15.1.2014 Klein, Melanie (1930): Die Bedeutung der Symbolbildung für die Ich-Entwicklung: Unterschied zwischen den Versionen

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Allerdings muss ich auch anerkennen, dass die Aufmerksamkeit, die sie dem Kind geschenkt hat und ihre unverkrampfte Haltung gegenüber dessen (eigener) Sexualität, dem Kind zweifellos geholfen hat! Aber vielleicht war dies der Sinn dabei, den prüden Eltern verständlich zu machen, dass das Kind nicht "abnorm" ist, wenn es sexuelle Äußerungen zeigt. --[[Benutzer:IA|IA]] ([[Benutzer Diskussion:IA|Diskussion]]) 18:30, 3. Jan. 2014 (CET)
 
Allerdings muss ich auch anerkennen, dass die Aufmerksamkeit, die sie dem Kind geschenkt hat und ihre unverkrampfte Haltung gegenüber dessen (eigener) Sexualität, dem Kind zweifellos geholfen hat! Aber vielleicht war dies der Sinn dabei, den prüden Eltern verständlich zu machen, dass das Kind nicht "abnorm" ist, wenn es sexuelle Äußerungen zeigt. --[[Benutzer:IA|IA]] ([[Benutzer Diskussion:IA|Diskussion]]) 18:30, 3. Jan. 2014 (CET)
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Womit ich hier wieder nicht zurechtkomme, ist jene Vorstellung von einem Sadismus, den das Kind in seinen frühesten Lebensphasen haben soll. Denn woran kann man das feststellen? Und woher stammt die Vorstellung, in der anal-sadistischen Phase bestünde ausgerechnet der Wunsch geschlagen zu werden?--[[Benutzer:IA|IA]] ([[Benutzer Diskussion:IA|Diskussion]]) 15:45, 3. Jan. 2014 (CET)

Version vom 4. Januar 2014, 23:14 Uhr


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Wie kann man nur auf die Idee kommen, dass ein Säugling solche Vorstellungen haben kann? "Das Kind erwartet im Inneren der Mutter den Penis des Vaters, Exkrement und Kinder, die es eßbaren Stoffen gleichsetzt, zu finden."

Die folgende Passage scheint mir eher aus der Perspektive einer betreuenden Person gesehen, die das Nässen und die anderen Exkremente, die als Stoffwechselprodukte vom Kind einfach ausgeschieden werden müssen, als Aggression des Kindes verstehen will. Dies deshalb, weil diese betreuende Person (in diesem Fall wohl die Mutter) ihre eigenen Aggressionen - die aufgrund der Verpflichtung es schon wieder neu windeln zu müssen, entstehen - auf das Kind verschiebt. "Die Exkremente werden in der Phantasie in gefährliche Waffen verwandelt, das Nässen einem Schneiden, Stechen, Brennen, Überschwemmen, die Stuhlstangen Angriffswaffen und Geschossen gleichgesetzt." Später wird auch noch von der Vorstellung des Vergiftens gesprochen. Dies in einem Alter, wo das Kind noch keinerlei Vorstellung davon haben kann, was Gift ist und welche Wirkungen es hat.

Warum ist Fr. Klein nie auf die Idee gekommen, dass das Kind ihr damit, dass es zwischen die Türen gegangen ist, dargestellt hat, wie oft es dort strafweise eingesperrt worden war? Und dass dies auch mit der Angst wegen der Ausscheidung von Exkrementen zu tun haben kann, da das Kind ja offensichtlich Schwierigkeiten mit dem Sauberwerden gehabt hat? Vielleicht wurde es zur Strafe - wenn wieder einmal "etwas passiert ist" - , dort eingeschlossen? Hierfür würde auch der Prolaps des Anus sprechen, der - wie ich meine - auch dadurch entstehen kann, dass ein Kind zum Sauberwerden sehr lange auf dem Topf (Klo) sitzen muss.

Ich muss gestehen, dass mich dieser Text zutiefst empört hat. Hier wird einem Kind, das das Pech hatte, an der Mutterbrust fast zu verhungern, das danach mit der Abneigung der Mutter konfrontiert war, die es mit erst einem Jahr bereits für "abnorm" hielt und das aufgrund dieser ablehnenden Haltung eine sehr verständliche Entwicklungsverzögerung aufwies, schlussendlich auch noch eine pompöse Diagnose "dementia praecox", bzw. "Schizophrenie" hinaufgeknallt. Dies ist eine Diagnose, die jede weitere Einschätzung durch Andere und auch die Entwicklung des Selbstbewusstsein sehr beeinträchtigen muss. Das einzig tröstliche daran ist, dass man damals offensichtlich noch davon ausgegangen war, man könne diese Erkrankung bereits im Kindesalter heilen.--IA (Diskussion) 10:04, 31. Dez. 2013 (CET)


Deine Empörung spornt mich an, doch noch zu kommentieren. Ja, that´s life. Wie man sagen könnte. Oder fluchen. Verdammte Scheisse. Heilige Scheisse. Scheissdreck. Ich finds spannend, wie Melanie Klein ankommt. Oft - ebenso. Im Grunde könnte man unterstellen, bei -dir- macht sich Widerstand breit. Dabei liegt es so nahe. Pipieinfach. Betrachtend die Affinität zur Schokolade, Mousse au Chocalat. Das soll ein Scherz sein. Wahrscheinlich. Ich finde M.Klein spannend. Ob richtig oder falsch ist irrelevant. Sie übersetzt, was kleine Kinder ihr übersetzen. Die Übersetzung der Übersetzung. Das etwas versucht wird zu übersetzen - was eigentlich nicht übersetzbar ist - in unser Verständnis von S(e)ätzen. Spannend finde ich die Idee der Mutter als quasi schwarzes Loch. Einverleibend. Dunkel (vgl. 359f). Wiederum zeigt sich hier vielleicht ein Streben, was Lacan Kastrationsbedürfnis nennt. Ein Raus aus der Symbiose. Die Mutterfigur ist bei M.Klein scheinbar die Person (immer aus Perspektive des Kindes), in er alles ist. Ergo - auch man selbst. Was nachvollziehbar ist. Ein Säugling, ohne jegliche Form von "Ich" und "Anders" ist eben quasi 'eins' mit der Sphäre, die meist die Mutterfigur präsentiert/ist. Aber irgendwie und irgendwann ergeben sich hier Unebenheiten. Abwesenheiten und eigene Dinge, die gewahr werden lassen, dass da mehr passiert, als dieses 'Dahinschlummern in Unmittelbarkeit'. Dazu gehört vielleicht auch eben das ... also jede Form von Ausscheidung und auch Einverleibung (vielleicht kann dass auch Husten oder Nießen sein, Rülpsen/Bäuerchen(?) et cetera). Etwas passiert, was deinen eigenen Körper dir auf eben da noch unbekannte und neue, fremde Art fühlbar macht, erlebbar macht. Genauso wie Nahrung aufnehmen. Also immer aus der Perspektive eines Babys, eines Kleinkindes, das sich als Person noch nicht mal ansatzweise empfindet. Ist Silvester eine Art Zäsur, Punkt zur 'Wiederholbarmachkeit' und somit ein/e Wiederholung(szwang)? --CoS (Diskussion) 02:18, 1. Jan. 2014 (CET)

Nur finde ich dass sie mir einfach nichts übersetzt, auch nicht in der Übersetzung der Übersetzung. Und dies erinnert mich an ein Kapitel im Buch von Ricoeur „vom Traumhaften zum Sublimen”, in welchem er darstellt, dass Freud den Ödipuskomplex nicht zuletzt auch an Frauen entdeckt hatte, die unschickliche Annäherungen ihrer Väter in der Kinderzeit beschrieben. Dies musste um die Unschuld der Väter zu beweisen, dann umgedeutet werden, auf sexuelle Wünsche der Töchter (Liebe gegenüber der Mutter und Hass auf den Vater oder umgekehrt). Nur um nicht missverstanden zu werden, ich zweifle keinesfalls daran, dass Kinder eine Sexualität haben (im Text: das Kind onaniert), und auch nicht daran, dass sie einen Elternteil so lieben, dass sie ihn ganz für sich haben wollen und den anderen deshalb ablehnen oder sogar hassen. Aber ich zweifle sehr stark daran, dass sie bereits wissen, wie ein Koitus vollführt wird. Und deshalb finde ich Fragen wie: „Dick will in die Mama hineinfahren” einfach sonderbar.

Allerdings muss ich auch anerkennen, dass die Aufmerksamkeit, die sie dem Kind geschenkt hat und ihre unverkrampfte Haltung gegenüber dessen (eigener) Sexualität, dem Kind zweifellos geholfen hat! Aber vielleicht war dies der Sinn dabei, den prüden Eltern verständlich zu machen, dass das Kind nicht "abnorm" ist, wenn es sexuelle Äußerungen zeigt. --IA (Diskussion) 18:30, 3. Jan. 2014 (CET)

Womit ich hier wieder nicht zurechtkomme, ist jene Vorstellung von einem Sadismus, den das Kind in seinen frühesten Lebensphasen haben soll. Denn woran kann man das feststellen? Und woher stammt die Vorstellung, in der anal-sadistischen Phase bestünde ausgerechnet der Wunsch geschlagen zu werden?--IA (Diskussion) 15:45, 3. Jan. 2014 (CET)