27.11.2013 Chiesa, Lorenzo (2007): Introduction: From the Small to the Big Other: Unterschied zwischen den Versionen

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Frage: Ich habe Probleme mit dem Begriff der Dis-alienation. Da alienation sowohl Entfremdung, wie aber auch Übertragung heißen kann, nehme ich doch an, dass es hier um Aufhebung der Übertragung (etwa auf den Analytiker) geht). Weiß das jemand besser?
 
Frage: Ich habe Probleme mit dem Begriff der Dis-alienation. Da alienation sowohl Entfremdung, wie aber auch Übertragung heißen kann, nehme ich doch an, dass es hier um Aufhebung der Übertragung (etwa auf den Analytiker) geht). Weiß das jemand besser?
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zu A und a, zu 'denen' ich eine Frage in einer Diskussionsgruppe stellte, bezüglich Wahrnehmung, speziell der Seh-Sinn und eine Überlegung dazu war diese: Der Andere mache die Wahrnehmung, genauer: Was wir sehen sei durch den '''Anderen''' vermittelt. Was wir, oder ''wie'' wir sehen ist vermittelt durch - etwas Anderes. Der Andere wäre es, der Dinge zu Objekten mache, dann im Weiteren: "With that, there is a great potentiality of re-thinking reality in terms of what Ettinger calls link a, giving us the opportunity to 'pass over' the lost [object] that doesn't seem to set us free from the slavery of the Other".
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Also, die Überlegungen können über die Sprache/sprechen angegangen werden, aber vielleicht auch über Wahrnehmung/wahrnehmen?! Das bringt mich zu den Überlegungen auf Seite 45, dass quasi eine Analytische Kur zum Verschwinden des individuellen Unbewussten führe. Diese Überlegung stellt sich nur, wenn man entlang von Ursache-Wirkung denkt? Vor allem dann auch, wenn man das Unbewusste als Ort der verdrängten Inhalte denkt. Kann man sagen, dass es um eine Veränderung von '''A''' geht, nicht '''''a''''' ? ...ich versteh selber nicht so ganz, worum es mir geht. Aber weitere Ideen zu A und a in diesem Kontext sind willkommen.
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Sprache betrachtet entlang von '''Satz-Strukturen:'''
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''Subjekt  - Verb – Objekt'' im Englischen und Deutschen beispielsweise, demgegenüber gibt es viele Sprachen mit der Struktur ''Subjekt – Objekt – Verb'' (wie im Türkischen, Japanischen, Lateinischen,..).  Dann gibt es verhältnismäßig wenige Sprachen, bei denen die Struktur so aussieht: ''Verb – Objekt – Subjekt'', oder ''Objekt – Verb – Subjekt''. 
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Ein anderes Beispiel: „The young woman who just entered the room is very bright“ würde, wenn man es aus dem Mandarin wörtlich übersetzt, so lauten: „Just now room-inside enter that  woman very bright“  (vgl. hierfür Ames, Analacts of Concucius, A Philosophical Translation 22:1999). Das, was ausgesagt werden will/soll - die 'Hauptintention' von Aussagen ist verschoben, je nach Sprachstruktur?
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Wie relevant ist dies für Überlegungen, die auf Struktur von Sprache aufbauen? Wiederum grundlegend bleibt einfach „The gap can never be filled“ (S. 49), egal welche Sprache man spricht, es ist immer ein sich-veräußern, aber sind Fixierungen auf Signifikant, Signifikat etc ..sinnvoll? So würde ich ebenfalls dem widersprechen, wie Chiesa ''„Das Unbewusste ist strukturiert wie eine Sprache“'' interpretiert  als „Signifikanten formen/formieren das Unbewusste“ (ebda) und: „..Signifiers are linked in many synchronic unconscious signifying chains, which ultimately are the unconscious. These chains are created according to the laws of metaphor and metonymy, ..“ (ebda). Das Unbewusste kann sich vielleicht vielmehr 'zeigen' durch so etwas, wie unsere Sprachstruktur, durch Metaphern beispielsweise, durch die Art einer metonym. Bewegung, also Dinge unserer Sprachwelt. Aber es 'ist' nicht? Oder das Unbewusste strukturiert Sprache? --[[Benutzer:CoS|CoS]] ([[Benutzer Diskussion:CoS|Diskussion]]) 21:08, 25. Nov. 2013 (CET)

Version vom 25. November 2013, 21:08 Uhr


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Für diesen Text ist eine kleine Erinnerung an die Sprachphilosophie und den Strukturalimus sehr nützlich:

Saussure lehnt eine Sprachauffassung ab, die annimmt, sprachliche Zeichen würden - mittels eines bedeutungsverleihenden intentionalen Aktes - durch Verknüpfung von Name und Sache entstehen. Des weiteren lehnt er die Auffassung ab, es gäbe fertige Vorstellungen (Ideen), welche durch die sprachlichen Zeichen nur repräsentiert würden („aliquid pro aliquo“). Er klammert die referentielle Funktion sprachlicher Zeichen vollständig aus. Das sprachliche Zeichen bestimmt er als Verbindung von Signifikat (Vorstellung,Bezeichnetes/Bedeutung) und Signifikant (Lautbild, Bezeichnendes). Denken und Laute stehen sich in seiner Vorstellung als zwei diffuse Massen oder Wolken gegenüber, und werden nur durch die Sprache, strukturiert. Er vergleicht Laute und Denken auch mit den beiden Seiten eines Blattes. Sinnproduktion entsteht indem - im signifikativen - Prozess durch Artikulation der Sprache dieses Blatt durchschnitten wird. Das Signifikat (signifié) ist die Vorstellung, die ich von einem Gegenstand in meinem Bewusstsein habe und der Signifikant (signifiant) ist die semiotische Zeichenfolge, die diese Vorstellung ausdrückt. Auf der psychologischen Seite gesehen, wird durch Saussure für Signifikat die Bezeichnung „Vorstellung“ verwendet und für Signifikant die Bezeichnung „Lautbild“. Auf der semiotischen Seite stehen einander die Begriffe „Bezeichnetes“(Bedeutung) und „Bezeichnendes“ gegenüber. Für Saussure bildet beides gemeinsam das „Zeichen“. Die beiden Seiten des Zeichens sind allein durch das bestimmt, was sie nicht sind, nämlich durch ihre lautlichen Unterschiede zu anderen Zeichen (Pein/Bein). Dies, dass sich die sprachlichen Zeichen vor allem durch ihre Unterschiede definieren, ist die essenzielle These des Strukturalismus. Es ergibt sich die doppelte Strukturiertheit der Sprache. Aus einer begrenzten Anzahl bedeutungsunterscheidender (distinktiver) Einheiten (Phoneme) , die nur durch ihre Differenz bestimmt sind, lassen sich eine unbegrenzte Anzahl bedeutungstragender (signifikativer) Einheiten (Morpheme) bilden.

Frage: Ich habe Probleme mit dem Begriff der Dis-alienation. Da alienation sowohl Entfremdung, wie aber auch Übertragung heißen kann, nehme ich doch an, dass es hier um Aufhebung der Übertragung (etwa auf den Analytiker) geht). Weiß das jemand besser?




zu A und a, zu 'denen' ich eine Frage in einer Diskussionsgruppe stellte, bezüglich Wahrnehmung, speziell der Seh-Sinn und eine Überlegung dazu war diese: Der Andere mache die Wahrnehmung, genauer: Was wir sehen sei durch den Anderen vermittelt. Was wir, oder wie wir sehen ist vermittelt durch - etwas Anderes. Der Andere wäre es, der Dinge zu Objekten mache, dann im Weiteren: "With that, there is a great potentiality of re-thinking reality in terms of what Ettinger calls link a, giving us the opportunity to 'pass over' the lost [object] that doesn't seem to set us free from the slavery of the Other".

Also, die Überlegungen können über die Sprache/sprechen angegangen werden, aber vielleicht auch über Wahrnehmung/wahrnehmen?! Das bringt mich zu den Überlegungen auf Seite 45, dass quasi eine Analytische Kur zum Verschwinden des individuellen Unbewussten führe. Diese Überlegung stellt sich nur, wenn man entlang von Ursache-Wirkung denkt? Vor allem dann auch, wenn man das Unbewusste als Ort der verdrängten Inhalte denkt. Kann man sagen, dass es um eine Veränderung von A geht, nicht a ? ...ich versteh selber nicht so ganz, worum es mir geht. Aber weitere Ideen zu A und a in diesem Kontext sind willkommen.

Sprache betrachtet entlang von Satz-Strukturen: Subjekt - Verb – Objekt im Englischen und Deutschen beispielsweise, demgegenüber gibt es viele Sprachen mit der Struktur Subjekt – Objekt – Verb (wie im Türkischen, Japanischen, Lateinischen,..). Dann gibt es verhältnismäßig wenige Sprachen, bei denen die Struktur so aussieht: Verb – Objekt – Subjekt, oder Objekt – Verb – Subjekt. Ein anderes Beispiel: „The young woman who just entered the room is very bright“ würde, wenn man es aus dem Mandarin wörtlich übersetzt, so lauten: „Just now room-inside enter that woman very bright“ (vgl. hierfür Ames, Analacts of Concucius, A Philosophical Translation 22:1999). Das, was ausgesagt werden will/soll - die 'Hauptintention' von Aussagen ist verschoben, je nach Sprachstruktur?

Wie relevant ist dies für Überlegungen, die auf Struktur von Sprache aufbauen? Wiederum grundlegend bleibt einfach „The gap can never be filled“ (S. 49), egal welche Sprache man spricht, es ist immer ein sich-veräußern, aber sind Fixierungen auf Signifikant, Signifikat etc ..sinnvoll? So würde ich ebenfalls dem widersprechen, wie Chiesa „Das Unbewusste ist strukturiert wie eine Sprache“ interpretiert als „Signifikanten formen/formieren das Unbewusste“ (ebda) und: „..Signifiers are linked in many synchronic unconscious signifying chains, which ultimately are the unconscious. These chains are created according to the laws of metaphor and metonymy, ..“ (ebda). Das Unbewusste kann sich vielleicht vielmehr 'zeigen' durch so etwas, wie unsere Sprachstruktur, durch Metaphern beispielsweise, durch die Art einer metonym. Bewegung, also Dinge unserer Sprachwelt. Aber es 'ist' nicht? Oder das Unbewusste strukturiert Sprache? --CoS (Diskussion) 21:08, 25. Nov. 2013 (CET)