaft haben. Wenn ich mit diesen Quantoren operiere, dann beziehe ich mich nach Frege und der nachfolgenden Tradition auf die Infrastruktur des Satzes. Ich gehe also darauf ein, dass Sätze aus Subjekt und Prädikat bestehen.

Und das ist genau das was der Wittgenstein nicht im Traktatus macht, weil er eine Vorstellung von der Welt hat. Wir erfassen diese Vorstellung der Welt, welche eine allgemeine Form hat, wir erfassen sie in Sätzen, und wir erfassen sie zum Teil in den Wahrheitsfunktionen der Aussagenlogik, wir erfassen die Infrastruktur der Welt, die Kleinteiligkeit, erfassen wir nicht aber in den Wahrheitsfunktionen und nicht mit den Quantoren. … Bemerkung: Ich trenne „alle“ von den Wahrheitsfunktionen, das ist der entscheidende Punkt, weil alle ist der Allquantor. Alle ist das was man vorgegeben hat, und ist bei Frege, Russel, und anderen, mehr oder weniger eine Wahrheitsfunktion, und Wittgenstein trennt das von der Wahrheitsfunktion.

Dass heißt, Wittgenstein geht nicht so vor, dass er nicht die innere Funktion von Sätzen, durch die Definition Prädikate und die Wahrheitsmechanismen, die wir haben um das Verhältnis von Prädikaten zu Mengen und von Thermen und von Subjekten zu Elemente der Menge zu betreiben. Das ist eine oberflächliche Erklärung.

Frage: Was mach er denn stattdessen? Was er stattdessen macht, ist eine einzigartige Sache. Er sagt folgendes: Wenn wir uns vorstellen, alle Elementarsätze der Welt, dann schauen wir uns einmal an, welche Bestandteile haben wir da, …, es liegt eine Hypothese vor. Wir haben alle diese Elementarsätze gesammelt. Es stellt sich heraus, dass Elementarsatz [1] besteht darin, dass der Tisch (1) neben dem Tisch (2) rechts daneben steht, der Elementarsatz [2] besteht darin, dass die Caroline Meier rechts von Franz sitzt, der Elementarsatz [3] besteht darin, dass das neue Institutsgebäude rechts vom Hauptgebäude sitzt/gebaut ist. Dann sagt Wittgenstein: Wenn das so ist, dann muss es in den 3* von mir gesagten Sätzen, muss es eine Notation geben, die in all den 3 Sätzen gleich ist. Die muss das wiedergeben was „rechts von“ ist, dass ist die Gemeinsamkeit. Das NIG wird sich von der Christine Meier und vom Franzi und vom Tisch unterscheiden, was diese alle gemeinsam haben, ist ein Zeichen dafür, dass das eine „rechts von“ anderen ist. Wenn wir alle diese Sätze nehmen, was das gemeinsame Feature aufreißen, dann haben wir das was sich nach Wittgenstein Satzvariable nennt, diese Variable hat als Werte das, alle die Sätze die diese Gleichheit (gemeinsam) aufweisen. Und diese Variable ist dadurch gekennzeichnet, dass sie nichts anderes gibt, als sie die Gemeinsamkeit der Sätze die „rechts von“ sagen. - Das ist das Wesen des „rechts von“ etwas zu sein! Oder anderes Beispiel das ist das Wesen „rot“ zu sein. Die Eigenschaft „rot“ zu sein, und alle Sätze, die Elementarsätze wären, die Aussage machen „rot“ zu sein, haben die Gemeinsamkeit „rot“ zu sein. Das Wesen des „rot“ besteht darin, in dem was das ist.

Wittgenstein meint hier: „Du musst mich hier nicht weiter fragen, worin rot besteht!“ Rot ist das Feature der Welt, dass durch alle diese Sätze gekennzeichnet wird und ich brauche ich hier nicht weiter zu befragen, dass treffe ich mit meiner Aussage von rot. – Und das nennt er „Urbild“. Das ist das Urbild von „rot“.

Der einzelne Satz in seiner Gestalt bildet einen Sachverhalt in der Welt, sagt Wittgenstein in seinem Traktat. Bilder von Tatsachen finden statt in Sätzen, die wir beschreiben. Bilder von Tatsachen sind, wie die im Gerichtssaal zusammengestellten Puppen, die einen Unfall modellieren. Sowie die Puppen im Gerichtssaal zusammengestellt werden, so sind die Fußgänger, Autos in Konfiguration entstanden.

Das ist das Abbild des Traktates – diese Abbildtheorie betrifft nur die erste Ebene – die fotographische Abbild-Ebene – die sogenannte Schnappschussebene – wenn es ein Autounfall ist, ist in diesem Satz mehr drinnen, als das Zusammenstellen von Puppen und Autos – was ein Auto ist, sieht man nicht auf den ersten Blick und beim ersten Mal – um zu verstehen, was ein Auto, eine Straßenkreuzung ist – muss man mehr verstehen, als die fotographische Einmalabbildung man muss von der inneren Struktur des Satzes Kenntnis haben – Wie beschreibt Wittgenstein diese Beschaffenheit? – im Auto ist alles andere Inbegriff dessen – was wir in all den Sätzen, auf denen wir uns auf Autos beziehen. Gemeinsamkeit aller Sätze in denen über Autos die Rede ist, ist die Satzvariable des Autos, und dass ist das Urbild. – Es ist wichtig, weil wir verstehen wollen, wovon sich Wittgenstein abwendet, was er nicht mehr akzeptiert. Es gibt im Traktatus diese allgemeine Satzform, die enthält eine Vorgabe wie es gibt rot, es gibt einen Baum, also es gibt diese Urbilder. Das ist ein zutiefst platonisches Feature im Traktatus.

Wittgenstein geht davon aus, dass die Welt geordnet ist und dass wir in der Philosophie die Ordnung dieser Welt ein für alle Mal erkunden und darstellen. Dass ist das was er mit der allgemeinen Satzform verbindet, dass ist das, was er nicht mehr festgelegt hat. Weil er draufkommt, diese Elementarsätze, lassen sich so nicht festhalten, …, wenn dass so ist, dass sich Elementarsätze nicht festhalten lassen, dann ist das so, dass sich auch allgemeine Satzformen in den Elementarsätzen nicht festhalten lassen. Dann stellt sich die Frage: Wo fangen wir dann an? - Wir sind quasi im Meer.

Wiederholung zur letzten Stunde: Konstanten, es hat mit Zeit zutun, Änderungen – es ist keine Welt der Augenblicklichkeit alleine, sondern eine Welt der Veränderung. Diese Welt wird von Wittgenstein akzeptiert, aber auch wieder zurückgenommen. Das war kurze Schilderung zur Konstanz. 

Das Schöne an der Logik ist, wenn wir mal diese Prinzipien haben, dass wir den Reichtum der Prinzipien testen und nicht extra nochmal zuschauen müssen. Das ist etwas wo man sich immer wieder ganz gut täuschen kann, Z.B. Wenn die in diesem Raum vorhandenen Tische können Feuer fangen. Dann gibt es interessante Effekte, die niemand vorausgesehen hat, weil man davon gesprochen hat, dass man die Tische zusammen heraufstellen kann. Das ist der andere Trieb, gegen den aber die Philosophie, bei der Suche nach Übersichtigkeit, gerade auch bei Wittgenstein, immer auch festhält, wir sind verantwortlich, nicht dafür dass wir nachschauen wie es ist, sondern dafür dass wir schauen wie immer schon gewesen ist, wie es sein soll, wie man sich allgemein orientieren kann.

Frage: Was folgt jetzt aus der Fusion dieser beiden Motive?

Die Betrachtung verliert den weltentspannenden Charakter. Sie stößt nicht mehr auf die Dialektik der Grenze des Sinnvollen, um sich von dort mit gestiger Verweigerung von dort zu verabschieden. Schlusssatz des Traktates von Wittgenstein, wo er sagt: Wenn ich mal gesagt habe, wie die Welt insgesamt aussieht und wie sie sinnvoll sein kann. Bin ich am Ende meiner Weisheit. Wieso weiß ich, dass ich am Ende meiner Weisheit bin? Das kann ich eigentlich in der Sprache, die Erkenntnisse enthält, die die sinnvolle Welt beschreiben, in der Sprache kann ich nicht mehr sagen, dass ist das Ende meiner Weisheit. Wenn ich eine Sprache habe, die alles beschreibt, was alles in der Welt ist, das ist die einzige erlaubte Sprache, verfüge ich nicht auch noch über eine Sprache, die mir auch noch sagt, da ist zu Ende. […] Vorworte zum Traktatus: Ok das gehört nicht mehr zur sinnvollen Welt, nun muss ich ein Kriterium haben, zwischen rechts und links, also zwischen sinnvoll und nicht sinnvoll zu unterscheiden, die die Sprache so eingeführt hat, dass sie darin besteht was sinnvoll ist PUNKT, kann es sinnvoll keine Sprache sein, die besagt jenseits des PUNKTS ist keine Sprache. Es kann in dem Sinne keine Sprache sein. Wenn der PUNKT aus ist, da gibt’s etwas, das ist keine Sprache. Da kommt er auf eine Paradoxie, die wird an der Stelle nicht mehr akut.

Die Tendenz bei Wittgenstein besteht darin, notgedrungen sich in der Sprache zu bewegen, draufzukommen wir sprechen, wir müssen damit umgehen dass wir sprechen, wir stellen uns nicht am Rand der Sprache auf, jenseits der Sprache und sagen allen anderen Leuten „nur so dürft ihr sprechen“.

Wir sprechen wie alle anderen auch, sagt Wittgenstein als Philosoph. Wir sprechen und unser Sprechen hat nicht den tragisch selbstzerstörerischen Sonderstatus, dass wir uns hinstellen und der Welt verkünden, was die Gesetze sind, nachdem wir sie reden sollen, nur damit wir draufkommen, dass wir uns überfordert haben, weil wir das garnicht festhalten können. Wir sprechen auch wie alle anderen. Wir sind in der Sprache. Wir starten mit der Sprache. Dass ist mit dem sogenannten PAUKENSCHLAG gemeint!

siehe auch unter dem Link: http://philo.at/wiki/index.php/Verstehen:_%C3%9Cbersicht_%28LWBT%29

Hinweis: Hat zutun mit dem Abschied aus der logischen Idealsprache. Das ist die Stelle womit das BIG-Typeskript beginnt. – mit dem Paukenschalg. Vorher noch kurz: Es gibt noch einen Hinweis, was zu tun hat mit einer Art Abschied von der logischen Idealsprache. Berühmtes Zitat von Neurath aus 32,33 der Protokollsätze, aus der Zeit wo das Big-Typeskript kombiniert wurde: „Die Schiffer sind wir, die wir Schiff auf offener See umbauen müssen, ohne es jemals in einem doch zerlegten und einem festen Bestandteil, neu errichten zu können!“ Das ist die Gegenbewegung gegen die Idealisierung im Traktatus, wo Wittgenstein mit der Lego-Welt eine separate Betrachtungsweise für Sätze vorgestellt hat, die man mathematisch sauber durchführen kann Gemeint ist, eine mathematisch saubere Novellierung der Welt, und wenn wir das mathematisch durchschaut haben, gehen wir neuerlich mit dem Schiff zur See hinaus in die Welt. Wir ziehen das havarierte Schiff in Werft, checken es, und renovieren es in eine Situation, die ungefährdet vom Seegang ist, also wir leisten uns den Luxus es zu reparieren, wenn es dann repariert ist, gehen wir dann wieder auf Seefahrt.

In den Rest der philosophischen Studien einzubauen, vor See, ist ein komplett berühmtes und einflussreiches Motiv in der klassischen Philosophie. Kant der in seiner Philosophie, der so beginnt, und sagt, die Leute haben munter vor sich hin philosophiert, und haben alle möglichen metaphysischen Annahmen frei gemacht, gibt es einen Gott, gibt es Engel, gibt es Freiheit, gibt es Kausalität und was auch immer. Wir haben einen kritischen Ansatz besagt, dass wir nicht davon ausgehen, dass wir irgendetwas von dem kennen, sondern dass wir uns danach fragen, nachdem oder unter welchen Bedingungen können wir etwas erkennen. Die berühmte Frage nach den Bedingungen, ob wir etwas erkennen, statt dass wir tun, als ob wir eine Intention hätten und gleich munter darauf lossprechen das etwas ist. Was können wir zum Beispiel erkennen über Kausalität, Freiheit, über etwas Gutes sagen? – Was sind …oder unter welchen Bedingungen steht das überhaupt? – Und wenn wir das gecheckt haben, dass ist das kritische Unternehmen ist das checken dieser Möglichkeiten, dann gehen wir über und schauen uns an wie es in Wirklichkeit aussieht. Erst dann haben wir eine Gebrauchsanleitung. Beispiel: Wenn ich zu LEGO nun IKEA hinzufügen darf, wenn ich mich in diesem Bereich befinde, dass ist die Vorstellung, dass ich dazu eine Handlungsanleitung habe, also eine Montageanleitung. Wenn man sich irgendwo verwurschtelt hat, und man versucht ein Bücherregal oder an einer Küche zu konstruieren, und etwas ist schief gelaufen, haben wir glücklicherweise eine Montageanleitung, in der steht alles ja drinnen. Wenn wir uns nachdem gerichtet haben, dann können wir die Bücher herrichten gehen. Das ist der eine Ansatzpunkt, die eine Traditionslinie, der Philosophie. Dagegen der hegelianische Ansatz in ihrem Duktus, in dem auf Kant geantwortet wird, der besagt: „Du musst doch nicht glauben, dass wenn du jetzt anfangst, über die Bedingungen des Denkens nachzudenken, und nicht denkst. Du bist schon von vornherein drinnen! Du kannst nicht so tun, als hättest du ein Reservoir, von dem her du das Denken regulieren kannst. Beispiel: zum obigen Beispiel zurückgegriffen mit IKEA und Montageanleitung Nur zu konstruier das Mal, es wird schon was werden, weil die Montageanleitung ist verloren gegangen.

Diese Art von Schwierigkeit haben wir und in die wir eingetaucht werden beim Beginn des Big-Typeskripts. Es sind Urphilosophische Themen, die wir hergeleitet haben. Wittgenstein, eine Konsequenz, wenn es möglich ist das Prinzip der Sprache und das Prinzip wie die Welt ausschauen kann, in eine Formel bringen kann, dann ist der JOB getan und da gibt’s nichts mehr. Dann wurden alle Überraschungen ausgeblendet und ausgeräumt. Das einzige was an Überraschung noch bleiben kann ist, ob es zur Möglichkeit, die Wahrheit gibt. Beispiel mit dem Einhorn: Logik von einem Einhorn Wittgenstein Traktat geht dahin, dass er sagt, ich schaue mir an, ob in den Elementarsätzen, die ich habe, etwas vorkommt, was dem Typus eines Einhorns ist. Ob alle Elementarsätze miteinander das Kennzeichen haben, dass in den Sätzen ein Pferd ist, das vorne ein Horn hat. Ich schaue also nach, ob das in allen Elementarsätzen der Fall ist. Sollte das in den Elementarsätzen vorkommen, dann ist das ein berechtigter Satz, dass das Einhorn die Prinzessin geküsst hat. Das darf ich sagen, weil mir die Möglichkeiten (Regeln) der sinnvollen Sprachen, dass mir erlauben. Es muss nicht heißen, dass das Einhorn wirklich die Prinzessin geküsst hat, es kann auch sein dass alle Einhörner gestorben sind mittlerweile, und dass ich kein Einhorn nicht mehr finden kann. Es kann die Nichtexistenz des Einhorns kann ich durchaus überraschen. Ich kann auf die Suche nach einem Einhorn gehen, und ich kann das Pech haben, wenn ich keines mehr finde, kann ich sicher sein, dass ich eines suchen darf – das darf ich auf jedem Fall. Aber möglicherweise finde ich keines.

Wenn es einen Elementarsatz gibt, indem diese Form vorkommt, dann darf ich überhaupt gar nicht mehr fragen, ob ein Einhorn eine Prinzessin geküsst hat, weil das kein Teil der Sprache mehr ist, es ist kein Teil der Sprachstruktur, die eine sinnvolle Welt beschreiben kann. Das heißt, es gibt keine Worte und Ausdrücke dafür und es gibt keine Einhörner und jemand der versucht so etwas zu machen bzw. auszudrücken, der verstößt gegen die Logik der Sprache. Logik der Sprache, ist das was man herausgefunden hat durch die Wahrheitsfunktionen und Satzvariablen.

Wenn das so ist, dass ich nirgends diese Form gefunden habe, dann ist die Formulierung, die Buchstabenfolge Einhorn, genauso sinnlos und nutzlos, also es gibt nichts, was man damit anfangen kann. Wenn das so ist, dann bleibt nichts mehr über. Es bleibt also keine Aufgabe für die Philosophie übrig! Für die Naturwissenschaft bleibt etwas übrig, in dem sie herausfindet wie Sachen im Rahmen des Möglichen sind. Aber in der Philosophie ist der JOB geleistet.

Frage: Was verbindet man mit Einhorn? Oder was verbindet mit dem Satz: Ein Einhorn hat eine Prinzessin geküsst?

Ein Erlebnis, ein Gefühl, - ich verstehe etwas. Ein HM – da stehe ich ahnungslos da, ich weiß nicht was ich damit anfangen soll Der Unterschied von EHAM und Einhorn ist, da stelle ich mir etwas vor. Was das ist! Ein Komplex der menschlichen inneren Erlebniswelt, die wir an der Stelle die wir hinzufügen, diese Erlebniswelt ist nun etwas, was ich nicht erwähnt habe, in meinen Vorstellungen vom Traktat, sowie ich die Vorstellung von der Wittgensteinschen Aufgabe der Philosophie beschrieben habe, kommen keine Erlebnisse diesbezüglich vor. Der Hinweis darauf, dass Sätze mit Erlebnissen zutun hätten, ist etwas Wichtiges. Der nächste Punkt handelt darüber und besagt. Kann man denn etwas anderes als einen Satz verstehen. Und man muss sich jetzt Vorstellungen, warum wird das hier gesagt, warum passt es in den Duktus von dem man sich vorgestellt hat. Das passt deswegen, weil das ist eine Frage, die nach der wittgensteinschen Editionstechnik. Am Anfang eines neuen Buchs steht, am Anfang, was das Big-Typeskript ist, 800 Seiten Zusammenfassung seines Denkens, 3 Jahre lang nach dem Traktat. Sie wissen was das Traktat ist, die Welt ist alles, was der Fall ist. Damit ist eine Richtung gesagt. Das Big-Typeskript fangt mit an: Kann man denn etwas anderes, als einen Satz verstehen? siehe auch unter dem link: http://philo.at/wiki/index.php/TS_212,_Beginn_%28LWBT%29 Das ist Epochal was da passiert. Es beginnt mit einer Frage. Es beginnt irgendwo zwischen drinnen. Es wird hier an der Stelle Satz vorausgesetzt, Verstehen vorausgesetzt. 1. Satz kennen wir vom Traktat. 2. Verstehen kennen wir gerade nicht. 3. Und die Frage wie verhält sich der Satz zum Verstehen, dass kennen wir auch noch nicht.

Die Besonderheit, die der Vortragende schon letzte Mal vorgetragen hat, wird hier nochmal erwähnt. Wittgenstein hat sich ein Ziel gesetzt und hat gesagt, so jetzt schreibe ich ein neues Buch, und der erste Satz dieses neuen Buches war ein Satz, der irgendwo im handschriftlichen Manuskript 110 aus Juni im Jahre 1931 vorkommt. Zitat: „Kann man denn etwas anderes als Satz verstehen, oder ist es nicht erst ein Satz wenn man es als Satz versteht, kann man etwas anderes als Satz verstehen.“ (Quelle: 20.06.1931 - S. 187 im Manuskript 110)

Im Typoskript 211 kommt es in einer ähnlichen Art und Weise vor. Das Typoskript ist dann eine Zusammenfassung von Exzerpten aus dem Manuskript ist, findet sich auf der Seite 241. Hier rückt es plötzlich vor an die Seite 3. Diese Besonderheit des Anfanges dort, besteht darin, dass so ein Schuldiger oder Unschuldiger, so ein Satz, ein Teil von dem was im Arbeitsprozess von Wittgenstein herinnen steckt.

Frage: Bitte sag mir, wie wird diese Situation im Traktat geschildert?

Diese Anekdote ist bekannt, von einem Ökonomen aus Cambrigde, es hat eine italienische Geste. Man weiß, dass das eine besondere Textform in Italien ist. Das war ein Moment, dass immer wieder genannt worden ist. Es führt dazu, dass Wittgenstein sagte, dass mit der Ausdrückbar der Sätze ist ein Problem. Man kann das auch als einen Ansatz nehmen. Es widerspricht aber dem, womit das Big-Typeskript beginnt, denn die Frage des Big-Typeskripts bezieht sich darauf, wenn ich von Verstehen rede, wenn ich jetzt neue Kategorien verstehen einführe, und ich so tue, als ob das im jenseits von Traktatuslogik ist. Das Verstehen etwas ist, dass mit Logik und der Mathematik des Traktates nichts zutun hat. Weil ich verstehe ja auch, wenn der so und so macht. Z.B. wenn der Polizist sagt, so oder so etwas Ähnliches, dass verstehe ich doch, da muss mir der Polizist nichts sagen. Und das müsste jetzt als Argument dafür genommen werden, dass diese Rede, dass man in der Welt alles erklären kann, dadurch dass man eine Logik von Sätzen macht, dass einem nichts passt, weil wenn jemand so macht, verstehe ich das auch, ohne das er mir etwas sagt. Wittgenstein antwortet darauf und sagt: „Kann man denn etwas anderes alles, als einen Satz verstehen?“ Die Logik davon ist, zu sagen, wenn du das verstehst, ist es nicht ersichtlich, dass du einen Satz verstanden hast. Ist erst dann ein Satz, wenn man einen Satz versteht? Kann man etwas anderes als einen Satz verstehen?

Die Logik ist die: siehe auch parallel dazu unter dem Link (Suche nach der Überschrift „Verstehen“ eher ganz unten): http://philo.at/wiki/index.php/Verstehen_2_%28LWBT%29

Die erste Position besagt, um die Geste zu verstehen, brauche ich einen Satz. Das wird unterstützt durch, ich weiß schon was das heißt und der mir sagt, sagen will wie z.B. Bisschen schneller, und mach weiter. Jetzt ist das Spiel der Logik verraten. In dem Moment, in dem ich sage: Der braucht mir gar nichts sagen, ich weiß, was der mir sagen will, nämlich „mach weiter“. (Es ist ganz einfach ein Satz!)

Jetzt stelle ich mir vor, ich habe keinen Satz und verwende keinen Satz dafür und ich sage, ich weiß schon was der will, und ich kann nicht sagen, was er will, ich habe nur ein Erlebnis, und dass ich ein Erlebnis habe, ist irgendwie schlecht zu beschreiben, ich habe ein Erlebnis auch wenn mir jemand auch durch die Augen fährt, ich habe ein Erlebnis wenn jemand schwimmt, ich habe ein Erlebnis wenn ich jemandem gegenüber in Tränen ausbreche oder mir gegenüber bricht jemand in Tränen aus. Das ich ein Erlebnis habe ist klar, aber wie stets jetzt mit dem Erlebnis, dass der mir etwas sagt. Das der durch diese Geste mit mir Kommunizieren will. Wenn ich nicht in der Lage bin auszudrücken, was der mir kommunizieren will, habe ich dann etwas verstanden? - Bin ich dann in der Lage zu Kommunizieren? Z.B. Da ist jemand und macht „häh“ ja, - Hat er Flöhe? Ist er dann in einer Tanzperformance? Das ist genau nicht das Verstehen. Wenn ich an der Stelle auch ohne Sätze und Wort verstehen will.

In einem Satz zu formulieren, dass ist das worum es da geht.

Frage: Wenn 5 Polizisten, jetzt eine Geste machen würden, die alle so auslegen würde, dass sie mich anhalten würden mich weiterzugehen. Und alle so auslegen würde, mich anhalten würden mich weiterzugehen. Ich habe aber nicht dasselbe gesehen. Es gab auch etwas das anders war. Das anders sein könnte ich nicht oder nur schwer vermitteln. Ich könnte nur sagen, wie die waren Höher gerissen.

Antwort: Das geht darauf hinaus, dass es in der Geste Momente gibt, die Einzigartig sind und nicht in dem Satz aufgehen. Das ist nicht anders, als ich bin in der Beschreibung dessen, wie das mit der Satzvariablen im Traktatus aussieht: Alle Sätze in denen etwas vorkommt, dass für rot steht, ist ein Inbegriff für alle Sachen in denen rot vorkommt. Es ist nicht in allen Sätzen, in denen das rot vorkommt. In allen Sätze in denen rot vorkommt, die Buchstaben r-o-t vorkommen, und an der Stelle steckt auch schon das Problem drinnen, dass die Buchstaben „r-o-t“ größer oder kleiner, schwarz oder braun oder sowas sein können, in denen ich nur die Form sehe, und nicht nur die einzelnen Teile.

Das ist eine Folge davon, dass in dem Moment in dem man vom Augenblick weggeht, und so etwas wie ein logisch organisiertes strukturiertes Verständnis der Welt betrachtet, muss man irgendwo unterscheiden zwischen den Formen die dahinter stehen, dass ist der sogenannte Platonismus, und der Umsetzung der Formen, also dem Typus des Buchstabens „A“ und der Art und Weise wie das Wort „A“ herauskommt.

Zurück zum Beispiel: So ähnlich ist es auch bei den Polizisten bei den Fünf, die Polizisten werden ausgebildet, eine Form zu reproduzieren, sie reproduzieren die Form des Weitergehens, alle Dienstgeber in einer anderen Art und wenn ich verstehe was die mir sagen wollen, dann verstehe ich den Unterschied zwischen dem was bei den allen gleich ist, und dem was nicht gleich ist. Jemand der Formenblind ist, jemand der nicht versteht oder nicht verstehen will was das heißt, zeigt auf den Ehering des Polizisten, und sagt er will den Ehering verkaufen, oder so etwas ähnliches. Es ist immer möglich sich ins Detail zu verlieren, und damit dem Effekt des Beabsichtigten Verstehens zu entgehen. Das ist ja auch eine Frage die Wittgenstein immer wieder beschäftigt, auf irgendeine Art und Weise einfordern, garantieren oder zwingen, dass etwas auf eine bestimmte Art und Weise verstanden wird. – Das ist für Wittgenstein ein großes Problem.

Jemand der in der Lage ist mit menschlichen Gesten halbwegs kommunikativ umzugehen, lernt dass worum es geht und wenn dies ein kommunikativer Akt sein soll, sich in einer abstrakten Form, die sich wiederum in Sprache veröffentlicht irre gelegt werden kann.

weitere Frage: Wenn ich etwas negativ beschreiben würde, dass ich z.B. sage wie ich weiß nicht ob er eine Geste gemacht hat, aber er wollte mir wahrscheinlich nichts Gutes. Ich habe deshalb ausgenommen und ich habe aber nicht verstanden, worum es sich in der Geste gehandelt hat. Ich habe trotzdem darauf reagiert.

Antwort: Ich habe verstanden es ist nichts Gutes. Ich habe bereits ausgenommen. Der Unterschied wird deutlich, wenn er mir beginnt mich zu boxen oder mit einem Würgen kommt, und ich gehe in eine Stellung wo ich mich beschützen will, würde ich nicht sagen ich habe es verstanden. Das ist die Frage würde ich so beschreiben. Wenn ich mich unwillkürlich schütze. - Ich würde, wenn ich auf eine Bananenschale trete und dabei beginne auszurutschen, so habe ich nicht verstanden, dass ich auf eine Bananenschale getreten bin und mein Gleichgewicht bewahren muss, sondern ich reagiere dagegen. - Das ist kein Satz und somit ist die Bananenschale keine Mitwehrmenge. Das passiert mir und ich reagiere darauf. Das ist nicht ein Punkt des Verstehens, Das Problem des Verstehens tritt auf, wenn ich mit etwas konfrontiert bin was ich auch in einem Satz formulieren kann, z.B. er wollte mich schlagen, oder ich sehe die Bananenschale schon im vornherein, die ist jetzt deswegen da, damit ich jetzt ausrutsche. Es ist so, wenn ich einfach darauf steige und versuche mein Gleichgewicht zu halten, ist es etwas anders, als wenn ich darauf steige und denke jetzt muss ich aufpassen, dass ich nicht niederfalle, als wenn ich es gleichzeitig sehe und sage jetzt muss ich aufpassen, dass ich nicht umfalle.

In einem einfachen Fall, ich weiß schon, der hat ihn dorthin gelegt und du glaubst jetzt, du kannst mir etwas Böses machen, aber ich werde es dir zeigen, ich werde nicht z.B. mich darauf einlassen. – Das wäre die Verbindung von Körper, Bewegung und einem Verstehen, dass besprochen werden kann. – Das wäre eher abenteuerlich.

Erlebnisse im Traktat und um die Verbindung deutlich zu machen: hier ein paar Zitate Eine neue Art und Weise zur Frage der Erlebnisse der Sätze. Im Traktat gibt es eine intern interessante Spannung, die einfach vorausgesetzt wird und nicht einfach selbst im Traktat in einer Art und Weise reflektiert wird.

Dass ist die, dass ist das er sagt, die Welt ist alles was der Fall ist, die Welt ist insgesamt der Tatsachen und nicht der Dinge, alles was die Welt ist, sind Tatsachen. Tatsachen sind Konfigurationen von Dingen in bestimmten Konfigurationen und bestimmten Verhältnissen, zu der Welt gehören auch Sätze. Sätze sind Tatsachen. Das Satzzeichen ist eine Tatsache.

Das heißt das Satzzeichen hat denselben Status wie der Tisch, oder wie die Molekularbewegung, oder das Tropfen des Wassers aus dem Wasserhahn. – Sätze sind einfach auch Tatsachen.


Dass ist etwas was sehr programmatisch, bestimmt und ein Egalitarismus von Wittgenstein ist, allerdings ein Materialismus kann man nicht sagen, weil er keine Unterscheidung zwischen Geist und Materie macht, sondern er sagt, wir haben Umstände in der Welt und diese Umstände enthalten auch Sätze.

Es ist ganz klar Sätze sind schwarze, andersfärbige Muster, die wir in der Welt wahrnehmen. Wir nehmen das hier wahr, und das hier war, weil das hier da ist eine Tatsache und das hier da ist eine Tatsache, und das hier da ist auch eine Tatsache in einem gewissen Verhältnis.

Der Unterschied wäre folgendes, was Sätze also besonders auszeichnet: Wenn alles Tatsachen sind, dann steht alles nebeneinander. Z.B. dieses Ding hier steht neben diesem Ding hier, und das nächste Ding steht neben dem nächsten Ding hier, das Ding hier steht neben diesem Ding hier, dass ist aber keine Besonderheit, außer dass das eine grün und das andere nicht grün ist, das eine viereckig und das andere nicht viereckig ist. Viele Formen von unterschiedlichen Beschaffenheiten gibt es, aber wenn ich mich auf dieser Ebene bewege, komme ich nur auf einen Typus von Sachverhalten, aber nie was Sprache oder Satz ist.

Dass ist jetzt der 2. Punkt, der im Traktatus drinnen ist, und der den Sätzen eine besondere Qualität verleiht. Dass ist das im Satz drückt sich der Gedanke sinnlich wahrnehmbar aus.

Satzzeichen besteht darin, dass seine Elemente sich in einer bestimmten Art und Weise zu ihr verhalten. Satzzeichen ist eine Tatsache, die mündliche Ausdrucksform des Buches ist verschleiert.

Da sagt Wittgenstein: Ein Satz ist eine Anordnung von Buchstaben entlang einer Linie, dass ist so wie Worte auch. Was für einen Satz wichtig ist, ist die innere Struktur des Satzes, weil er eine Tatsache ist, wo es um das Verhalten, der Elemente zueinander geht.

Dass alles wird ergänzt und durchkreuzt in einer Weise dadurch dass Wittgenstein sagt: Wir benützen das sinnlich wahrnehmbare Zeichen des Satzes als Projektionsmethode, der möglichen Sachlage. An der Stelle haben wir eine ganz wichtige Verdoppelung, es gibt nicht nur eine Form von Tatsachen, die so ausschauen soll, sondern es gibt besondere Tatsachen, diese wir benützen sollen zur Projektion von möglichen Sachlagen. Dass ist das was wir handgreiflich haben, und darum eine Tatsache und sichtbar, formulierbar und artikulierbar ist.

Aber damit ist noch nichts alles geschehen, sondern diese Sichtbarkeit dieses Satzzeichens wird von uns verwendet um andere Tatsachen zu projizieren. Das geschieht wie folgt. Die Projektionsmethode des Denkens, ist das Denken des Satzsinnes.


Hier kommt eines der großen Worte des Big-Typeskripts: Ich erwähne eine Tatsache als Satz. „Wir haben nicht nur Tatsachen, wir erleben Tatsachen in dem Sinne, wie wir uns schützen, wenn uns jemand schlagen will, und wir unser Gleichgewicht suchen, - dass sind Erlebnisse, es geht ein Schock durch oder ein Wohlgefühl, oder sonst irgendetwas Ähnliches. Ich kann verschiedene Tatsachen auf verschiedene Art und Weise erleben, oder ich kann Tatsachen als einen Satz erleben.

Was heißt es, eine Tatsache als einen Satz erleben? Ich bin konfrontiert in einer Art und Weise wie sich Elemente zueinander verhalten, und ich denke mir das ist ein Satz. Das ist der Unterschied eine Tatsache als einen Satz erleben, ist genau der Unterschied das ich etwas anschaue und sage dass ist so und so, oder sage der Satz da ist eine Tatsache. Das eine erlebe ich nicht als einen Satz, dass andere erlebe ich als einen Satz.


Frage: Dinge, die man nicht verstehen kann. Gibt es Dinge, die man nicht verstehen kann? Ich habe ja immer Sätze zudem was ich nicht verstehe.

Man kann Dinge zweifach verstehen. Man kann Dinge als Einzeldinge verstehen, wie dass ist der Schlüssel oder Stuhl. Man kann Dinge allgemeiner verstehen, nämlich Umstände. Gibt es Umstände die ich verstehen kann? In einem Fall ist es ein Einhorn. In einem anderen Fall ist es Einhorn, quadratischer Kreis, Zeitreise. Das andere sind Umstände. Der Unterschied ist deswegen im Big-Typeskript wichtig, und Wittgenstein weist extra darauf hin. Von Frege aus gibt es eine Vorschrift, dass man von einem Wort alleine und einem Ding dass durch das Wort bezeichnet wird, nichts anfangen kann. Das eine Wort „Einhorn“ alleine hilft mir nichts, es hängt in der Luft und ist nicht logikfähig. Logik fängt erst dann an, wenn wir darüber reden, dass etwas wahr oder falsch ist. Dass heißt wir beschäftigen uns mit Dingen, sobald Dinge in Sätzen auftreten, und Dinge einen Beitrag dazu leisten, dazu dass Sätze wahr oder falsch sind.

weitere Auslegung der obigen Frage: Bei der zweiten Lesart ist man bei den Umständen. Gibt es überhaupt Umstände, die man nicht verstehen kann? Und dazu, daher sozusagen, da komme ich wieder zu dem Beispiel mit der Bananenschale. Wenn ich auf einer Bananenschale ausrutsche, ist das ein Umstand, dieser Umstand, wäre der passiert und verlangt nicht mein Verstehen, sondern es passiert einfach. Dass sind Umstände unter denen ich stehe, und Verstehen findet da zumindest keinen Platz, ich habe keine Zeit und keine Gelegenheit es zu verstehen, es geschieht mir einfach.

Es gibt Tatsachen, die wir verwenden, um uns diese Umstände zu projizieren. Das Satzzeichen da wird projiziert, und wir benützen jetzt das Satzzeichen als Projektionsmethode der möglichen Sachlage. Wir benützen jetzt das Satzzeichen z.B. wie verdammt, da ist jetzt eine Bananenschale gewesen. Wir benützen hier, uns zu projizieren hier in dem Umstand, dass es eine da Bananenschale gegeben hat.





Damit ergeben sich folgende Situationen:

1. Frage: Gibt es überhaupt etwas, was man nicht verstehen kann?

In einem gewissen Sinn in dem Moment in dem wir Satzzeichen verwenden um etwas projizieren, können wir es auf alles projizieren und anwenden, können wir verstehen, wenn das Verstehen darin besteht so eine Projektion zu machen, können wir mit unserem Verstehen überall hin.

2. Wenn das so ist, gibt es dann auch ein Verstehen in dem wir auf Sätze verzichten können, um eine solche Projektion machen zu können?

Also haben wir an der Stelle ein Verstehen, dass nicht ein verbales Verstehen ist, sondern ein stillschweigendes emotionales Verstehen ist. Das ist eine Frage, da kann man unterschiedlicher Auffassung (Antworten) sein. Da gibt es natürlich Leute die sagen, selbstverständlich wir verstehen uns prima. So spricht man, dass kann man sagen. Die Fragen, die der Wittgenstein stellt, sind sozusagen an der Kante angebracht, ob wir es akzeptieren können, dass wir sagen können ein umgeschautes Verstehen, ein Erlebnisverstehen bzw. eine Harmonie im Outlook, können wir verstehen nennen. Da hängt sehr viel zusammen, ein Begriff, eine inhaltliche Auseinandersetzung der ersten 20 Seiten des Big-Typeskripts, was da dran hängt, ist wie die Frage: – Sollen wir Intuition heraus philosophieren? – Geht’s darum was ich erlebe, um das erlebte, dann in Sätzen zu bringen? - - - Oder ist es so, dass ich kein Recht darauf habe, auch etwas nur erlebt zu nennen, wenn ich es nicht geordnet mitteile, einer anderen Person, ohne dass ich eine Reserve übrig behalte.

Danke.  Ende Vorlesung vom 22.04.2012